> > > Rosetti, Antonio: Sinfonien und Klavierkonzerte
Donnerstag, 27. Juli 2017

Rosetti, Antonio - Sinfonien und Klavierkonzerte

Frisch und gediegen


Label/Verlag: cpo
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Johannes Moesus und das Süddeutsche Kammerorchester Pforzheim bereichern die Rosetti-Reihe bei cpo mit einer frischen und musikalisch-dramatischen Umsetzung der Werke. Insgesamt wirkt der Zugang jedoch ein wenig zu gediegen.

Die große cpo-Rosetti-Reihe geht in die nächste Runde: Zwei Sinfonien und ein Klavierkonzert ergänzen die bisherigen Veröffentlichungen. Die Sinfonien entstammen den 1799 erschienenen 'Drei Sinfonien' op. 1, die allerdings teilweise deutlich früher entstanden waren: Die Sinfonie C-Dur wurde vermutlich 1776 komponiert, jene in Es-Dur um 1777/8. Musikalisch können sie mit zeitgleich entstandenen Werken Mozarts durchaus mithalten. Das Süddeutsche Kammerorchester Pforzheim unter Johannes Moesus (der, nicht zuletzt in seiner Eigenschaft als Präsident der Internationalen Rosetti-Gesellschaft, mit verschiedenen Orchestern und für verschiedene Labels schon eine beachtliche Anzahl an Rosetti-CDs vorgelegt hat) bietet frische, lebendige Lesarten, die viel vom Charme und der hohen Qualität der Kompositionen vermitteln.

Leichte bereits frühromantische Momente klingen gelegentlich in dem Ende der 1780er-Jahre entstandenen Klavierkonzert B-Dur (nicht H-Dur, wie Cover und Inlay behaupten) an – vielleicht aber auch, weil Moesus‘ Lesart keine im engeren Sinne historisch informierte, sondern eine musikalisch-dramatische ist. Der Klavierklang klingt ein wenig spitz und sehr brillant – wer ein Hammerklavier im Ohr hat, wird den geradezu direkten Klang des Flügels (Fabrikat nicht genannt) ein wenig ungewohnt finden, doch bietet Nataša Veljković schon relativ bald nicht nur brillante, sondern auch verhalten-lyrische Momente. Die Aufnahmetechnik unterstützt den musikantisch klaren Zugriff.

So weit, so gut. Natürlich wissen wir nicht nur seit Concerto Köln, wie Rosetti auch gespielt werden kann. Die Interpretationen unter Moesus‘ Leitung bieten eine Gediegenheit, die wir in den Mozart-Aufnahmen von Neville Marriner oder auch Karl Böhm noch finden – doch selbst Ferdinand Leitners Gastspiele in Sachen Haydn bei der Cappella Coloniensis zeigten, dass die Musik des letzten Drittels des 18. Jahrhunderts durch die Wahl historischen Instrumentariums und entsprechender Spielweisen häufig eine bedeutende zusätzliche Dimension gewinnt. So scheinen die für sich gesehenen durchaus beachtlichen Einspielungen denn doch gewissermaßen nicht mehr ganz zeitgemäß. Wen das nicht stört, kann auf eine sichere Bank mit in sich sehr schlüssigen, runden Interpretationen bauen.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen? Empfehlen Sie ihn weiter!

Ihre Meinung? Kommentieren Sie diesen Artikel

Jetzt einloggen, um zu kommentieren.
Sind Sie bei klassik.com noch nicht als Nutzer angemeldet, können Sie sich hier registrieren.



Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



Cover vergrößern

    Rosetti, Antonio: Sinfonien und Klavierkonzerte

Label:
Anzahl Medien:
cpo
1
EAN:

761203785223


Cover vergössern

cpo

Wohl kaum ein zweites Label hat in letzter Zeit soviel internationale Aufmerksamkeit erregt wie cpo. Die Fachwelt rühmt einhellig eine überzeugende Repertoirekonzeption, die auf hohem künstlerischen Niveau verwirklicht wird und in den Booklets eine geradezu beispielhafte Dokumentation erfährt. Der Höhepunkt dieser allgemeinen Anerkennung war sicherlich die Verleihung des "Cannes Classical Award" für das beste Label (weltweit!) auf der MIDEM im Januar 1995 und gerade wurde cpo der niedersächsische Musikpreis 2003 in "Würdigung der schöpferischen Leistungen" zuerkannt.
Besonders stolz macht uns dabei, daß cpo - 1986 gegründet - in Rekordzeit in die Spitze vorgestoßen ist. Das Geheimnis dieses Erfolges ist einfach erklärt, wenn auch schwierig umzusetzen: cpo sucht niemals den Kampf mit den Branchenriesen, sondern füllt mit Geschick die Nischen, die von den Großen nicht besetzt werden, weil sie dort keine Geschäfte wittern. Und aus mancher Nische wurde nach einhelliger Ansicht der Fachwelt mittlerweile ein wahres Schmuckkästchen.
Am Anfang einer Repertoire-Entscheidung steht bei uns noch ganz altmodisch das Partituren-lesen, denn nicht alles, was noch unentdeckt ist, muß auch auf die Silberscheibe gebannt werden. Andererseits gibt es - von der Renaissance bis zur Moderne - noch sehr viele wahre musikalische Schätze zu heben, die oft näher liegen, als man meint. Unsere großen Werk-Editionen von Pfitzner, Korngold, Hindemith oder Pettersson sind nicht umsonst gerühmt worden. In diesem Sinne werden wir fortfahren.
Letztendlich ist unser künstlerisches Credo ganz einfach: Wir machen die CDs, die wir schon immer selbst haben wollten. Seien Sie herzlich zu dieser abenteuerlichen Entdeckungsfahrt eingeladen!


