> > > New Works for Cello solo: Werke von Toch, Fortner, Adler und Klebe
Sonntag, 23. Juli 2017

New Works for Cello solo - Werke von Toch, Fortner, Adler und Klebe

In Mannheim unterm Dach


Label/Verlag: TYXart
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Diese Zusammenstellung macht mit bislang weitgehend vernachlässigten Cellowerken bekannt - die Bekanntschaft lohnt sich. Sie ist nicht von langer Dauer, aber möglicherweise mit bleibenden Eindrücken.

‚Unterm Dach‘, so nennt Friedemann Döling, Solocellist am Mannheimer Nationaltheater, seine eigene Konzertreihe, und hier – und nicht nur dort – sind die vier hier vorgestellten Werke häufiger zu hören. Dennoch handelt es sich hier teilweise um Tonträgerpremieren (leider erfahren wir nicht, bei welchen Kompositionen dies so ist). Der rote Faden der CD (und vielleicht auch der Grund, warum sie mit knapp 49 Minuten doch ausgesprochen kurz ist) scheint die Region Mannheim/Nordbaden zu sein. Dass Ernst Toch (1884-1967) von 1913 bis 1928 an der Mannheimer Musikhochschule lehrte, ist heute fast völlig vergessen. Erst 1963 aber, in den USA, entstand das dreisätzige Impromptu op. 90c, als Geburtstagsgeschenk für Gregor Piatigorsky. Zwei langsamere Sätze umrahmen ein intermezzoartiges 'Allegretto grazioso'; der improvisatorische Aspekt lässt genügend Platz sowohl für große warme Melodiebögen, die Teil von Piatigorskys besonderen Qualitäten waren. Friedemann Döling überzeugt in den expressiveren Außensätzen denn etwas mehr als in dem Intermezzo, das der Interpret vielleicht einen Hauch zu ernst nimmt.

Samuel Adlers (geb. 1928) Vater war Schüler Tochs in Mannheim sowie Kantor an der Mannheimer Hauptsynagoge gewesen. Wie Toch emigrierte die Familie Adler in die USA; hier entstand im Dezember 1965 für Lynn Harrell die fünfsätzige Sonate für Cello solo. In der Gesellschaft der anderen Kompositionen wirkt sie qualitativ etwas schwächer, weil weniger stark vorwärtsblickend; hier haben wir eher ein Werk, das die Möglichkeiten des damaligen Jetzt auslotet, aber insgesamt eine Spur zu sehr auf Nummer Sicher geht. Wahrscheinlich hätte die Sonate auf der CD mehr Effekt gemacht, wäre sie an erster Stelle positioniert worden, nicht hinter dem Toch und dem Fortner. Döling fühlt sich in der Komposition hörbar wohl, die unterschiedlichen Satzcharaktere werden mit großer Natürlichkeit realisiert.

Wie Adler in Mannheim geboren war Giselher Klebe (1925-2009). Seine 'Nenia' für Cello solo entstand 1974 in Detmold für André Navarra. Klebe, einst ein wohlbekannter Name in der deutschen Musik der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, ist völlig zu Unrecht aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwunden – die große, zeitlose Qualität seines Opus 70, das teilweise in Folge eines brutalen Bombenattentats in Bologna entstand, ist unüberhörbar. Auch in dieser Komposition fühlt sich Döling hörbar wohl, seine autoritative Darbietung bringt die CD zu einem überzeugenden Abschluss.

Nicht Mannheim, sondern Heidelberg war bis 1954 das Wirkungsfeld von Wolfgang Fortner (1907-1987); hier entstand auch 1932 seine viersätzige Suite für Cello solo. Trotz des vorgeblichen Rückgriffs auf alte Formgestalten erweist sich die Komposition ganz als mehr als nur zeitgenössisch – im Grunde verortet sich die Musik weit später im 20. Jahrhundert als das Entstehungsdatum vermuten ließe (man vergleiche etwa mit Kodály). Besonders reizvoll sind der 'Danza' überschriebene, aber italienische Tanzformen weit hinter sich lassende zweite Satz sowie die an Stelle des langsamen Satzes stehende 'Canzone', ein anspruchsvoller Variationensatz. Hier ist Dölings interpretatorischer Zugriff auch von größerer innerer Schlüssigkeit als beim Toch – mal greift er auf bewusst fahlen Ton zurück, mal leuchten die Klangfarben; besonders fein auch seine Piano- und Pianissimotönungen. Wohltuend verzichtet er auf unnötige agogische Verzerrungen, sein Gespür für Timing lässt keine Wünsche offen (außer vielleicht einem, der der Situation einer Tonträgerproduktion geschuldet ist: Dem Rezensenten scheint es offenkundig, dass dritter und vierter Satz nicht unmittelbar hintereinander eingespielt wurden – so gibt es hier einen gewissen Spannungsabfall zwischen den Sätzen, der erst während des Spiels wieder überwunden wird).

Aufnahmetechnisch lässt die CD keine Wünsche offen, das Instrument ist in großer Natürlichkeit und Transparenz eingefangen. Der Booklettext ist kompetent, aber nicht kongenial, wie sonst häufig bei TYXart in Bezug auf Gestaltung und Informationsgehalt. Im Gegenteil wirkt er an verschiedenen Stellen deutlich zu knapp und zu wenig objektiv, doch auch nicht subjektiv genug, um Einsichten des Interpreten erfahren zu können.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    New Works for Cello solo: Werke von Toch, Fortner, Adler und Klebe

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Spielzeit:
TYXart
1
07.04.2017
48:55
EAN:
BestellNr.:

4250702800989
TXA17098


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"CD "Neue Werke für Violoncello solo"
von Ernst Toch, Wolfgang Fortner, Samuel Adler und Giselher Klebe

Friedemann Döling, Violoncello


Aus seinen solistischen Konzertprogrammen hat der Cellist Friedemann Döling für diese CD vier sehr interessante Kompositionen des 20. Jahrhunderts zusammengestellt, welche er regelmäßig aufführt und die beim Publikum auf äußerst positive Resonanz stoßen. Die selten gespielten - und hier teilweise erstmalig aufgenommenen - Werke von Ernst Toch, Wolfgang Fortner, Samuel Adler und Giselher Klebe finden mit diesem Album eine ihnen gebührende noch größere Hörerschaft.

