> > > Händel, Georg Friedrich: Neun Deutsche Arien
Freitag, 29. Mai 2020

Händel, Georg Friedrich - Neun Deutsche Arien

Lebendige vokale Barockkunst


Label/Verlag: Accent
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Händels 'Neun deutsche Arien' werden durch Marie Friederike Schöder und die Batzdorfer Hofkapelle gründlich von akademischen Staub befreit.

Händels 'Neun Deutsche Arien' auf Texte von Barthold Heinrich Brockes (der Titel ist nicht authentisch) sind zwar für Sängerinnen der Alte-Musik-Szene so etwas wie ein Muss, doch nicht immer steht das Textverständnis der Gesänge im Zentrum der Interpretation. Marie Friederike Schöder stellt zusammen mit der Batzdorfer Hofkapelle genau diesen Bereich mit großer Differenziertheit ins Zentrum ihrer 2016 entstandenen Einspielung. Dabei sind die Arien thematisch zu jeweils drei Stücken gruppiert – ‚Moral‘, ‚Natur-Schwärmerei‘ und ‚Stille Sehnsucht-Liebe‘ – und zwischen diesen steuert die Batzdorfer Hofkapelle die Sonate g-Moll op. 1 Nr. 6 und zwei von Händels um 1730 entstandenen Stücken für die Spieluhr von Charles Clay bei.

Das Gesamtergebnis ist eine ausgesprochen erfreulich lebendige, nie akademisch-langweilige Produktion, in der die hohen Qualitäten aller Musiker auf das Schönste zur Geltung kommen. Allerdings ist die Aufnahmetechnik zumeist etwas zu direkt, so dass jede musikalische Steigerung etwa Schöders, aber auch der einzelnen Ensemblemitglieder aus dem harmonischen Ganzen etwas heraussticht. So hat man gelegentlich den Eindruck, den Musikern quasi auf dem Schoß zu sitzen.


Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen? Empfehlen Sie ihn weiter!

Ihre Meinung? Kommentieren Sie diesen Artikel

Jetzt einloggen, um zu kommentieren.
Sind Sie bei klassik.com noch nicht als Nutzer angemeldet, können Sie sich hier registrieren.



Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



Cover vergrößern

    Händel, Georg Friedrich: Neun Deutsche Arien

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Accent
1
02.06.2017
Medium:
EAN:
CD
4015023243262

Cover vergössern

Accent

Schon bei der Gründung des Labels 1979 durch Andreas Glatt war klar, dass ACCENT sich fast ausschließlich mit Alter Musik in historischer Aufführungspraxis beschäftigen würde. Die Künstler, die für ACCENT aufnehmen oder aufgenommen haben, gehörten von Anfang an zu den renommiertesten Interpreten der "Alte-Musik-Szene": darunter die Brüder Barthold, Sigiswald und Wieland Kuijken, René Jacobs, Jos van Immerseel, Maria Cristina Kiehr mit La Colombina, Paul Dombrecht, Marcel Ponseele mit seinem Ensemble Il Gardellino, aber auch jüngere Künstler wie Ewald Demeyere und sein Bach Concentus, das Ensemble Private Musicke mit Pierre Pitzl oder das Amphion Bläseroktett. Der ACCENT-Katalog möchte den neugierigen Musikfreund auf eine Reise durch die Welt der Alten Musik mitnehmen. Dabei wird er, neben ausgewählten Standardwerken, nicht selten Stücken begegnen, die kaum im Konzertbetrieb oder auf CD anzutreffen sind. Erstaunlicherweise stammen sie nicht nur von wenig bekannten Komponisten, sondern auch von so großen Namen wie Johann Sebastian Bach oder Georg Philipp Telemann. Diese Raritäten werden für ACCENT nicht allein um ihres Seltenheitswerts aufgenommen, sondern vielmehr, weil sie wichtige, bislang sträflich vernachlässigte Werke sind, deren Entdeckung zu einem persönlichen Anliegen der Interpreten wurde.


