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Montag, 24. September 2018

Gák & Castelnuovo-Tedesco - Cellokonzerte

Gemeinsamer Nenner


Label/Verlag: cpo
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Bei dieser Produktion ist nicht nur das Programm glücklich gewählt, sondern auch die Wiedergabe vortrefflich. Man darf voller Freude von Referenzeinspielungen sprechen.

Es ist immer wieder erstaunlich, wie manche Interpreten im deutschen Musikleben nicht jenes Renommee erlangen können, das ihnen zusteht, anderen dafür ein guter Ruf quasi hinterher geworfen wird. Im englischsprachigen Sprachraum ist Raphael Wallfischs Bedeutung unbestritten – selbst bei Kritikern, die seinen leicht wiederzuerkennenden, häufig recht expressiven Ton nicht mögen. Mit den Cellokonzerten von Hans Gál (1890–1987) und Mario Castelnuovo-Tedesco (1895–1968) hat Wallfisch diesmal zwei Werke vorgelegt, die nicht zu dem von ihm reich gepflegten britischen Musikschaffen zu zählen sind – obwohl Gál nach England flüchtete und später in Schottland ein Tätigkeitsfeld fand. Viele von Gáls Familienmitgliedern überlebten die Naziherrschaft nicht, mehrere von ihnen nahmen sich aus Verzweiflung selbst das Leben, ehe sie ins Konzentrationslager verbracht werden konnten. Castelnuovo-Tedesco konnte aus Italien in die USA emigrieren, wo er unter anderem als Pianist und später als Filmkomponist erfolgreich war. Das Schicksal der Familie Wallfisch war vergleichbar – auch Raphaels Eltern (beides sehr erfolgreiche Musiker) waren vor nationalsozialistischer Verfolgung aus Deutschland nach England geflüchtet.

Leider wird dieses gemeinsame Band im CD-Booklet nicht genügend herausgearbeitet, so dass der starke rote Faden der Produktion eher vage bleibt. Gáls Konzert in h-Moll op. 67, 1944 entstanden, ist eher elegischen Charakters und vermittelt durchaus eine gewisse Verwandtschaft zu manch britischem Komponisten. Die große kompositorische Kunst Gáls, die sich etwa Braunfels, Graener oder anderen vergleichen lässt, bietet hier ein ausgesprochen expressives Werk mit betont konzertantem Anteil. Die vorliegende Interpretation durch Raphael Wallfisch und das Berliner Konzerthausorchester unter dem australischen Dirigenten Nicholas Milton arbeitet den elegischen Ton wie die konzertanten Elemente besonders erfolgreich heraus und lässt gleichzeitig weder Expression noch perfekte musikalische Brillanz bis in die kleinsten orchestralen Nebenstimmen zu kurz kommen.

So sehr Castelnuovo-Tedescos Konzert F-Dur op. 72 von 1934 ganz anderen Charakters ist, mit stärker hervortretendem Solopart und einer klareren Trennung Solo-Tutti, so kongenial ist auch hier die Wiedergabe: Da wird nichts heruntergekurbelt (bei aller Virtuosität), da ist alles dem musikalischen Ausdruck unterstellt. Die Aufnahmetechnik (Deutschlandfunk Kultur) unterstützt – ganz ohne SACD – die Transparenz und Tiefenstaffelung der Interpretationen auf das Vorteilhafteste, so dass man voller Freude von Referenzeinspielungen sprechen kann.



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    Gák & Castelnuovo-Tedesco: Cellokonzerte

Label:
Anzahl Medien:
cpo
1
EAN:

761203507429


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cpo

Wohl kaum ein zweites Label hat in letzter Zeit soviel internationale Aufmerksamkeit erregt wie cpo. Die Fachwelt rühmt einhellig eine überzeugende Repertoirekonzeption, die auf hohem künstlerischen Niveau verwirklicht wird und in den Booklets eine geradezu beispielhafte Dokumentation erfährt. Der Höhepunkt dieser allgemeinen Anerkennung war sicherlich die Verleihung des "Cannes Classical Award" für das beste Label (weltweit!) auf der MIDEM im Januar 1995 und gerade wurde cpo der niedersächsische Musikpreis 2003 in "Würdigung der schöpferischen Leistungen" zuerkannt.
Besonders stolz macht uns dabei, daß cpo - 1986 gegründet - in Rekordzeit in die Spitze vorgestoßen ist. Das Geheimnis dieses Erfolges ist einfach erklärt, wenn auch schwierig umzusetzen: cpo sucht niemals den Kampf mit den Branchenriesen, sondern füllt mit Geschick die Nischen, die von den Großen nicht besetzt werden, weil sie dort keine Geschäfte wittern. Und aus mancher Nische wurde nach einhelliger Ansicht der Fachwelt mittlerweile ein wahres Schmuckkästchen.
Am Anfang einer Repertoire-Entscheidung steht bei uns noch ganz altmodisch das Partituren-lesen, denn nicht alles, was noch unentdeckt ist, muß auch auf die Silberscheibe gebannt werden. Andererseits gibt es - von der Renaissance bis zur Moderne - noch sehr viele wahre musikalische Schätze zu heben, die oft näher liegen, als man meint. Unsere großen Werk-Editionen von Pfitzner, Korngold, Hindemith oder Pettersson sind nicht umsonst gerühmt worden. In diesem Sinne werden wir fortfahren.
Letztendlich ist unser künstlerisches Credo ganz einfach: Wir machen die CDs, die wir schon immer selbst haben wollten. Seien Sie herzlich zu dieser abenteuerlichen Entdeckungsfahrt eingeladen!


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