> > > Bach, Johann Sebastian: Preludien und Fugen arr. für Akkordeon
Sonntag, 18. Februar 2018

Bach, Johann Sebastian - Preludien und Fugen arr. für Akkordeon

Das Alte Testament mal anders


Label/Verlag: BIS Records
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Mie Miki wagt mit ihrem Bach-Album Neues – und gewinnt.

Clavichord, Cembalo, Hammerklavier, moderner Konzertflügel, Orgel – für unterschiedlichste Tasteninstrumente kursiert eine Flut von Aufnahmen von Bachs WTC. Eine neue, ganz andere Sichtweise auf das von Hans von Bülow so genannte ‚Alte Testament’ der Klavierliteratur zeigt die japanische Akkordeonistin Mie Miki auf – ihre über mehrere Jahre hinweg zusammengestellte Auswahl an Präludien und Fugen aus beiden Bänden ist nun bei BIS Records erschienen.

Scharfe Konturen

Von Anfang an hört man, mit wie viel Sorgfalt sich die ehemalige Klavier- und Akkordeonstudentin der Musikhochschule Hannover und heutige Dozentin an der Essener Folkwang Universität mit den Stücken auseinandergesetzt hat. Beginnend mit dem allseits bekannten C-Dur-Präludium BWV 846 und der korrespondierenden Fuge, wird schon darin deutlich, worauf es in dieser speziellen Darstellung ankommt: Wichtige Voraussetzung in diesem Format ist desto mehr als auf den anderen eingangs genannten Instrumenten die Fähigkeit, im Anschlag dynamisch besonders fein zu differenzieren. Denn nur so können sich die einzelnen Stimmen überhaupt deutlich voneinander abheben – ein Kriterium, das Miki ohne weiteres erfüllt. Etwa im c-Moll-Präludium der zweiten Kombination kreiert sie in den unentwegt raschen Sechzehntel-Ketten luftige, gut durchhörbare Sphären. Auch sonst versteht sie es, wo immer fließende Bewegung herrscht - etwa im D-Dur-Präludium BWV 850 - auch in hohem Tempo trennscharfe Konturen zu zeichnen und mit abrupten Wechseln bis hinein in zartestes Pianissimo, nicht nur Transparenz, sondern auch musikalisch gehaltvolle Phrasen zu formen.

Klare Bereicherung

In den architektonisch verzweigten Fugen setzt sie saubere Stimmführungsakzente und hebt die übereinander gelegten Dimensionen größtenteils plastisch voneinander ab. Bei aller stimmlichen Präzisionsarbeit, stilistischen und musikalischen Tiefenschärfe im Spiel Mikis zeigt sich allerdings doch, dass die Ausführung auf dem Akkordeon an Stellen besonders komplexer Polyphonie an Grenzen stößt: Beispielsweise in der C-Dur-Fuge des Eingangspaares oder im G-Dur-Präludium BWV 884 verschwimmen Konturen schlicht deshalb, weil auf klanglich vergleichsweise beengtem Raum eine farbliche Variabilität unterschiedlicher Lagen (im Gegensatz etwa zum  Konzertflügel) nur eingeschränkt zur Verfügung steht. Das hat zur Folge, dass Strukturen stellenweise ineinander verfließen, wofür Miki selbst aber eben nichts kann.

Alles in allem aber dennoch ein Projekt, auf das jahrelang hinzuarbeiten sich gelohnt hat, das eine klare Bereicherung der Aufnahmelandschaft darstellt und trotz gewisser klangspezifischer Nachteile neue, spannende Blickwinkel eröffnet. Ein Beitrag der Künstlerin im Booklet zeigt ihre eigenen konzeptionellen Gedanken auf und erzählt über den Weg bis zur Realisierung.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Bach, Johann Sebastian: Preludien und Fugen arr. für Akkordeon

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
BIS Records
1
05.04.2017
EAN:

7318599922171


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BIS Records

Most record labels begin with a need to fill a niche. When Robert von Bahr founded BIS in 1973, he seems to have found any number of musical niches to fill. The first year's releases included music from the renaissance, Telemann on period instruments, Birgit Nilsson singing Sibelius and works by 29 living composers - Ligeti and Britten as well as Rautavaara and Sallinen - next to Purcell, Mussorgsky and Richard Strauss. A musical chameleon was born, a label that meant different things to different - and usually passionate - devotees.


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