Erfreulicherweise bietet sich den heutigen Cellisten im solistischen Repertoire der Musik des 20. Jahrhunderts eine große Fülle und Bandbreite an Kompositionen. Dies kommt sicher zum einen von der großen Vielseitigkeit und dem großen Tonumfang des Instrumentes Violoncello. Zum anderen haben sich die bedeutenden Cellisten im 20. Jahrhundert bei den Komponisten für neue Werke für Cello solo eingesetzt. Hierbei sind Kompositionen entstanden, die den Vorzügen des Cellos entgegen kommen. Widmungsträger von drei Kompositionen auf dieser CD sind deshalb auch großartige Cellisten.

Der Cellist Friedemann Döling wurde 1964 in Hamburg geboren. Er studierte Violoncello bei Friedrich Jürgen Sellheim in Hannover und Wolfgang Boettcher in Berlin, und absolvierte 1987 einen Meisterkurs bei André Navarra (für den Giselher Klebe das Werk "Nenia" komponierte). Von 1987 bis 1990 war er Solocellist in der "Jungen Deutschen Philharmonie". Seit 1990 ist Döling Solocellist am Nationaltheater Mannheim. Ein wichtiger Duo- und Kammermusikpartner war über 20 Jahre sein Vater, der Cembalist Waldemar Döling. Weitere kammermusikalische Erfahrung sammelte er als Cellist des "Asaeda Trios", bei dem er von 1992 bis 1999 mitwirkte. Seit 1993 tritt Friedemann Döling mit dem Kontrabassisten Johannes Dölger als Duo auf. Sehr erfolgreich betreibt er seit dem Jahre 2004 seine eigene Kammermusikreihe "unterm Dach" in Mannheim.

(Textauszug aus dem CD-Booklet)


CD-Programm / Trackliste:

Ernst Toch (1887-1964)
Impromptu Op. 90c for Cello solo in Three Movements
Andante cantabile
Allegretto grazioso
Adagio, con espressione

Wolfgang Fortner (1907-1987)
Suite für Violoncello solo
Introduzione (Andante)
Danza (Presto)
Canzone (Moderato) - Variazioni sopra una melodia antica del Trovatore francese
Rondo (Presto)

Samuel Adler (*1928)
Sonata for unaccompanied Cello
Prelude (Allegro molto)
Song with Variant (Lento)
Scherzo (Allegro scherzando)
Slow March (Andante maestoso)
Toccata (Allegro con fuoco)

Giselher Klebe (1925-2009)
Nenia op. 70 für Violoncello solo
Tempo ordinario
Andante cantabile
Largo sostenuto, Molto allegro con brio "


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TYXart

TYXart - the musicART label

TYXart ist es ein besonderes Anliegen, die emotionalen, geistigen und intellektuellen Anforderungen von Musikliebhabern mit hochwertigen künstlerischen Einspielungen zu erfreuen - und dass Tiefsinn, Humor, Stille, Kraft, Nachdenklichkeit, aber auch Lebensfreude, Jubel oder Trauer, also alles, was die musikalischen Befindlichkeiten des Menschen erhebt und befriedigt, in unseren Veröffentlichungen enthalten ist.

Es geht uns dabei nicht in erster Linie nur um "Berühmtheit" oder "Perfektionismus", sondern ums Humane, Originelle, Individuelle und um die begeisternden und begeisterten Interpretationen ungewöhnlicher Musiker, auch der ganz jungen. Jede CD ein Unikat! Das soll unser Motto sein. Dass sich unserem Konzept bereits mehrere außergewöhnliche und berühmte Künstler spontan anschließen, beruht auf deren Überzeugung von der Richtigkeit unseres Anspruchs.

Herausragende Musiker und Ensembles der Veröffentlichungen: Giora Feidman (Klarinette), Elena Denisova (Violine), Yojo (Klavier), Liana Issakadze (Violine), Alexander Suleiman (Violoncello), Corinne Chapelle (Violine), Carmen Piazzini (Klavier), Franz Grundheber (Bariton), Matthias Veit (Klavier), Nathalia Prishepenko (Violine), Alexandra Sostmann (Klavier), Franz Hummel (Komponist), Masako Sakai (Klavier), Ensemble del Arte (Kammerorchester), Vardan Mamikonian (Klavier), Jakob David Rattinger (Viola da Gamba), Werner Schneyder (Musik-Kabarett), TRIO ZERO, Sojka Quartett, Deutsches Saxophon Ensemble, Moscow Symphony Orchestra ...

Wir stellen zusammen mit unseren Künstlern in Serien wie z.B. "Modern Classics", "Rising Stars" oder "Crazy Edition" Aufsehen erregende Musikaufnahmen unserer Zeit ungewöhnlichen Interpretationen aus mehreren Epochen gegenüber, um ein breites Publikum auf die Lebendigkeit, Schönheit und Kühnheit neuer Kompositionen im Fokus radikaler oder besonders individueller Interpretationen traditioneller Werke aufmerksam zu machen. Lassen Sie sich auch jenseits von Mainstream-Bewegungen begeistern von den sensationellen Einspielungen der Künstler bei TYXart!


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