> > > Andriessen, Hendrik: Sinfonische Werke Vol. 4
Sonntag, 31. Mai 2020

Andriessen, Hendrik - Sinfonische Werke Vol. 4

Nicht in letzter Konsequenz


Label/Verlag: cpo
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Klanglich ist diese Einspielung opulent, aber David Porcelijn kostet den inneren Gehalt von Hendrik Andriessens Orchestermusik nicht vollständig aus.

Mit der vorliegenden CD ist die Gesamteinspielung des Orchesterschaffens von Hendrik Andriessen (1892-1981) abgeschlossen. Porcelijns Einspielung der Vierten Sinfonie (1954) ist klanglich vorzüglich, interpretatorisch aber nicht ganz so dicht wie etwa die 50 Jahre ältere Einspielung unter Jean Fournet. Allerdings fällt dies nur auf, wenn man die älteren Aufnahmen kennt: Ansonsten mag man den Eindruck haben, die Musik sei vielleicht nicht von höchster Qualität und werde hier unter Nutzung aller Möglichkeiten dargeboten.

Noch extremer wird diese Divergenz, vergleicht man Porcelijns Einspielung des 'Capriccio' für Orchester (1941) mit einem Rundfunkmitschnitt unter Eduard Flipse aus dem Jahr 1947: einmal haben wir behäbige Orchestervirtuosität, unter Flipse eine furios mitreißende Interpretation (die überdies gute 2 Minuten kürzer dauert). Bleiben die Rhapsodie 'Libertas venit' (1954) und die späte 'Canzone' (1971), von der dem Rezensenten keine Vergleichseinspielung vorlag. Auch hier wird er nach den bisherigen Erfahrungen den Eindruck nicht los, dass Porcelijn viel zu wenig den emotionalen Gehalt der Musik erkundet, sich vielmehr in Andriessens beeindruckend vielfältigen Klangfarben genügt. Der 'Canzone' mangelt es an Schwung, der Rhapsodie an dramatischer Durchdringung. Schade, denn das Nederlands Symfonieorkest scheint die Musik vollends zu beherrschen.


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Andriessen, Hendrik: Sinfonische Werke Vol. 4

Label:
Anzahl Medien:
cpo
1
Medium:
EAN:
CD
761203784523

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cpo

Wohl kaum ein zweites Label hat in letzter Zeit soviel internationale Aufmerksamkeit erregt wie cpo. Die Fachwelt rühmt einhellig eine überzeugende Repertoirekonzeption, die auf hohem künstlerischen Niveau verwirklicht wird und in den Booklets eine geradezu beispielhafte Dokumentation erfährt. Der Höhepunkt dieser allgemeinen Anerkennung war sicherlich die Verleihung des "Cannes Classical Award" für das beste Label (weltweit!) auf der MIDEM im Januar 1995 und gerade wurde cpo der niedersächsische Musikpreis 2003 in "Würdigung der schöpferischen Leistungen" zuerkannt.
Besonders stolz macht uns dabei, daß cpo - 1986 gegründet - in Rekordzeit in die Spitze vorgestoßen ist. Das Geheimnis dieses Erfolges ist einfach erklärt, wenn auch schwierig umzusetzen: cpo sucht niemals den Kampf mit den Branchenriesen, sondern füllt mit Geschick die Nischen, die von den Großen nicht besetzt werden, weil sie dort keine Geschäfte wittern. Und aus mancher Nische wurde nach einhelliger Ansicht der Fachwelt mittlerweile ein wahres Schmuckkästchen.
Am Anfang einer Repertoire-Entscheidung steht bei uns noch ganz altmodisch das Partituren-lesen, denn nicht alles, was noch unentdeckt ist, muß auch auf die Silberscheibe gebannt werden. Andererseits gibt es - von der Renaissance bis zur Moderne - noch sehr viele wahre musikalische Schätze zu heben, die oft näher liegen, als man meint. Unsere großen Werk-Editionen von Pfitzner, Korngold, Hindemith oder Pettersson sind nicht umsonst gerühmt worden. In diesem Sinne werden wir fortfahren.
Letztendlich ist unser künstlerisches Credo ganz einfach: Wir machen die CDs, die wir schon immer selbst haben wollten. Seien Sie herzlich zu dieser abenteuerlichen Entdeckungsfahrt eingeladen!


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