> > > Fuga Magna: Fugen für Streichquartett von Haussmann, Bach, Goldberg und Beethoven
Donnerstag, 19. Juli 2018

Fuga Magna - Fugen für Streichquartett von Haussmann, Bach, Goldberg und Beethoven

Spannende Erzählung


Label/Verlag: CAvi-music
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Was macht eigentlich die Faszination der Fuge aus? Dieser Frage geht das Armida Quartett auf seiner neuesten Einspielung 'Fuga Magna' nach und skizziert dabei einen spannenden Querschnitt über drei Jahrhunderte Fugengeschichte.

Der große Erfolg des Armida Quartetts begann mit dem ersten Preis beim Internationalen Musikwettbewerb der ARD im Jahr 2012. Dieser hat die Karriere des jungen Berliner Streichquartetts mächtig ins Rollen gebracht. Seitdem sind Martin Funda und Johanna Staemmler (Violine), Teresa Schwamm (Viola) und Peter-Philipp Staemmler (Violoncello) auf den großen Konzertpodien Europas unterwegs. Bereits auf ihren vorherigen CDs – mit Werken von Mozart, Beethoven und Schostakowitsch – bewiesen die Vier ihren interpretatorischen Feinsinn und stellen ihn auf dieser Einspielung erneut unter Beweis. Gewiss zählen die vier jungen Musiker nicht zu den alten Hasen; ihre Lesarten belegen jedoch ihre enorme interpretatorische Reife und Geschlossenheit. Im direkten Kontext der Fugen-Thematik bleibt die Transparenz des Klanggefüges stets gewahrt, darüber hinaus überzeugt das Ensemble mit ausgezeichnetem Zusammenspiel und hoher Stilsicherheit.

Auf ihrer neuesten Einspielung widmen sich die Musiker ganz verschiedenen Komponisten und beleuchten die Entwicklung der Fuge. Entstanden ist eine wirklich interessante Zusammenstellung von Fugenwerken Valentin Hausmanns, Alessandro Scarlattis, Johann Sebastian Bachs, Johann Gottlieb Goldbergs, Wolfgang Amadeus Mozarts und Ludwig van Beethovens. Damit nimmt das Ensemble den Hörer mit auf eine Reise durch drei Jahrhunderte. Erschienen ist das Ganze bei CAvi-Music in Co-Produktion mit der BBC.

Die Reise mit Sieben-Meilen-Stiefeln durch das Reich der Fuge beginnt mit den beiden frühesten gedruckten deutschen Werken für Instrumental-Ensemble aus dem Jahr 1602. Sie stammen aus der Feder von Valentin Hausmann. Beinahe meint man, es spiele ein sogenanntes Originalklangensemble, so historisch informiert wird hier musiziert. Der Alte-Musik-Spezialist Reinhard Goebel verfasste nicht nur den Beihefttext zu dieser CD, sondern fungiert auch als Mentor des Quartetts. Seine Stilhinweise spiegeln sich also sicherlich in dieser Lesart der Werke wider.

Bei der Goldbergschen Sonate in c-Moll erhält das Quartett Unterstützung vom Cembalisten Raphael Alpermann. Scheinbar mühelos und wie aufeinander eingespielt fügt er sich in den Quartettklang ein. Die historische Abhandlung (zu hören waren zuvor Fugen von Hausmann, Scarlattis 'Sonata à quattro' No. 4 und Auszüge aus Bachs 'Contrapunctus') hebt ganz deutlich hervor, wie sich die Fuge im direkten Vergleich weiterentwickelt hat. Auch wird deutlich, wie die verschiedenen Komponisten die Stimmen geführt haben und wie unterschiedlich sie die Koexistenz von Spannung und Ordnung innerhalb des Fugensatzes lösten.

Scheinbar mühelos passen die Musiker ihre Klangfarbe der Zeit der Werksentstehung an und beenden ihre Reise schließlich bei Beethoven. Als fulminanter Schlusspunkt wird mit dessen 'Großer Fuge' op. 133 dem Höhepunkt der Fugenthematik alle Ehre gemacht. Auch hier brillieren die vier mit Stilsicherheit, perfektem Zusammenspiel und lupenreiner Intonation. Ein dramaturgisch spannendes wie überzeugendes Konzeptalbum, das bei diesem ausgezeichneten musikalischen Niveau gleich noch mehr Hörvergnügen bereithält.

 



Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen? Empfehlen Sie ihn weiter!

Ihre Meinung? Kommentieren Sie diesen Artikel

Jetzt einloggen, um zu kommentieren.
Sind Sie bei klassik.com noch nicht als Nutzer angemeldet, können Sie sich hier registrieren.



Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



Cover vergrößern

    Fuga Magna: Fugen für Streichquartett von Haussmann, Bach, Goldberg und Beethoven

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
CAvi-music
1
19.05.2017
EAN:

4260085533800


Cover vergössern

CAvi-music

"Es muss nicht viel sein, wenn's man gut ist" heißt die Devise für das Label, das stets den Künstler in den Vordergrund stellt, das partnerschaftlich Projekte realisiert, das persönliche Wünsche und Ideen der Künstler unterstützt, das sich vorwiegend auf Kammermusik konzentriert, das handverlesen schöne Musik in hervorragender Interpretation anbietet, mit einer Künstlerliste, die sich sehen lassen kann. Eine sehr persönliche Sache, die von Herzen kommt !! Außerdem kommen neben dem Label CAvi-music auch die Labels "SoloVoce" und "CAvi-Autentica" aus dem Hause Avi-Service for music.


Mehr Info...


Cover vergössern
Jetzt kaufen bei...
Titel bei JPC kaufen


Weitere Besprechungen zum Label/Verlag CAvi-music:

  • Zur Kritik... Guastavino Rachmaninoff: Martin Klett entdeckt Parallelen zwischen Rachmaninow und Guastavino. Weiter...
    (Michaela Schabel, )
  • Zur Kritik... In klassischem Gewand: Unter der Leitung ihres Chefdirigenten Adam Fischer gelingt den Düsseldorfer Symphonikern eine weitere bemerkenswerte Darbietung einer Mahler-Sinfonie, die von großer Ausdruckssicherheit geprägt ist. Weiter...
    (Dr. Uta Swora, )
  • Zur Kritik... Statisch aufgeladen: Cathy Krier untermauert ihre Kompetenz in Sachen pianistische Moderne. Weiter...
    (Thomas Gehrig, )
blättern

Alle Kritiken von CAvi-music...

Weitere CD-Besprechungen von Yvonne Rohling:

  • Zur Kritik... Im Kompositionsjahr vereint: Geigerin Arabella Steinbacher stellt zwei Violinwerke aus dem Jahr 1939 gegenüber. Den beiden Konzerten von Benjamin Britten und Paul Hindemith verleiht sie dabei leider zu wenig Persönlichkeit. Weiter...
    (Yvonne Rohling, )
  • Zur Kritik... Ungehörtes: Das Monte Piano Trio portraitiert auf seiner neuesten Einspielung drei Komponistinnen. Im Mittelpunkt steht die Weltersteinspielung eines Trios von Natalie Klouda, das dieser Produktion auch den Titel gibt: 'Triptych'. Weiter...
    (Yvonne Rohling, )
  • Zur Kritik... Zweiter Streich: Der Pianist Lars Vogt geht mit seinem Beethoven-Zyklus in die nächste Runde. Für das Tripelkonzert holt er sich die Tetzlaff-Geschwister mit ins Boot. Weiter...
    (Yvonne Rohling, )
blättern

Alle Kritiken von Yvonne Rohling...

Weitere Kritiken interessanter Labels:

  • Zur Kritik... Juwelen für den Konzertsaal: Juliane Banse und Sebastian Weigel lassen mit Werken von Marx, Braunfels, Pfitzner und Korngold originale Orchesterlieder erstrahlen. Weiter...
    (Silke Meier-Künzel, )
  • Zur Kritik... Ein Wort weniger wäre mehr: Die verdienstvollen Einspielungen der 1990er-Jahre haben kaum von ihrem Reiz verloren – doch auch nichts von ihren Mängeln. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
  • Zur Kritik... Erlesen: The Sixteen sind unterwegs in erfreulichen Purcell-Erkundungen, die weniger bekanntes Repertoire ins Zentrum rücken und unterstreichen, dass der Komponist ein Meister aller Klassen war. Weiter...
    (Dr. Matthias Lange, )
blättern

Alle CD-Kritiken...

Magazine zum Downloaden

Class aktuell (2/2018) herunterladen (3463 KByte) NOTE 1 - Mitteilungen (7/2018) herunterladen (3001 KByte)

Anzeige

Jetzt im klassik.com Radio

Henri Marteau: Huit Melodies op.19 - A Douarnenez en Bretagne

CD kaufen


Empfehlungen der Redaktion

Die Empfehlungen der klassik.com Redaktion...

Diese Einspielungen sollten in keiner Plattensammlung fehlen

weiter...


Portrait

Isabelle van Keulen im Portrait "Mir geht es vor allem um Zwischentöne"
Isabelle van Keulen im Gespräch mit klassik.com über ihre Position als Artist in Residence der Deutschen Kammerakademie Neuss am Rhein, historische Aufführungspraxis und das Spielen ohne Dirigent.

weiter...
Alle Interviews...


Sponsored Links

Anzeige

Hinweis:

Mit Namen oder Initialen gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers, nicht aber unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Die Bewertung der klassik.com-Autoren:

Überragend
Sehr gut
Gut
Durchschnittlich
Unterdurchschnittlich