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Samstag, 25. November 2017

Sibelius, Jean - Orchesterlieder

Emotionale Hommage


Label/Verlag: Chandos
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Mit 'In the Stream of Life' gelingen Gerald Finley und Edward Gardner eine anrührende Hommage und ein emotional aufgeladenes, sehr besonderes Album.

Mit mehr als einhundert Liedern gilt Jean Sibelius als wichtigster finnischer Liedkomponist. Auch wenn er vor allen Dingen für seine Sinfonien, die Tondichtungen und das Violinkonzert berühmt ist, so sind es seine Lieder, die aus Liederabenden nicht mehr wegzudenken sind. Orchesterfassungen dieser intimen Kunstwerke gibt es kaum – Sibelius selbst hat nur wenige seiner Lieder instrumentiert. Ein paar wenige Lieder wurden somit noch zu Sibelius‘ Lebzeiten von anderen Komponisten orchestriert, um sie im Konzertsaal in größer dimensionierte Programme integrieren zu können.

Aus diesem Blickwinkel ist die neue SACD beim Label Chandos mit Sibelius-Liedern eine wirkliche Besonderheit. Sie vereint Fremdorchestrierungen und Originaleinrichtungen populärer und unbekannterer Sibelius-Lieder – interpretiert von Gerald Finley und dem Bergen Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Edward Gardner. Im Zentrum der Veröffentlichung steht der neu zusammengestellte Zyklus 'In the Stream of Life', der das berühmte 'Svarta rosor' enthält sowie fünf weitere Lieder in schwedischer Sprache und das deutschsprachige 'Die stille Stadt'. Die Aufnahme dieses Zyklus‘ entstand im März 2014 in Bergen und die Orchestration der Lieder stammt von keinem Geringeren als dem finnischen Komponisten Einojuhani Rautavaara. Sie ist ein Zeichen der persönlichen Freundschaft zwischen Rautavaara und Gerald Finley, für den Rautavaara die passenden Lieder ausgewählt und eigens für Finleys Stimme die effektvolle Instrumentierung geschaffen hat. Man spürt in jeder Phrase die tiefe Verbundenheit beider Künstler und kann sich kaum satthören an der klanglichen Raffinesse, die Gerald Finleys kraftvollen Bariton in der denkbar besten Art und Weise zur Geltung bringt.

Überhaupt beweist der Sänger ein untrügliches Gespür für die urwüchsige Tonsprache von Jean Sibelius, den teils rauen, teils melancholisch düsteren Tonfall. Finleys Stimme ist enorm Ausdrucksstark und es erstaunt, wie frisch und unverbraucht der Sänger im Vollbesitz seiner vokalen Möglichkeiten ist. Der sparsame Einsatz von Vibrato verleiht den Liedern opernhafte Größe, ohne ihre Intimität zu verraten. Das ist zu gleichen Teilen auch Rautavaaras Instrumentierkunst zu verdanken und dem umsichtigen aber energetischen Dirigat von Edward Gardner.

Wie leidenschaftlich Gardner sein Bergen Philharmonic Orchestra zu befeuern weiß, lässt sich zudem an den ergänzenden Tondichtungen und kleineren Instrumentalwerken nachvollziehen, die das Liedprogramm gliedern. Als quasi Ouvertüre fungiert hier die sinfonische Fantasie 'Pohjolas Tochter' op. 49, von Gardner eruptiv und zugleich sensibel interpretiert. Des Weiteren sind den Liedern die 'Romanze' op. 42 für Streicher und die effektvollen 'Okeaniden' op. 73 zur Seite gestellt.

