> > > Mozart, Wolfgang Amadeus: Die Freimaurermusiken
Mittwoch, 19. September 2018

Mozart, Wolfgang Amadeus - Die Freimaurermusiken

Aufgefrischt


Label/Verlag: cpo
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Überfällige neue Würdigung eines nicht zentralen Schaffensbereichs Mozarts.

Für das mittlerweile abgewickelte Label Novalis spielte Martin Haselböck 1991 mit seiner Wiener Akademie Mozarts Freimaurermusik. Nach mehr als 25 Jahren ist es mehr als Zeit für eine Neuaufnahme. War es seinerseits Christoph Prégardien, der den zentralen Tenorsolopart übernahm, ist mit Jan Kobow nun ein etablierter Sänger der jüngeren Generation der souveräne Partner der Salzburger Hofmusik unter Wolfgang Brunner; Maximilian Kiener und David Steffens sind die weiteren Gesangssolisten. Brunner und seine Musiker gehen mit gleicher Frische und Tiefe ans Werk – hier werden aber die einzelnen Instrumentenstimmen noch klarer voneinander abgesetzt.

Die Kantaten 'Laut verkünde unsre Freude' KV 623, 'Die Maurer Freude' KV 471 und 'Dir, Seele des Weltalls' KV 429 (letztere nur als Fragment überliefert und von Franz Beyer stilvoll komplettiert) verbinden Solo/Soli, Männerchor und Orchester kongenial. Die Wahl zwischen Kobow und Prégardien ist vor allem Geschmackssache – und die Entscheidung fällt denkbar schwer. Ähnliches gilt für die Klavierlieder, die Kantaten mit Hammerklavier (das Instrument findet leider keine Erwähnung), aber auch die rein instrumentalen Sätze. Die Individualisierung der einzelnen Instrumentalstimmen bewirkt bei der 'Maurerischen Trauermusik' KV 477 sowie den beiden Sätzen für 2 Bassethörner und Fagott KV 410/411 einen vielleicht kammermusikalischeren Gesamteindruck, während Haselböcks Wiener Akademie insgesamt orchestraler klingt. Hatte Haselböck auch eine kleine Orgel zur Gesangsbegleitung herangezogen, kommt Brunner mit dem Hammerklavier vielleicht einen Deut nüchterner daher. Von besonderem Reiz sind in der neuen CD zwei kleine ‚Fremdkörper‘, das anonyme Lied 'O heil‘ges Band' und vor allem Paul Angerers (1927–2017) 'Fantasie über zwei Mozart-Fragmente' für Klarinetten und Bassetthörner. Leider kam die Veröffentlichung wohl zu spät, als dass der langjährige Leiter des Wiener Concilium Musicum sie noch hätte erleben können.


Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen? Empfehlen Sie ihn weiter!

Ihre Meinung? Kommentieren Sie diesen Artikel

Jetzt einloggen, um zu kommentieren.
Sind Sie bei klassik.com noch nicht als Nutzer angemeldet, können Sie sich hier registrieren.



Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



Cover vergrößern

    Mozart, Wolfgang Amadeus: Die Freimaurermusiken

Label:
Anzahl Medien:
Spielzeit:
cpo
1
62:58
EAN:
BestellNr.:
761203791729
cpo 777 917-2

Cover vergössern

Mozart, Wolfgang Amadeus
 - Kantate Laut verkünde unsre Freude KV 623 - Laut verkünde unsre
 - Kantate Laut verkünde unsre Freude KV 623 - Dieser Gottheit Allmacht
 - Kantate Laut verkünde unsre Freude KV 623 - Lange sollen diese Mauern
 - Kantate Laut verkünde unsre Freude KV 623 - Laut verkünde unsre Freude
 - Zerfließet heut', geliebte Brüder KV 483 -
 - Ihr unsre neuen Leiter KV 484 -
 - Kanonisches Adagio KV 410 -
 - Adagio in B KV 411 -
 - Fantasie über zwei Mozart-Fragmente -
 - Kantate Dir, Seele des Weltalls KV 429 - Dir Seele des Weltalls
 - Kantate Dir, Seele des Weltalls KV 429 - Dir danken wir die Freude
 - Kantate Dir, Seele des Weltalls KV 429 - Dir, Seele des Weltalls
 - Maurerische Trauermusik KV 477 -
 - Lobgesang auf die feierliche Johannesloge KV 148 -
 - Lied zur Gesellenreise KV 468 -
 - Dir ihr des unermesslichen Weltalls KV 619 -
 - Kantate Die Maurer Freude KV 471 - Sehen, wie dem starren Forscherauge
 - Kantate Die Maurer Freude KV 471 - Drum singet und jauchzet ihr Brüder
 - Oh heil'ges Band -


Cover vergössern

Dirigent(en):Brunner, Wolfgang
Interpret(en):Kobow, Jan
Kiener, Maximilian
Steffens, David


