> > > Antheil, George: Over the Plains, Sinfonien Nr. 4 & 5
Samstag, 25. November 2017

Antheil, George - Over the Plains, Sinfonien Nr. 4 & 5

Gar nicht so böse


Label/Verlag: Chandos
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Die Sinfonien Nr. 2 und 4 von George Antheil mit BBC Philharmonic unter John Storgards: alles andere als skandalös.

Wie manch anderer Komponist erlitt auch der aus New Jersey stammende George Antheil (1900-1959) das Schicksal eines One-Hit-Wonders. Was für Max Bruch das Violinkonzert Nr. 1 g-Moll ist, ist für Antheil das 'Ballet Mécanique'. Mit dem Unterschied, dass das 'Ballet Mécanique' heute kaum noch aufgeführt wird, das Skandalwerk Antheils nur teilweise verdienten Ruf als Modernist und ‚Bad Boy of Music’ – so der Titel seiner Autobiografie – jedoch gleichwohl zementierte. Alles, was Antheil davor und danach schrieb, wurde und wird bis heute durch dieses hübsch lärmende Monstrum quasi übertönt.

Neo und Noir

Dabei zeigt BBC Philharmonic unter John Storgards auf vorliegender CD, dass Antheil die meiste Zeit komplett anderes komponierte. Der in den 30er Jahren nach Los Angeles Übergesiedelte pflegt nicht nur in den hier zu hörenden Sinfonien Nr. 4 und 5 einen Stil, der ihn irgendwo zwischen Neoklassizismus, Neoromantik und Filmmusik verortet, mit reichlich Anklängen vor allem an die russische Moderne. Wirkt das Scherzo in der Vierten Sinfonie so, als wäre es eine Alternativversion zum Scherzo aus der Fünften von Schostakowitsch, so klingt das hier erstmalig auf Tonträger veröffentlichte Konzertstück 'Over the Plains' mit seinem Trompetensignal-Tthema wie die Eröffnungsmusik zu einer Westernkomödie. Das kommt nicht von ungefähr, komponierte Antheil doch unter anderem Filmmusiken für Nicholas Ray, Fritz Lang und Cecil B. DeMille.

In Antheil spiegelt sich somit beinahe beispielhaft ein amerikanischer Zeitstil, wie er in der Mitte des letzten Jahrhunderts wirksam war. Das macht einerseits Spaß, versteht es der auch als Filmmusikkritiker Tätige doch ausgezeichnet, nicht nur aufwendig bunt zu instrumentieren, sondern auch, durch ungeahnte Wendungen im Verlauf immer wieder zu überraschen. Insbesondere in den Ecksätzen der Sinfonien kann sich die Durchführung so auch schon mal ins Hektisch-Manische à la Schostakowitsch steigern, wobei trotz Weltkriegsproblematik – beide Sinfonien entstanden in den 40ern – Antheils Stil um einiges versöhnlicher und insgesamt weniger nach Weltuntergang klingt als Schostakowitsch. Auf der anderen Seite wirkt das komplex durcheinander wuselnde, gerne ins collagenhafte driftende Geschehen auf Dauer doch etwas einförmig. Anders als bei etwa manchen Orchesterwerken Ernst Kreneks wirkt die Musik hier aber nie zu trocken, zu sehr auf Struktur gebürstet, sodass auch nach dem fünften Hören der Eindruck entsteht, dass ein nochmaliges Wiederlauschen lohnt. Dies ist natürlich auch John Storgards und BBC Philharmonic zu verdanken, die mit äußerster Klarheit gestalten und dank eines plastischen Klangbildes jede Nuance in der breit gefächerten Instrumentation zum Klingen bringen.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Antheil, George: Over the Plains, Sinfonien Nr. 4 & 5

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Chandos
1
05.05.2017
EAN:

095115194126


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Chandos

Chandos Records was founded in 1979 by Brian Couzens and quickly established itself as one of the world's leading classical labels. Prior to forming the label, Brian Couzens, along with his son Ralph, worked for 8 years running a mobile recording unit recording for major labels (including RCA, Polydor, CFP, etc.) with many of the world's leading artists.
The company has championed rare and neglected repertoire, filling in many gaps in the record catalogues. Initially focussing on British composers (Alwyn, Bax, Bliss, Dyso, Moeran, Rubbra, Walton etc), it subsequently embraced a much wider field. Chandos' diverse catalogue contains over 2000 titles, from early music to contemporary, with composers from around the world. The company's aim is to present an exciting and varied selection of superbly recorded music to as many people as possible.
The following artists are strongly associated with, or exclusive to, the label: Richard Hickox, Matthias Bamert, I Fagiolini, Neeme Järvi, Louis Lortie, Jean-Efflam Bavouzet, Rumon Gamba, James Ehnes, Sir Charles Mackerras, David Parry, Valeri Polyansky, The Purcell Quartet, Gennady Rozhdestvensky, Howard Shelley, Simon Standage, Yan Pascal Tortelier, Vernon Handley, the BBC Philharmonic, BBC National Orchestra of Wales, the City of London Sinfonia and Collegium Muscium 90.
Chandos is universally acclaimed for the excellence of its sound quality and has always been at the forefront of technical innovation. In 1978, Chandos was one of the first to record in 16bit/44.1kHz PCM digital, as well as being one of the first to edit a digital recording completely in the digital domain (Holst: the Planet ? SNO/Gibson). In 1983, Chandos was one of the first to produce and release Compact Discs into the marketplace ? a revolution in the recorded music industry.
Today, Chandos has kept up with technology by recording mostly in 24bit/96kHz PCM but now also in DSD for producing ?surround sound? SACDs. Chandos releases at least five new recordings a month, together with imaginative re-issues of back-catlogue material.
The company has received countless awards, including several Gramophone Awards, notably the 2001 ?Record of the Year? for Richard Hickox?s recording of the original version of Vaughan Williams? A London Symphony; ?Best Choral Recording of 2003? for its recording of an undiscovered mass by Hummel and the ?Best Orchestral Recording? of 2004 for its set of Bax Symphonies. Other highlights include the American Grammy for Britten?s opera Peter Grimes, and most recently (2008), two further Grammy Awards, one for Hansel and Gretel and the other for Grechaninov?s Passion Week. Jean-Efflam Bavouzet?s debut on Chandos was also awarded Record of the Year by Monde de la Musique this year.
Chandos remains an independent, family run company which produces and markets its recordings from its office in Colchester, England, and is distributed worldwide.


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