> > > Laks, Szymon: Streichquartette Nr. 3-5
Mittwoch, 20. Februar 2019

Laks, Szymon - Streichquartette Nr. 3-5

Pioniere erfüllen höchste Ansprüche


Label/Verlag: DUX
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Das polnische Streichquartett Messages versteht seinen Namen als Programm und macht sich zum Anwalt der zu Unrecht Vergessenen – dazu zählt Szymon Laks.

Der aus Warschau stammende polnische Komponist, Geiger und Schriftsteller Szymon Laks (1901–1983) studierte bis zum Ausbruch des zweiten Weltkrieges in Wien und Paris Komposition und Orchesterleitung. 1941 wurde er in Paris verhaftet, die Jahre von 1942 bis zum Kriegsende verbrachte er in Auschwitz Birkenau. Dass er überlebte, verdankt er seiner Funktion als Leiter des Lagerorchesters. 1945 wurde Paris zu seiner Wahlheimat, die Vergangenheitsbewältigung als Schriftsteller zu seiner eigentlichen Tätigkeit. Zahlreiche seiner Werke aus der Vorkriegszeit sind verschollen. Es entstanden nur noch gelegentlich neue Werke. Dazu zählen die Streichquartette Nr. 3 bis 5.

Schon während seiner Studienzeit bekannte sich Laks zum Neoklassizismus. Der Komponist und Landsmann Alexandre Tansman war für ihn Freund und Vorbild. Davon rückte er auch nach dem Krieg nicht ab. Das 1945 komponierte Streichquartett Nr. 3 überschrieb er mit dem programmatischen Titel 'On Polish Folk Themes'. Das Messages Streichquartett agiert im Grundtenor überraschend spritzig-leicht, formt die den vier Sätzen immanente Melancholie nicht minder inniglich-intensiv, ohne zu verschleppen, und spielt die folkloristischen Tanzpassen mitreißend spielvergnügt. Im 4. Streichquartett (1962) experimentierte Laks in drei Sätzen mit Elementen des Blues, der Salonmusik und des Jazz. Streichquartett Nr. 5 (1963) erinnert an den Kompositionsstil von Schostakowitsch. Die Interpretationen der vier Musikerinnen gelingen in jedem Moment exzellent, mitreißend und ausdrucksreich musikalisch.


Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen? Empfehlen Sie ihn weiter!

Ihre Meinung? Kommentieren Sie diesen Artikel

Jetzt einloggen, um zu kommentieren.
Sind Sie bei klassik.com noch nicht als Nutzer angemeldet, können Sie sich hier registrieren.



Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



Cover vergrößern

    Laks, Szymon: Streichquartette Nr. 3-5

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
DUX
1
26.06.2017
EAN:
5902547012865

Cover vergössern

DUX

Das polnische Label DUX wurde 1992 von Malgorzata Polanska und Lech Tolwinski, beides Absolventen der Toningenieur-Fakultät der Frédéric Chopin Musikakademie in Warschau, gegründet. Hauptanliegen war die Produktion von Aufnahmen mit klassischer Musik, wobei man von Anfang an höchste Ansprüche an künstlerische und technische Standards stellte.Viele Aufnahmen von Dux erlangten sowohl in Polen als auch im Ausland breites Interesse bei Publikum und Kritik, die sich in zahlreichen Preisen und Auszeichnungen widerspiegelt.

Ein Schwerpunkt des Labels ist natürlich das reiche musikalische Erbe Polens, das weitaus mehr umfasst als Chopin oder Penderecki. Im Katalog finden sich daher neben bekannteren Namen wie Wieniawski, Szymanowski oder Lutoslawski auch zahlreiche hierzulande bislang weniger bekannte oder völlig unbekannte Komponisten von der Renaissance bis zur Gegenwart, wie Ignaz Jan Paderewski, der Klaviervirtuose und spätere Premier- und Außenminister der Zweiten Polnischen Republik oder Stanislaw Moniuszko, ein Zeitgenosse Verdis und Schöpfer der polnischen Nationaloper. Aber auch zahlreiche polnische Künstler, Ensembles und Orchester gilt es bei DUX zu entdecken, darunter international renommierte Namen wie beispielsweise die gefeierte Altistin Ewa Podles.


