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Donnerstag, 23. Januar 2020

Bach, Johann Sebastian - Werke für Violine solo

Aller guten Dinge


Label/Verlag: Ondine
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Für sein aktuelles Label Ondine hat Christian Tetzlaff 2016 seine persönlich dritte und wohl expressivste Version von Bachs Zyklus für Violine solo eingespielt.

Als 1994 die erste Einspielung dieses Zyklus von drei Sonaten (viersätzig im Sonata-da-chiesa-Stil Corellis) und drei Partiten (mehrsätzigen Tanz-Suiten nach französischem Vorbild) erschien, durfte man dem damals 28-jährigen Christian Tetzlaff einen eher zurückhaltend-analytischen, technisch makellosen, aber etwas kühlen Zugang attestieren, der einem Aufführungsideal textgetreuer ‚Objektivität‘ zweifellos auf hohem Niveau entspricht. Nach einer mir leider nicht näher bekannten zweiten Aufnahme – einem singulären Auftritt für das ‚Bach-Label‘ Hänssler Classic 2007 – stellt nicht nur das Cover einen offensichtlichen Image-Wechsel des Geigers dar: Zwar gründet sein intellektueller Zugang noch im Durchdachten, zu dem aber nun eine bilderrreiche, gefühlbetonte Sprache hinzutritt, die sich auch ohne Worte in der neuen Einspielung findet.

Tetzlaff vermittelt die steten Herausforderungen, das kontinuierliche Arbeiten und zugleich die Freude an dieser Musik in einem Geigenspiel, das sich mit gewissen agogischen Freiheiten keineswegs – wie nun von manchen Rezensenten unterstellt – dem gängigen historisierenden Ideal anzunähern scheint, sondern sich in der Gewissheit souveräner technischer Bewältigung hörbar dem Momentanen und subjektiv Empfundenen unterwirft. Dadurch tritt – wie etwa in der erschnauften Schwerstarbeit eines Nathan Milstein oder der klanglichen Individualisierungssucht und -suche Gidon Kremers–- eine ja mit Worten schwer fassbare, ganz eigene und eigentümliche Charakteristik Tetzlaffs stark hervor, welche dieser Einspielung ihren besonderen Wert verleiht. Es geht nicht um historische, sondern persönliche Authentizität, die dieser Zyklus mindestens genauso erfordert. Tetzlaffs ‚Freude‘ erscheint da übrigens nirgends sprühend, sondern bricht sich in mitunter rasanten Tempi Bahn, in klanglichem Aufleuchten mancher Linie und sprachlos emotional immer wieder intuitiv erkannter und vermittelter existenzieller ‚Gedankentiefe‘ dieser Musik über das sonst Sagbare hinaus (und das entspräche jetzt sogar einem romantischen Ideal). Eine in ihrem ganzen Ernst und der darin gefundenen, entspannten Erfüllung herausragende und erfreuende dritte Perspektive nach zwei sicherlich auch schon sehr guten Vorläufern.


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Bach, Johann Sebastian: Werke für Violine solo

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Ondine
2
08.09.2017
Medium:
EAN:
CD
761195129920

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Ondine

The roots of Ondine date back to 1985 when founder Reijo Kiilunen released the very first Ondine album under the auspices of the renowned Finnish Kuhmo Chamber Music Festival. The label's initial mission was to produce one live album at the Festival each season. The fourth album, however, featured Einojuhani Rautavaara's opera Thomas (ODE 704-2), raising major international attention and opening the ground for overseas distribution. Kiilunen, who was running the Festival's concert agency and had begun the recording activity part-time, soon decided to devote himself fully to the development of this new business, producing and editing the first 50 releases himself. Since 2009 the company has been a part of the Naxos Group.

Today Ondine's extensive catalogue includes nearly 600 recordings of artists and ensembles such as conductor and pianist Christoph Eschenbach, conductors Vladimir Ashkenazy, Vasily Petrenko, Mikhail Pletnev, Esa-Pekka Salonen, Hannu Lintu, Jukka-Pekka Saraste, Sakari Oramo, Leif Segerstam and John Storgårds, orchestras such as The Philadelphia Orchestra, Orchestre de Paris, London Sinfonietta, Bavarian Radio Symphony Orchestra, BBC Symphony Orchestra, Los Angeles Philharmonic, Russian National Orchestra, Czech Philharmonic, Finnish Radio Symphony Orchestra, Helsinki Philharmonic and Tampere Philharmonic, sopranos Soile Isokoski and Karita Mattila, baritone Dmitri Hvorostovsky and Gerald Finley, violinist Christian Tetzlaff, violist David Aaron Carpenter, cellist Truls Mørk and pianist Olli Mustonen.

The label has also had a long and fruitful association with Finnish composers Einojuhani Rautavaara, Magnus Lindberg and Kaija Saariaho, having recorded the premieres of many of their works and garnering many awards along the way.


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