> > > Thoughts Observed: Lieder von Schumann, Duparc, Debussy u.a.
Freitag, 23. Februar 2018

Thoughts Observed - Lieder von Schumann, Duparc, Debussy u.a.

Ungewöhnliches Klangereignis


Label/Verlag: Naxos
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Countertenor Yaniv d'Or kann mit seiner Interpretation französischer Lieder überzeugen. Das gelingt ihm im Fall von Schummans 'Dichterliebe', die die CD eröffnet, leider nicht.

Bei Naxos erschien 2017 ein ungewöhnliches Klangereignis: die 'Dichterliebe', von einem Countertenor gesungen. Das macht neugierig. Welche Facetten kann diese Stimmlage in der Interpretation einem solchen Liedzyklus abgewinnen oder hinzufügen? Leider muss man konstatieren: keine wesentlichen.

Die Stimme von Countertenor Yaniv d’Or hat ihre schönen Seiten in nicht allzu hoher Lage, in einem Piano bis Mezzoforte. Sie ist dann farbenreich, weich im Klang und ausgewogen. Beispiel dafür ist das innig gesungene 'Am leuchtenden Sommermorgen'. Jedoch befindet man sich mit diesem Lied schon im letzten Viertel des Zyklus. Die bis dahin vergangenen drei Viertel des Werkes vermögen in der Interpretation von d’Or leider nicht zu überzeugen. Da sind Lieder wie 'Die Rose, die Lilie', in welchen der Text äußerst schwer verständlich ist, die Stimme außerdem recht spröde klingt. Für Lieder wie 'Im Rhein, im heiligen Strome' fehlt der Stimme Gewicht, Breite und interessante Klangfarben. Das soll bei 'Ich grolle nicht' mit etwas Druck von Seiten des Sängers behoben werden, was der Interpretation aber keinen Mehrwert beschert, sondern im Gegenteil auch Vokale verfärbt, so dass man als Hörer geneigt ist an der sinnhaften Durchdringung des Liedes als solchem zu Zweifeln.

Nun ist Yaniv d’Or aber kein unbekannter Counter, hat schon einige Erfahrung, so dass das Problem vielleicht nicht nur in seiner Interpretation oder Stimme zu suchen ist, sondern auch überlegt werden kann, ob der Schumannsche Zyklus nicht für diese Stimmlage gemacht ist. Die Grenzen der Ausführung sind im vorliegenden Fall zu schnell bemerkbar.

Großes Lob gilt in den meisten Liedern dem Pianisten Dan Deutsch. Er verleiht den einzelnen Interpretationen durch sein differenziertes Klavierspiel immer eine prägnant gezeichnete Grundstimmung und verstärkt so die Unzulänglichkeit der Singstimme auf. Dabei ‚verrät’ Deutsch seinen Partner aber nicht, sondern bleibt mit ihm auf einer Wellenlänge.

Die CD wird glücklicherweise ergänzt durch Lieder von Henri Duparc, Claude Debussy, Reynaldo Hahn und Francis Poulenc. D’Ors Stimme passt nicht nur wesentlich besser in diese Klangwelt, hier ist auch die Durchdringung der Werke – allen voran in Debussys 'Beau soir' – deutlich zu hören. Die Stimme zeigt Differenzierungen, die sie zuvor fast immer schuldig blieb. Pianist und Sänger verschmelzen hier zu einer Einheit.

Man ist dankbar, dass die Werke der französischen Komponisten erklingen, denn sie versöhnen mit der 'Dichterliebe'. Diese wird dadurch nicht hörenswerter, aber der Sänger kann am Ende der CD doch noch mit seinem Können überzeugen.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Thoughts Observed: Lieder von Schumann, Duparc, Debussy u.a.

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Naxos
1
09.06.2017
EAN:

747313378074


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Naxos

Als der Unternehmer Klaus Heymann 1982 für seine Frau, die Geigerin Takako Nishizaki in Hongkong das Plattenlabel Marco Polo gründete, war dies der Beginn einer beispiellosen Erfolgsgeschichte. Fünf Jahre später rief Heymann das Label NAXOS ins Leben, das in der Klassikwelt längst zur festen Größe geworden ist und es bis heute versteht, hohe Qualität zu günstigen Preisen anzubieten. Der einzigartige und sich ständig erweiternde Katalog des Labels umfasst mittlerweile über 8.000 CDs mit mehr als 130.000 Titeln - von Kostbarkeiten der Alten Musik über sämtliche berühmten "Klassiker" bis hin zu Schlüsselwerken des 21. Jahrhunderts. Dabei wird der Klassik-Neuling ebenso fündig wie der Klassikliebhaber oder -sammler. International bekannte Künstler wie das Kodály Quartet, die Geigerin Tianwa Yang, der Pianist Eldar Nebolsin und die Dirigenten Marin Alsop, Antoni Wit, Leonard Slatkin und Jun Märkl werden von NAXOS betreut. Darüber hinaus setzt NAXOS modernste Aufnahmetechniken ein, um höchste Klangqualität bei seinen Produktionen zu erreichen und ist Vorreiter in der Produktion von hochauflösenden Blu-ray Audios - Grund genug für das renommierte britische Fachmagazin "Gramophone", NAXOS zum "Label of the Year" 2005 zu küren. Auch im digitalen Bereich nimmt NAXOS eine Vorreiterrolle ein: Bereits seit 2004 bietet das Label mit der NAXOS MUSIC LIBRARY ein eigenes Streamingportal mit inzwischen über 1 Million Titel an und unterhält mit ClassicsOnline zudem einen eigenen Download-Shop.


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