> > > Nielsen & Prokofjew: Bläserquintette
Sonntag, 20. August 2017

Nielsen & Prokofjew - Bläserquintette

Spannungsvolle Virtuosität


Label/Verlag: CAvi-music
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Mit zwei klanggewaltigen und ausdrucksvoll präsentierten Bläserquintetten von Nielsen und Prokofjew kombiniert der Live-Mitschnitt des Heimbacher Kammermusikfestivals 2016 Virtuosität, Leidenschaft und Spielfreude auf musikalisch hohem Niveau.

Ein Wasserkraftwerk ist als Austragungsort für klassische Konzerte schon eine Besonderheit, die aus dem Rahmen des Alltäglichen heraussticht. 1998 hat der Pianist Lars Vogt die malerische Kulisse in der Eifel ausgewählt, um ein Kammermusikfest ins Leben zu rufen, das unter dem Titel ‚Spannungen‛ nun bereits seit 20 Jahren Musiker von Rang und Namen zusammenführt und sich großer Beliebtheit erfreut. Die vorliegende Aufnahme ist ein Live-Mitschnitt des Konzertes von 2016, der 2017 beim Label CAvi-music veröffentlicht wurde. Auf dem Programm standen zwei Bläserquintette von Nielsen und Prokofjew, die mit den Entstehungsjahren 1922 und 1924 beinahe zur selben Zeit komponiert wurden, doch sowohl in ihrer Klangsprache als auch im Charakter höchst unterschiedlich sind und dabei dem Titel des Festivals alle Ehre machen.

Virtuosität zwischen Kammermusik und Sinfonik

Im Gegensatz zu der bekannten Gattung des Streichquartetts, die stets aus der Kombination von 2 Violinen, Viola und Cello besteht, ist die Besetzung beim Bläserquintett etwas offener gehalten und lässt den Komponisten mehr Spielraum für ungewöhnliche Zusammensetzungen. Das klassische Holzbläserquintett vereint die Instrumente Flöte, Oboe, Klarinette, Fagott und Horn, in einem Blechbläserquintett sind zwei Trompeten, Posaune, Horn und Tuba vertreten. Mit der Wahl von zwei Bläserquintetten von Nielsen und Prokofjew stellen die Künstler dieser Aufnahme die klassische Besetzung einer eher ungewöhnlichen Kombination gegenüber. Während Nielsens Quartett aus Flöte (Juliette Bausor), Oboe (Steven Hudson), Klarinette (Jean Johnson), Fagott (Theo Plath) und Horn (Kristian Katzenberger) besteht, kombiniert Prokofjew Oboe (Steven Hudson) und Klarinette (Sharon Kam) mit Violine (Elisabeth Kufferath), Viola (Maya Meron) und Kontrabass (Edicson Ruiz). Durch die Gegenüberstellung erlebt der Hörer zwei Effekte: Einerseits wirkt das Quartett Prokofjews klangfarblich wesentlich dunkler, da ihm die charakteristische Helligkeit der Flöte fehlt, die Bassfunktion durch den Kontrabass dagegen noch verstärkt wird. Zum anderen verbindet Prokofjew mit dieser Besetzung Holzbläser und Streicher, so dass der Hörer an einigen Stellen vermeint, ein ganzes Orchester zu hören statt nur eine kammermusikalische Besetzung. Einem Hörer, der beim Genuss der Aufnahme die Augen schließt, mag sich dieses Erlebnis besonders reizvoll darstellen.

Spielfreude und Ausdrucksvielfalt auf höchstem Niveau

Was die Aufnahme in erster Linie zu einem besonderen Hörgenuss und einer Bereicherung der CD-Sammlung macht, ist allerdings weder die wunderschöne Kulisse, die vor dem inneren Auge des Zuhörers entsteht, noch die geschickte Dramaturgie der Werke und ihre kompositorischen Raffinessen, sondern die außerordentliche musikalische Leistung der Solisten. Die Musiker überzeugen sowohl durch ein perfekt aufeinander abgestimmtes Ensemblespiel und einen stets transparenten, ausbalancierten Klang als auch durch die prägnante Präsentation unterschiedlichster Stimmungen. Im Nielsen-Quartett ist beispielsweise der Gegensatz zwischen den ersten beiden Sätzen sehr reizvoll und auch unterhaltsam anzuhören, wenn einem eher ernsthaften und harmonisch vielseitigen Kopfsatz ein Menuett folgt, das in seinem Witz, seiner melodischen Eingängigkeit und seiner Verspieltheit eher einem Scherzo ähnelt und in seiner Charakteristik einen Charme versprüht, der weniger an den kühlen Norden, sondern eher an die Kaffeehausatmosphäre Wiens erinnert. Der dritte Satz ist als Thema mit Variationen konzipiert und gibt jedem Musiker die Gelegenheit, solistisch hervorzutreten und sein Können in aller Offenheit unter Beweis zu stellen. Es wirkt so, als wollten die Solisten einander mit jeder Variation mehr übertrumpfen, so dass der Zuhörer oft nur staunen kann. Sei es die ebenso spielerische wie atemberaubende Virtuosität der Flöte, die halsbrecherische Geläufigkeit der Klarinette oder der charakteristisch weiche, intonatorisch blitzsaubere Ton des Horns - die Musiker sind jeder klangfarblichen und spieltechnischen Anforderung des Komponisten gewachsen und wissen zu jedem Zeitpunkt, wie sie der Musik Leben einhauchen können: ein großer Genuss für alle Kammermusikfans.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Nielsen & Prokofjew: Bläserquintette

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
CAvi-music
1
16.06.2017
EAN:

4260085533855


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CAvi-music

"Es muss nicht viel sein, wenn's man gut ist" heißt die Devise für das Label, das stets den Künstler in den Vordergrund stellt, das partnerschaftlich Projekte realisiert, das persönliche Wünsche und Ideen der Künstler unterstützt, das sich vorwiegend auf Kammermusik konzentriert, das handverlesen schöne Musik in hervorragender Interpretation anbietet, mit einer Künstlerliste, die sich sehen lassen kann. Eine sehr persönliche Sache, die von Herzen kommt !! Außerdem kommen neben dem Label CAvi-music auch die Labels "SoloVoce" und "CAvi-Autentica" aus dem Hause Avi-Service for music.


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