Mehr Info...


Cover vergössern
Jetzt kaufen bei...
Titel bei JPC kaufen


Weitere Besprechungen zum Label/Verlag Accent:

  • Zur Kritik... Im Sog der Affekte: Mit einem Ausnahmekünstler wie Christophe Dumaux und dem dynamischen FestspielOrchester Göttingen unter Laurence Cummings macht so ein Händel-Arien-Konzert durchweg Freude. Weiter...
    (Benjamin Künzel, )
  • Zur Kritik... Voller Wärme: Julia Böhme singt Vivaldi und Händel auf höchstem Niveau. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
  • Zur Kritik... Schütz, schlicht und klar: Sigiswald Kuijken wendet sich einer der Wurzeln seiner jahrzehntelangen hochinspirierten musikalischen Arbeit zu: Heinrich Schütz wird mit schlichter, auf Klarheit zielender Geste lebendig gemacht. Weiter...
    (Dr. Matthias Lange, )
blättern

Alle Kritiken von Accent...

Weitere CD-Besprechungen von Dr. Jürgen Schaarwächter:

  • Zur Kritik... Im weiten Raum: Die Akustik der St. Paulikirche in Soest fordert Organist Simon Reichert, Gesangssolist Christopher Jung und der Aufnahmetechnik einiges ab. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
  • Zur Kritik... Hölle und Himmel: Ein ambitioniertes, aber nicht ganz gelungenes Projekt des Leipziger Symphonieorchesters. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
  • Zur Kritik... Wie klingt die Bratsche?: Verstörende und betörende Klänge in einer klanglichen Tour de force. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
blättern

Alle Kritiken von Dr. Jürgen Schaarwächter...

Weitere Kritiken interessanter Labels:

  • Zur Kritik... Spätromantische Musik neu entdeckt: Das Künstlerduo Ingolffsson-Stoupel gibt einen sehr gelungenen Einblick in das noch nicht so bekannte französische Repertoire aus der Zeit der Belle Epoque. Weiter...
    (Michaela Schabel, )
  • Zur Kritik... Brillante Cello-Konzerte des Übergangs: Im weitesten Sinne 'vorklassisch' sind diese vier Konzerte dreier deutscher Komponisten. Alexander Rudins durchgängig klangschöne, pulsierende Einspielungen vermitteln die unterschiedlichen Wege im stilistischen Wandel bis 1760. Weiter...
    (Dr. Hartmut Hein, )
  • Zur Kritik... Pulsbeschleuniger mit Gänsehautgarantie: Dieser Essener 'Freischütz' ist ein Tondokument zum Mitfiebern und zum Staunen, wie lebendig Musiktheater und wie aufregend diese altbekannte romantische Geisteroper sein kann. Weiter...
    (Benjamin Künzel, )
blättern

Alle CD-Kritiken...

Magazine zum Downloaden

NOTE 1 - Mitteilungen (4/2020) herunterladen (3000 KByte) Class aktuell (1/2020) herunterladen (4180 KByte)

Anzeige

Jetzt im klassik.com Radio

Josip Stolcer Slavenski: String Quartet No.4 - Grave. Adagio. Moderato. Allegro moderato. Allegro. Presto

CD kaufen


Empfehlungen der Redaktion

Die Empfehlungen der klassik.com Redaktion...

Diese Einspielungen sollten in keiner Plattensammlung fehlen

weiter...


Portrait

Liv Migdal im Portrait "Man spielt mit den Ohren!"
Liv Migdal im Gespräch mit klassik.com.

weiter...
Alle Interviews...


Hinweis:

Mit Namen oder Initialen gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers, nicht aber unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Die Bewertung der klassik.com-Autoren:

Überragend
Sehr gut
Gut
Durchschnittlich
Unterdurchschnittlich