> > > Crusell, Bernhard: Klarinettenquartette
Donnerstag, 14. Dezember 2017

Crusell, Bernhard - Klarinettenquartette

Finnische Romantik


Label/Verlag: Glossa
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Diese Aufnahme dreier Klarinettenquartette Bernhard Crusells ist nicht nur ein bedeutender diskographischer Beitrag, sondern aufgrund des bemerkenswerten Stilgefühls der Musiker auch interpretatorisch äußerst gelungen.

Die Klarinettenkonzerte und Klarinettenquartette des Finnen Bernhard Crusell (1775–1838) sind unter Klarinettenfreunden seit langem bekannt und beliebt. Als Hofmusiker in Stockholm war er dem zentraleuropäischen Musikleben eng verbunden; so ist er stilistisch teils Schubert, Spohr oder Weber, aber auch Kraus, Mozart und Danzi nicht fern. Leider erfahren wir im ansonsten sehr informativen Booklettext (aus der Hand des Solisten Eric Hoeprich) nicht, wie viele Klarinettenkammermusikwerke insgesamt Crusell geschaffen hat – das kompositorische Schaffen (vor allem von Instrumentalmusik) war jedoch offenbar keineswegs seine Hauptbeschäftigung.

Die drei Quartette opp. 2, 4 und 7 erschienen in dem kurzen Zeitraum 1811–1823 und zeigen einen Komponisten der Romantik, der harmonisch durchaus experimentierfreudig ist, herrliche Kantilenen schaffen kann, aber gleichzeitig über starkes Traditionsbewusstsein verfügt. Alle drei Werke sind traditionell viersätzig und bieten in diesem Rahmen Satzgestalten, die ganz dem Wesen ihrer Zeit entsprechen; Scherzi waren Crusells Sache noch nicht, er war noch ein Anhänger des Menuetts als bewegtem Binnensatz.

Wegen der heiklen Balance zwischen der Klarinette und dem Streichtrio ist die Zahl der historisch informierten Einspielungen von Klarinettenquartetten allgemein und jenen von Crusell im Besonderen überschaubar; es scheint ausgesprochen schwierig zu sein, sowohl in der Tonfarbe als auch bezüglich der Intonation ein rundum harmonisches Ganzes zu schaffen. Der Klarinettist Eric Hoeprich und Catherine Manson (Violine), John Crockatt (Viola) und Jonathan Manson (Violoncello) vom London Haydn Quartet haben so einen umso bedeutenderen diskografischen Beitrag geschaffen.

Die verwendeten Klarinetten basieren auf Heinrich Grenser-Instrumenten (Dresden) mit wunderbar warmem und harmonischem Klang, der sich sehr fein mit den drei Streichern mischt; jedes der drei Streichinstrumente (die im Booklet leider nicht eigens genannt werden, im Gegensatz zu den Klarinetten) kann seine eigene ‚Persönlichkeit‘ mit einbringen; der große Vorteil einer festen Kammermusikformation (des London Haydn Quartet) kommt sozusagen unmittelbar zu seinem Recht, und auch Hoeprichs jahrzehntelange Erfahrung mit historischen Instrumenten kommt der Interpretation unmittelbar zugute. Das ist Kammermusik vom Feinsten, ein stetes sensibles Zuhören und Mit-Fühlen, das organisch zu in sich runden Gesamtergebnissen führt. Das Stilgefühl der Musiker ist bewundernswert, ihr Miteinander wird nachgerade haptisch spürbar. Hierzu trägt auch die Aufnahmetechnik bei, die das Ensemble und den einzelnen gleichermaßen zu ihrem Recht kommen lässt.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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    Crusell, Bernhard: Klarinettenquartette

Label:
Anzahl Medien:
Glossa
1
EAN:

8424512201090


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Glossa

Spaniens renommiertestes Klassiklabel wurde 1992 von Carlos Céster und den Brüdern José Miguel und Emilio Moreno gegründet. Sein "Hauptquartier" hat es in San Lorenzo del Escorial in den Bergen nahe Madrid. Zahlreiche herausragende Künstler und Ensembles aus dem Bereich der Alten Musik (z.B. Frans Brüggen und das Orchestra of the 18th Century, La Venexiana, Paolo Pandolfo, Hervé Niquet und sein Concert Spirituel u.v.a.) finden sich im Katalog des Labels. Doch machte GLOSSA von Anfang an auch wegen der innovativen Gestaltung und Produktionsverfahren von sich reden. Zu nennen wären hier die Einführung des Digipacks auf dem Klassikmarkt und dessen konsequente Verwendung, der Einsatz von Multimedia Tracks oder die Platinum-Serie mit ihrem avantgardistischen Design. Innerhalb der vergangenen knapp zwei Jahrzehnte konnte GLOSSA so zu einem der interessantesten Klassiklabels auf dem Markt avancieren. Zu verdanken ist dies nicht zuletzt auch dem Spiritus rector und Gesicht des Labels, Carlos Céster.


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