> > > Tomásek, Václav Jan Krtitel: Sonaten für Fortepiano
Mittwoch, 23. Mai 2018

Tomásek, Václav Jan Krtitel - Sonaten für Fortepiano

Prag um 1800


Label/Verlag: Supraphon
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Petra Matejová deutet Klavierwerke von Václav Jan Kritel Tomášek auf einem historischen Instrument. Das ist eine charmante Repertoirebereicherung, hat allerdings nicht die zwingende Überzeugungskraft anderer Repertoireentdeckungen.

‚Musik aus dem Prag des 18. Jahrhunderts’ nennt sich die vorliegende CD im Untertitel – was insofern nicht ganz stimmt, als die eingespielten drei Klaviersonaten allesamt um 1799-1806 entstanden. Auch sonst nimmt es zumindest der eine der beiden Booklettexte (jener, der sich mit Tomášeks Schaffen befasst) mit den rein musikhistorischen Fakten (jenen, die über die Recherche zu Tomášek selbst hinausgehen) nicht so ganz genau.

Václav Jan Krtitel Tomášek (1774–1850) wurde erst 1806 zum Vollzeit-Musiker - zuvor hatte seine Karriere zwischen der Juristerei und der Musik geschwankt. Nicht zuletzt bedingt durch seinen lebenslangen Dienst am Hofe seines ehemaligen Schülers Graf Georg Franz Anton Buguoy konzentriert sich sein Œuvre (darunter 114 Werke mit Opuszahl) vor allem auf Lieder und Klaviermusik; nur ein Viertel seines Schaffens deckt andere Gattungen ab, darunter auch anderthalb Opern. Die drei hier vorgelegten Sonaten Es-Dur op. 13, C-Dur op. 14 und A-Dur op. 26 (später als op. 48 wiederveröffentlicht) sind allesamt Tonträgerpremieren.

Wie jene von Hummel, dem späten Haydn oder dem frühen Beethoven gehören Tomášeks Sonaten jenem Stil zu, der gerne als Wiener Klassik bezeichnet wird, mit einem Hauch Frühromantik in der einen oder anderen harmonischen Wendung. Alle drei Sonaten sind traditionell viersätzig, in den beiden früheren Opera mit je einem Menuett als zweitem Satz, das in der dritten Sonate durch ein Scherzo abgelöst ist. Von wirklich eigenem Charakter sind die Sonaten nicht – da wäre der Blick auf andere Klavierkompositionen Tomášeks vielleicht interessanter gewesen, die seinen Ruf als Meister des lyrischen Klavierstücks besser hätten erklären können. Zwar ist das erwähnte Scherzo bereits ein entsprechender Satz, ebenso wie seine langsamen Sätze (auf denen Robert Schumann hörbar aufbaut), doch atmen gerade die Ecksätze nicht selten eher noch klassischen Geist.

Petra Matejová auf einem Flügel nach Bertsche 1815 (leider erfährt man über den Wiener Klavierbauer Jacob Bertsche und das verwendete Instrument nicht ein Wort) liefert eine solide, jedoch nicht außerordentliche Leistung ab, die das traditionelle Element in Tomášeks Musik eher bestätigt denn das Gegenteil hervorhebt. Ihre agogische Ausführung ist lebendig, doch konterkariert sie an mancher Stelle etwas störend das Metrum, so dass sich die Formgestalt nicht immer mit voller Überzeugungskraft überträgt. Auch kann die Betreuung des Flügels nicht mit den besten Produktionen im Bereich der historisch informierten Aufführungspraxis mithalten, und auch die Aufnahmetechnik nimmt dem Nachbau des historischen Instruments mehr von seinem Charakter, als dass sie ihn unterstützte. So bleibt die CD zwar eine charmante Repertoirebereicherung, doch nicht von jener unmittelbar zwingenden Überzeugungskraft, die andere Produktionen mitunter an den Tag legen.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Tomásek, Václav Jan Krtitel: Sonaten für Fortepiano

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Supraphon
1
05.05.2017
EAN:

099925422325


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Supraphon

Supraphon Music ist das bedeutendste tschechische Musiklabel und besitzt bereits eine lange Geschichte. Der Name "Supraphon" (der ursprünglich ein elektrisches Grammophon bezeichnete, das zu seiner Zeit als Wunderwerk der Technik galt) wurde erstmals 1932 als Warenzeichen registriert. In den Nachkriegsjahren erschien bei diesem Label ein Großteil der für den Export bestimmten Aufnahmen, und Supraphon machte sich in den dreißiger und vierziger Jahren besonders um die Verbreitung von Schallplatten mit tschechischer klassischer Musik verdient. Die künstlerische Leitung des Labels baute allmählich einen umfangreichen Titelkatalog auf, der das Werk von BedYich Smetana, Antonín Dvorák und Leos Janácek in breiter Dimension erfasst, aber auch andere große Meister der tschechischen und der internationalen Musikszene nicht vernachlässigt. An der Entstehung dieses bemerkenswerten Katalogs, auf den Supraphon heute stolz zurückblickt, waren bedeutende in- und ausländische Solisten, Kammermusikensembles, Orchester und Dirigenten beteiligt.


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