Mehr Info...


Cover vergössern
Jetzt kaufen bei...


Weitere Besprechungen zum Label/Verlag cpo:

  • Zur Kritik... Kongeniale Klangwucherungen: Auch die vierte Folge der cpo-Reihe mit Orgelwerken Max Regers macht der Organist Gerhard Weinberger zu einem unverzichtbaren Schmuckstück der Reger-Diskographie. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
  • Zur Kritik... Dazwischen: Manfred Cordes plädiert mit Weser-Renaissance Bremen gewichtig für Tobias Michael und dessen Musik: Eine hochklassige, eine lebendige, im besten Sinne sprechende Interpretation. Weiter...
    (Dr. Matthias Lange, )
  • Zur Kritik... Mayer, E., Komponistin: Zwei 1861 publizierte und nun erstmals eingespielte Klaviertrios unterstreichen die Wertschätzung, die Emilie Mayer (1812-1883) als Komponistin Mitte des 19. Jahrhunderts erfuhr - trotz Schwächen ihrer heutigen Interpretation. Weiter...
    (Dr. Hartmut Hein, )
blättern

Alle Kritiken von cpo...

Weitere CD-Besprechungen von Dr. Jürgen Schaarwächter:

  • Zur Kritik... Kein Akademist: Sam Haywoods Annäherung an diese Klavierwerke von Charles Villiers Stanford ist feinfühlig, aber legt ihren ganz besonderen Reiz doch nicht ganz frei. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
  • Zur Kritik... Schein und Wahrheit: Diese Aufnahme macht mit frühen Werken von Mátyás Seiber bekannt, die noch in Ungarn entstanden sind. Sie sind von inspiriertem Geist erfüllt, kurzweilig und dicht. Nur leider hört das Vergnügen schon viel zu bald wieder auf. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
  • Zur Kritik... Finnische Romantik: Diese Aufnahme dreier Klarinettenquartette Bernhard Crusells ist nicht nur ein bedeutender diskographischer Beitrag, sondern aufgrund des bemerkenswerten Stilgefühls der Musiker auch interpretatorisch äußerst gelungen. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
blättern

Alle Kritiken von Dr. Jürgen Schaarwächter...

Weitere Kritiken interessanter Labels:

  • Zur Kritik... Kein Akademist: Sam Haywoods Annäherung an diese Klavierwerke von Charles Villiers Stanford ist feinfühlig, aber legt ihren ganz besonderen Reiz doch nicht ganz frei. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
  • Zur Kritik... 5000 Liter Wasser: Alexander Ekman setzt sich in seinem ersten abendfüllenden Stück mit Tschaikowskys 'Schwanensee' auseinander. Weiter...
    (Miquel Cabruja, )
  • Zur Kritik... Raffiniert und wirkungsmächtig: JoAnn Fallette und das Buffalo Philharmonic Orchestra erkunden einmal mehr unbekanntes spätromantisches Terrain, diesmal mit Werken von Vitĕzslav Novak. Weiter...
    (Dr. Michael Loos, )
blättern

Alle CD-Kritiken...

Magazine zum Downloaden

NOTE 1 - Mitteilungen (7/2017) herunterladen (0 KByte) Class aktuell (2/2017) herunterladen (0 KByte)

Anzeige

Jetzt im klassik.com Radio

Max Reger: Sieben Orgelstücke op. 145 - Trauerorde 'Dem Gedenken der im Kriege 1915/16 Gefallenen'

Empfehlungen der Redaktion

Die Empfehlungen der klassik.com Redaktion...

Diese Einspielungen sollten in keiner Plattensammlung fehlen

weiter...


Portrait

Julian Prégardien im Portrait "Das ganze Projekt ist eine Reise durch die Musik"
Julian Prégardien macht die Aufführungsgeschichte großer Werke anschaulich - und setzt Impulse für die Zukunft

weiter...
Alle Interviews...


Sponsored Links

Hinweis:

Mit Namen oder Initialen gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers, nicht aber unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Die Bewertung der klassik.com-Autoren:

Überragend
Sehr gut
Gut
Durchschnittlich
Unterdurchschnittlich