Neben dem zentralen Zyklus 'In the Stream of Life' haben Finley und Gardner sowohl kürzere Lieder von Jean Sibelius ausgewählt als auch ausladendere Balladen, die bereits im Original mit Orchester konzipiert waren. Besonders eindrücklich gestaltet Gerald Finley das knapp zehnminütige 'Des Fährmanns Bräute' op. 33, dem all die Bühnenerfahrung und das Ausdrucksspektrum des Opernsängers zugutekommt – eine packende Szene. Doch bei aller stimmlichen Größe beherrscht der Bariton auch die leisen und zarten Töne wie in der 'Hymne an Thais' aus dem Jahr 1909, das am Ende des Zweiten Weltkriegs für die finnische Sopranistin Aulikki Rautawaara orchestriert wurde. Ebenso Suchtpotenzial haben das berühmte 'Der Diamant auf dem Märzschnee', 'In der Nacht' oder die abschließende Shakespeare-Vertonung 'Come Away, Death', die Sibelius kurz vor seinem Tod noch selbst orchestriert hat.

Abgesehen von 'In the Stream of Life' entstanden die Aufnahmen im August 2016 – kurz nach dem Tod von Einojuhani Rautavaara. So ist dieses Album nicht nur eine Hommage an den Komponisten Jean Sibelius, sondern auch ein musikalischer letzter Gruß von Gerald Finley an Einojuhani Rautavaara. Diese besondere Emotionalität ist in allen Liedern und Orchesterwerken der Einspielung zu spüren. Zudem informieren ein umfangreiches Beiheft mit einem zusätzlichen Begleittext von Gerald Finley über dieses spezielle Projekt, das hoffentlich seine verdienten Zuhörer finden wird.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Sibelius, Jean: Orchesterlieder

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Chandos
1
09.01.2017
EAN:

095115517826


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Chandos

Chandos Records was founded in 1979 by Brian Couzens and quickly established itself as one of the world's leading classical labels. Prior to forming the label, Brian Couzens, along with his son Ralph, worked for 8 years running a mobile recording unit recording for major labels (including RCA, Polydor, CFP, etc.) with many of the world's leading artists.
The company has championed rare and neglected repertoire, filling in many gaps in the record catalogues. Initially focussing on British composers (Alwyn, Bax, Bliss, Dyso, Moeran, Rubbra, Walton etc), it subsequently embraced a much wider field. Chandos' diverse catalogue contains over 2000 titles, from early music to contemporary, with composers from around the world. The company's aim is to present an exciting and varied selection of superbly recorded music to as many people as possible.
The following artists are strongly associated with, or exclusive to, the label: Richard Hickox, Matthias Bamert, I Fagiolini, Neeme Järvi, Louis Lortie, Jean-Efflam Bavouzet, Rumon Gamba, James Ehnes, Sir Charles Mackerras, David Parry, Valeri Polyansky, The Purcell Quartet, Gennady Rozhdestvensky, Howard Shelley, Simon Standage, Yan Pascal Tortelier, Vernon Handley, the BBC Philharmonic, BBC National Orchestra of Wales, the City of London Sinfonia and Collegium Muscium 90.
Chandos is universally acclaimed for the excellence of its sound quality and has always been at the forefront of technical innovation. In 1978, Chandos was one of the first to record in 16bit/44.1kHz PCM digital, as well as being one of the first to edit a digital recording completely in the digital domain (Holst: the Planet ? SNO/Gibson). In 1983, Chandos was one of the first to produce and release Compact Discs into the marketplace ? a revolution in the recorded music industry.
Today, Chandos has kept up with technology by recording mostly in 24bit/96kHz PCM but now also in DSD for producing ?surround sound? SACDs. Chandos releases at least five new recordings a month, together with imaginative re-issues of back-catlogue material.
The company has received countless awards, including several Gramophone Awards, notably the 2001 ?Record of the Year? for Richard Hickox?s recording of the original version of Vaughan Williams? A London Symphony; ?Best Choral Recording of 2003? for its recording of an undiscovered mass by Hummel and the ?Best Orchestral Recording? of 2004 for its set of Bax Symphonies. Other highlights include the American Grammy for Britten?s opera Peter Grimes, and most recently (2008), two further Grammy Awards, one for Hansel and Gretel and the other for Grechaninov?s Passion Week. Jean-Efflam Bavouzet?s debut on Chandos was also awarded Record of the Year by Monde de la Musique this year.
Chandos remains an independent, family run company which produces and markets its recordings from its office in Colchester, England, and is distributed worldwide.


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