> > > Dance Fantasies: Virtuosen-Klavierwerke von Rameau, Czerny, Chopin u.a.
Sonntag, 22. Juli 2018

Dance Fantasies - Virtuosen-Klavierwerke von Rameau, Czerny, Chopin u.a.

Virtuosenfutter


Label/Verlag: Antes Classics
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Diese Platte fasst viele heiße virtuose Eisen an - ohne sich daran zu verbrennen.

‚Dance Fantasies‘ lautet der Titel des neuen, bei Antes erschienenen Albums der georgisch-deutschen Pianistin Catherine Gordeladze. Außergewöhnlich, was das Repertoire betrifft und technisch überaus anspruchsvoll ist die Auswahl der darauf enthaltenen Stücke, mit der sie chronologisch und stilistisch eine Zeitreise vom Barock bis ins 20. Jahrhundert unternimmt.

Den Ansprüchen gewachsen

Werke von Rameau auf dem modernen Konzertflügel salonfähig gemacht hat der seinerzeit noch als Geheimtipp geltende, inzwischen zum Superstar (wider Willen) avancierte Grigory Sokolov. Dessen Interpretation von 'Les Sauvages' bleibt nach wie vor einzigartig, unter den Kollegen, die das Stück seither aufgegriffen haben (etwa Alexandre Tharaud) kommt Gordeladze dem Niveau Sokolovs aber tatsächlich am nächsten – nicht das schlechteste Kompliment innerhalb der Branche. Dass es sich lohnt, sich mit Rameau auf zeitgenössischen Instrumenten auseinanderzusetzen, hat unter den Komponisten schon Leopold Godowsky (1870-1938) an der Schwelle vom 19. zum 20. Jahrhundert erkannt und zwei Bearbeitungen von Tanzsätzen arrangiert. Wem der Name Godowsky etwas sagt, weiß, dass mit dessen Werken meist extrem hohe technische Anforderungen verbunden sind, die man den Stücken – worin gerade eine der Tücken liegt – oftmals gar nicht anhört. Gordeladze erweist sich diesen Ansprüchen jedoch als gewachsen, und zwar nicht nur hier, sondern auch in der weiteren Godowsky-Transkription von Isaac Albéniz’ Tango D-Dur op. 165/2 und Godowskys Eigenkomposition 'Alt-Wien'. Letztere haben in Vorreiter-Rollen Boris Berezovsky oder auch Marc-André Hamelin ins Konzertrepertoire integriert, hinter dem verschlagenen Wiener Schmäh deren beider Deutungen bleibt Gordeladze allerdings etwas zurück.

Ganz vorn mit dabei

Nicht weniger kerniges Virtuosenfutter sind die zahlreichen Bearbeitungen Sergej Rachmaninovs, deren Gordeladze sich drei ausgesucht hat. Die Kombination aus den Kreisler-Adaptionen von 'Liebesleid' und 'Liebesfreud' bewältigt sie technisch souverän, zudem gelingt es ihr durchgehend, überaus lebendige musikalische Akzente zu setzen. Rubati oder verschärfte Akzentuierungen wirken dabei niemals aufgesetzt, sondern musikalisch klug und schlüssig dosiert. Unter den kursierenden Aufnahmen (z.B. von Boris Berezovsky, Vadim Kholodenko, Vladimir Ashkenazy, Olga Kern) ist sie damit ganz vorn dabei. Auch Chopins drei Walzern op. 34/1 und 2 sowie op. 18 haucht sie permanent kreative Impulse ein und findet neue, ganz eigene Artikulationsaspekte und musikalische Formulierungen. Ravels 'La Valse' bewältigt sie ebenfalls mit souveräner Bravour.

Mit Carl Czernys Walzer-Variationen op. 12 und Franz von Vecseys (1893-1935) 'La Valse triste' (bearbeitet von György Cziffra) finden sich auf dem Album noch zusätzliche Raritäten, die bei Gordeladze ebenfalls von omnipräsenter Verve durchdrungen und in guten virtuosen Händen sind. Trägheit oder Statik gibt es hier nicht, bei ihr führen fast alle Phrasen ein vitales, inspiriertes Eigenleben. Zum noch dazu informativen Booklet kommt eine hohe Tonqualität.



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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Dance Fantasies: Virtuosen-Klavierwerke von Rameau, Czerny, Chopin u.a.

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Antes Classics
1
26.05.2017
EAN:

4014513033529


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Antes Classics

Zu Beginn der 90er Jahre wurde die ANTES EDITION gegründet, in der hochwertige E-Musik auf Tonträger und im Notendruck erscheint unter dem Motto: Hohe Qualität, unvergleichliches Repertoire und Förderung junger Talente. So wird Komponisten und ausübenden Musikern ein kreatives und aktives Forum der klassischen Musik geboten. Veröffentlicht wurden bisher mehr als 250 CD-Produktionen mit ausgefallenen Kammermusikwerken und herausragenden Interpretationen des bekannten Repertoires. Einen besonderen Schwerpunkt stellt eine Reihe zeitgenössischer Werke aus Estland dar. Gerade die Tatsache, dass Estlands Avantgarde nicht an der Richtschnur westlicher Tendenzen in der Neuen Musik zu messen ist, macht sie so interessant.

Eine Vielzahl hervorragender Kritiken und Informationen wurden publiziert.

ANTES EDITION ist ein Label der BELLA MUSICA EDITION JÜRGEN RINSCHLER


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