Mehr Info...


Cover vergössern
Jetzt kaufen bei...
Titel bei JPC kaufen


Weitere Besprechungen zum Label/Verlag DUX:

  • Zur Kritik... Ziemlich gewaltig: Der Pianist Radoslaw Sobczak veröffentlicht eine Szymanowski-Platte mit der gewaltigen, beeindruckenden zweiten Klaviersonate und anderen Klavierwerken. Weiter...
    (Jan Kampmeier, )
  • Zur Kritik... Violinmusik des 20. Jahrhunderts: Karolina Piatkowska-Nowicka (Violine) und ihr Bruder Piotr Nowicki (Klavier) legen ihre Interpretation von Werken von Debussy, Prokofjew und Lutoslawski vor. Weiter...
    (Manuel Stangorra, )
  • Zur Kritik... Aufkeimen einer neuen Zeit: Marek Szlezer gibt hier eine ziemlich eindrucksvolle Kostprobe der selten zu hörenden Frühwerke für Klavier von Karol Szymanowski. Weiter...
    (Jan Kampmeier, )
blättern

Alle Kritiken von DUX...

Weitere CD-Besprechungen von Christiane Franke:

  • Zur Kritik... Klage-Hymnen der Gegenwart: Mit eindringlich leisen Tönen demaskiert David Lang den Patriotismus, der als Triebfeder ruhmreicher Taten in den Hymnen der Länder die grundsätzlich latente Angst des Menschen und seine Unfähigkeit zur friedlichen Gemeinschaft überdeckt. Weiter...
    (Christiane Franke, )
  • Zur Kritik... Extreme voller Poesie: Der CD-Titel 'Shadows' ist Programm. Das Tana Quartett schärft die Wahrnehmung für Schattierungen hinter dem Ton. Weiter...
    (Christiane Franke, )
  • Zur Kritik... Vollmundig strahlend: Vertraut mit skandinavischen Chormeistern, begeistert der Madrigalchor Kiel unter der Leitung von Friederike Woebken. Weiter...
    (Christiane Franke, )
blättern

Alle Kritiken von Christiane Franke...

Weitere Kritiken interessanter Labels:

  • Zur Kritik... Weltreise: Eine Calmus-Platte voller Saft und Kraft, mit starken Einzelstimmen, die sich zu einem unverwechselbaren Ganzen formen. Weiter...
    (Dr. Matthias Lange, )
  • Zur Kritik... Klassische Moderne aus Schweden: Wer keinen Revolutionär sucht, dürfte an der Dritten Sinfonie von Lars-Erik Larsson seine Freude haben. Weiter...
    (Dr. Aron Sayed, )
  • Zur Kritik... Aller guten Dinge: Für sein aktuelles Label Ondine hat Christian Tetzlaff 2016 seine persönlich dritte und wohl expressivste Version von Bachs Zyklus für Violine solo eingespielt. Weiter...
    (Dr. Hartmut Hein, )
blättern

Alle CD-Kritiken...

Magazine zum Downloaden

NOTE 1 - Mitteilungen (2/2019) herunterladen (2500 KByte)

Anzeige

Empfehlungen der Redaktion

Die Empfehlungen der klassik.com Redaktion...

Diese Einspielungen sollten in keiner Plattensammlung fehlen

weiter...


Portrait

Christian Euler im Portrait "Melancholie ist die höchste Form des Cantabile"
Bratschist Christian Euler im Gespräch mit klassik.com über seine Lehrer, seine neueste SACD und seine künstlerische Partnerschaft zum Pianisten Paul Rivinius.

weiter...
Alle Interviews...


Anzeige

Hinweis:

Mit Namen oder Initialen gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers, nicht aber unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Die Bewertung der klassik.com-Autoren:

Überragend
Sehr gut
Gut
Durchschnittlich
Unterdurchschnittlich