Cover vergössern

cpo

Wohl kaum ein zweites Label hat in letzter Zeit soviel internationale Aufmerksamkeit erregt wie cpo. Die Fachwelt rühmt einhellig eine überzeugende Repertoirekonzeption, die auf hohem künstlerischen Niveau verwirklicht wird und in den Booklets eine geradezu beispielhafte Dokumentation erfährt. Der Höhepunkt dieser allgemeinen Anerkennung war sicherlich die Verleihung des "Cannes Classical Award" für das beste Label (weltweit!) auf der MIDEM im Januar 1995 und gerade wurde cpo der niedersächsische Musikpreis 2003 in "Würdigung der schöpferischen Leistungen" zuerkannt.
Besonders stolz macht uns dabei, daß cpo - 1986 gegründet - in Rekordzeit in die Spitze vorgestoßen ist. Das Geheimnis dieses Erfolges ist einfach erklärt, wenn auch schwierig umzusetzen: cpo sucht niemals den Kampf mit den Branchenriesen, sondern füllt mit Geschick die Nischen, die von den Großen nicht besetzt werden, weil sie dort keine Geschäfte wittern. Und aus mancher Nische wurde nach einhelliger Ansicht der Fachwelt mittlerweile ein wahres Schmuckkästchen.
Am Anfang einer Repertoire-Entscheidung steht bei uns noch ganz altmodisch das Partituren-lesen, denn nicht alles, was noch unentdeckt ist, muß auch auf die Silberscheibe gebannt werden. Andererseits gibt es - von der Renaissance bis zur Moderne - noch sehr viele wahre musikalische Schätze zu heben, die oft näher liegen, als man meint. Unsere großen Werk-Editionen von Pfitzner, Korngold, Hindemith oder Pettersson sind nicht umsonst gerühmt worden. In diesem Sinne werden wir fortfahren.
Letztendlich ist unser künstlerisches Credo ganz einfach: Wir machen die CDs, die wir schon immer selbst haben wollten. Seien Sie herzlich zu dieser abenteuerlichen Entdeckungsfahrt eingeladen!


Mehr Info...


Cover vergössern
Jetzt kaufen bei...


Weitere Besprechungen zum Label/Verlag cpo:

  • Zur Kritik... Blühende Viola: Standard-Bratschen-Repertoire aus dem Biotop der Wiener Klassik: Andra Darzina liefert als Solistin und Dirigentin eine 'professorale' Referenz-Einspielung in sehr gutem Klangbild. Weiter...
    (Dr. Hartmut Hein, )
  • Zur Kritik... Auf die schottische Art: Schottische Volkslieder werden in der vorliegenden Interpretation von drei Klaviertrios Leopold Kozeluchs eher als exotisches Beiwerk denn als essenzieller Teil der Musik gesehen. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
  • Zur Kritik... Nicht ganz erste Wahl: Am stärksten überzeugt Howard Griffiths hier mit Raritäten aus der Feder Carl Maria von Webers. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
blättern

Alle Kritiken von cpo...

Weitere CD-Besprechungen von Dr. Jürgen Schaarwächter:

  • Zur Kritik... Harmonisch spannend: Ein zu Unrecht vergessener Lokalkomponist des 18. Jahrhunderts in hinreißender Interpretation. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
  • Zur Kritik... Geburtstagsgeschenk: Christian Thielemanns Interpretation von Bruckners Siebter verblasst fast hinter der vorbildlichen Darbietung von Wagners 'Liebesmahl der Apostel'. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
  • Zur Kritik... Weichgespült: Ein römisches Ensemble versteht seinen Corelli nicht. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
blättern

Alle Kritiken von Dr. Jürgen Schaarwächter...

Weitere Kritiken interessanter Labels:

  • Zur Kritik... Harmonisch spannend: Ein zu Unrecht vergessener Lokalkomponist des 18. Jahrhunderts in hinreißender Interpretation. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
  • Zur Kritik... Kernbestand: Paulin Bündgen und das Ensemble Clematis mit einem kenntnisreichen Blick auf vielgestaltiges Repertoire: Ein schönes Porträt von Ensemble und Solist. Weiter...
    (Dr. Matthias Lange, )
  • Zur Kritik... Maximale Klarheit: Iván Fischer und 'sein' Budapest Festival Orchestra demonstrieren mit der e-Moll Sinfonie von Brahms ihre ganze Klasse. Weiter...
    (Dr. Aron Sayed, )
blättern

Alle CD-Kritiken...

Magazine zum Downloaden

NOTE 1 - Mitteilungen (9/2018) herunterladen (3001 KByte) Class aktuell (3/2018) herunterladen (3000 KByte)

Anzeige

Jetzt im klassik.com Radio

Toivo Kuula: Pohjalainen tanssi

CD kaufen


Empfehlungen der Redaktion

Die Empfehlungen der klassik.com Redaktion...

Diese Einspielungen sollten in keiner Plattensammlung fehlen

weiter...


Portrait

 4442 im Portrait Musik ohne Grenzen
Programme abseits der Konventionen beim Festival Printemps des Arts de Monte-Carlo

weiter...
Alle Interviews...


Sponsored Links

Anzeige

Hinweis:

Mit Namen oder Initialen gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers, nicht aber unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Die Bewertung der klassik.com-Autoren:

Überragend
Sehr gut
Gut
Durchschnittlich
Unterdurchschnittlich