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Donnerstag, 21. März 2019

Brahms, Johannes - Chorwerke

Sprachlose Liebesbotschaft


Label/Verlag: Ondine
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Auch in Lettland liebt man offenbar Brahms. Und versteht ihn emotional durchaus, auch wenn er nicht allzu textdienlich dargeboten wird.

Vor allem mit neuerer Musik – u.a. des Landsmanns Pēteris Vasks – ist der Chor des Lettischen Rundfunks international auf diversen Labeln gut präsent (neben Ondine auch bei BIS oder Hyperion). Selbstverständlich genügen Klangbildung und Intonationssicherheit des rund 24 Sänger umfassenden Kammer-Ensembles höchsten professionellen Standards: Dirigent Sigvards KĮava lässt in wunderbaren dynamischen Bögen agieren, und das gleichwohl tänzerisch-wogende Spiel der beiden Haus-Pianisten des Chors, Dace KĮava und Aldis Liepiņš, unterstützt den Eindruck vollkommener emotionaler Identifikation aller Musiker mit diesem im bürgerlichen Musikleben der ausgehenden Romantik höchst populären, für Brahms einträglichen und durchaus anspruchsvoll gesetzten Repertoire.

Von der vokalen, musikalischen Qualität her – und der sehr guten Aufnahmetechnik – stünde diese Aufnahme somit fraglos neben, wenn nicht über den mir bekannten Referenzen etwa mit dem Monteverdi Choir unter John Eliot Gardiner (Philips 1992) oder mit prominenten Solisten-Vereinigungen wie Mathis/Fassbaender/Schreier/Fischer-Dieskau (DGG 1981) oder Bonney/Otter/Streit/Bär (EMI 1994). Allerdings werden die Konsonanten derart abgeschliffen zugunsten fast reinen Vokalisierens, dass auch Muttersprachler den Text kaum zu erraten vermögen (man kann ihn allerdings im schön gestalteten, sonst nur englischssprachigen Booklet mitlesen – das Coverbild von Hans Thoma ein passendes Gedicht). Zweiter Wermutstropfen ist der Verzicht auf die solistisch(er) ausgearbeiteten Liebeslieder-Walzer (alleine bei den ‚Neuen‘ op. 65 fehlen damit sieben, bei op. 52 drei; Gardiner etwa lässt in op. 52 Chor-Solisten singen) wie auch das dritte Quartett op. 64. Wer also eine Gesamtaufnahme der Zyklen sucht, wird nicht bedient, und die kurze Spieldauer von knapp unter 50 Minuten enttäuscht außerdem etwas – Platz wäre gewesen!


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    Brahms, Johannes: Chorwerke

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Ondine
1
09.06.2017

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Ondine

The roots of Ondine date back to 1985 when founder Reijo Kiilunen released the very first Ondine album under the auspices of the renowned Finnish Kuhmo Chamber Music Festival. The label's initial mission was to produce one live album at the Festival each season. The fourth album, however, featured Einojuhani Rautavaara's opera Thomas (ODE 704-2), raising major international attention and opening the ground for overseas distribution. Kiilunen, who was running the Festival's concert agency and had begun the recording activity part-time, soon decided to devote himself fully to the development of this new business, producing and editing the first 50 releases himself. Since 2009 the company has been a part of the Naxos Group.

Today Ondine's extensive catalogue includes nearly 600 recordings of artists and ensembles such as conductor and pianist Christoph Eschenbach, conductors Vladimir Ashkenazy, Vasily Petrenko, Mikhail Pletnev, Esa-Pekka Salonen, Hannu Lintu, Jukka-Pekka Saraste, Sakari Oramo, Leif Segerstam and John Storgårds, orchestras such as The Philadelphia Orchestra, Orchestre de Paris, London Sinfonietta, Bavarian Radio Symphony Orchestra, BBC Symphony Orchestra, Los Angeles Philharmonic, Russian National Orchestra, Czech Philharmonic, Finnish Radio Symphony Orchestra, Helsinki Philharmonic and Tampere Philharmonic, sopranos Soile Isokoski and Karita Mattila, baritone Dmitri Hvorostovsky and Gerald Finley, violinist Christian Tetzlaff, violist David Aaron Carpenter, cellist Truls Mørk and pianist Olli Mustonen.

The label has also had a long and fruitful association with Finnish composers Einojuhani Rautavaara, Magnus Lindberg and Kaija Saariaho, having recorded the premieres of many of their works and garnering many awards along the way.


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