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Dienstag, 21. November 2017

Debussy & Ravel - Klaviertrios

Formidable!


Label/Verlag: CAvi-music
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Die neueste Einspielung des Feininger Trios steht ganz im Zeichen der französischen Kammermusik und fasziniert wieder einmal mit einem enorm großen Spektrum von Klangfarben und Nuancen.

Erst im 19. Jahrhundert entwickelte sich in Frankreich eine eigenständige Kammermusiktradition. Um die Wende zum 20. Jahrhundert erreichte diese Bewegung dann ihren Höhepunkt. Mit Claude Debussy und Maurice Ravel hat sich das Feininger Trio, bestehend aus Adrian Oetiker (Klavier) sowie den beiden Mitgliedern der Berliner Philharmoniker Christoph Streuli (Violine) und David Riniker (Violoncello), für seine aktuelle Einspielung die bekannten Rosinen ihrer Besetzung herausgepickt. Nach dem erfolgreichen Ausflug in die tschechische Kammermusik auf ihrer vorherigen Veröffentlichung, widmen sich die drei Musiker nun also den französischen Kompositionen für ihre Besetzung. Beide - sowohl das Klaviertrio in G-Dur von Claude Debussy wie auch das Klaviertrio von Maurice Ravel in a-Moll - gehören zu den immer wieder gespielten Werken der Gattung und sind auch auf dem Plattenmarkt (auch in genau dieser Kombination) gut vertreten. Als zusätzliches Bonbon lockt am Ende Debussys 'Petite Suite', von Cellist David Riniker für die Klaviertrio-Besetzung arrangiert. Erschienen ist auch diese Aufnahme beim Label CAvi-Music.

Debussys Klaviertrio in G-Dur zählt zu seinen frühen Werken. Doch was Debussys spätere Tonsprache ausmachen sollte, deutet sich hier bereits an: der zu dieser Zeit völlig neue Umgang mit Harmonien und die teilweise gänzliche Auflösung der strengen Form zugunsten von Klangfarbe und Stimmung. Im 'Andante espressivo' gelingt dem Ensemble ein wunderbares Wechselspiel und Ineinandergreifen der Stimmen. David Rinikers Celloton zeigt sich im Dialog mit seinen Mitstreitern als auch in solistischen Passagen wunderbar anschmiegsam und warm, sowohl in tiefen wie in hohen Lagen. Scheinbar mühelos wird zwischen den unterschiedlichen Ausdrucksgehalten gewechselt, von energiegeladen über unruhig zu drängend, was besonders im letzten Satz 'Finale. Appassionato'' herrlich gelingt. Dem Feiniger Trio ist hier wirklich ein ausdrucksstarkes und packendes Spiel zu attestieren.

Ravels Klaviertrio in a-Moll folgt diesem Eindruck. Interessanterweise entstand dieses Stück um 1914, also eindeutig unter dem Einfluss des späteren Debussy. So kann man hier neben der unverkennbaren eigenen Handschrift Ravels durchaus Anklänge an verschiedene Nuancen Debussys erkennen, und auch zuweilen ungarisch anmutende Passagen sind auszumachen. Dies alles verschmilzt Ravel gekonnt zu einem spannungsgeladenen Gesamtwerk. Schon das zarte Thema des ersten Satzes gelingt hier sehr luftig und lyrisch. Das Zusammenspiel der drei Musiker ist wieder scheinbar mühelos, die Akzentuierungen sind genauestens aufeinander abgestimmt und im dynamischen Gefüge wohldosiert. Insbesondere der dritte Satz 'Passacallia' ist sehr einfühlsam musiziert. Die zu Beginn des Satzes stehende Kantilene des Klaviers strahlt eine unglaubliche Ruhe aus, die Adrian Oetiker in seinen sanften Anschlag legt. Die nacheinander einsteigenden Stimmen von Cello und Violine greifen diesen Gestus herrlich auf und gestalten einen langen Spannungsbogen, der in einem musikalischen Höhepunkt gipfelt und schließlich zum Charakter des Satzbeginns zurückführt. Die Durchsichtigkeit der Stimmen bleibt stets bewahrt, sodass jede Stimme mühelos aus dem musikalischen Gesehen hervortreten kann.

Ebenfalls ein Frühwerk Debussys ist die Petite Suite, die in einer Bearbeitung für Klaviertrio von Cellist David Riniker diese Einspielung abrundet. Ursprünglich für Klavier zu vier Händen komponiert, erreichte die spätere Orchesterübertragung von Henri Büsser aus dem Jahr 1907 jedoch weit größere Bekanntheit.
Die hier gebotene Trio-Bearbeitung erweist sich als ebenfalls ausdrucksstarke Besetzung für die kleine Suite. Adrian Oetiker, Christoph Streuli und David Riniker stellen noch einmal ihr ganzes musikalisches Feingefühl unter Beweis: Gut artikuliert, rhythmisch präzise, kraftvoll und farbenreich gestaltet kommen die vier kurzen Sätze daher.

Mit Debussy und Ravel haben sich die Musiker wahrlich keine Unbekannten herausgesucht. Doch es kommt auch darauf an, was man daraus macht. Das Feininger Trio hat hier erneut gezaubert und wahrlich packende Interpretationen vorgelegt. Vom ersten Ton an verschmelzen die drei Instrumente zu einer herrlichen Einheit; die Werke Debussys und Ravels erklingen in lebendigen und atmenden Interpretationen. Mit ihrem enormen Klangfarbenreichtum und dem Sinn für Nuancen erwecket das Ensemble sicherlich manch imaginäres Bild von dem inneren Auge des Zuhörers zum Leben.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Debussy & Ravel: Klaviertrios

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
CAvi-music
1
19.05.2017
EAN:

4260085533176


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CAvi-music

"Es muss nicht viel sein, wenn's man gut ist" heißt die Devise für das Label, das stets den Künstler in den Vordergrund stellt, das partnerschaftlich Projekte realisiert, das persönliche Wünsche und Ideen der Künstler unterstützt, das sich vorwiegend auf Kammermusik konzentriert, das handverlesen schöne Musik in hervorragender Interpretation anbietet, mit einer Künstlerliste, die sich sehen lassen kann. Eine sehr persönliche Sache, die von Herzen kommt !! Außerdem kommen neben dem Label CAvi-music auch die Labels "SoloVoce" und "CAvi-Autentica" aus dem Hause Avi-Service for music.


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