> > > Lehár, Franz: Overtures & Waltzes
Dienstag, 21. Mai 2019

Lehár, Franz - Overtures & Waltzes

Hommage an den letzten Walzerkönig


Label/Verlag: cpo
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Mit vier Konzertwalzern und drei Operettenouvertüren erinnert das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin an den Komponisten, der der Wiener Operette Anfang des 20. Jahrhunderts zu einem letzten Höhepunkt verhalf. Unter der Leitung von Michail Jurowski entstand eine technisch brillante Einspielung, die jedoch stellenweise den nötigen Wiener Schmelz vermissen lässt und eine zu große Ernsthaftigkeit der Musizierenden verrät.

Drei der vier Konzertwalzer sind eine Auswahl aus den Tanz- und Konzertwalzern, die Franz Lehár während seiner Tätigkeit als Militärkapellmeister der Österreich-ungarischen Monarchie komponierte. Der ?Altwiener Liebeswalzer? entstand 1892 und war dem Meister des Wiener Walzers, Johann Strauß, gewidmet. Den ?Adria Walzer? komponierte Lehár 1894 als Antrittskomposition für seine neue Marinekapellmeisterstelle an der Adria. Im gleichen Jahr entstand vermutlich auch der ?Grützner-Walzer?, der dem Münchner Maler Eduard Grützner gewidmet ist, aber erstaunlicherweise nie veröffentlicht wurde. Nach der Jahrhundertwende kamen die großen Tanz- und Konzertwalzer à la Johann Strauß allmählich aus der Mode. Der 1921 komponierte Walzer ?Wilde Rosen? gehört zu Lehárs letzten Konzertwalzern.

Seit 1902 war Franz Lehár ausschließlich als Operettenkomponist in Wien tätig. Der Erfolg seiner Operette ?Die lustige Witwe? machte ihn 1905 zum neuen Operettenkönig der Donaumetropole. Wie viele seiner Operetten hatte auch diese ursprünglich keine Ouvertüre. Erst 1940, als er zum Anlass seines 70. Geburtstages eingeladen wurde die Salzburger Philharmoniker zu dirigieren, stellte er die Themen seiner berühmtesten Operette zu einer Konzertouvertüre zusammen. Auch die Ouvertüren zu ?Der Göttergatte? und ?Cloclo?, die ebenfalls auf der CD zu hören sind, sind Zusammenstellungen von populären Nummern aus den Operetten.

Die auf der CD eingespielten Walzer und Ouvertüren sind ein interessanter Querschnitt durch das von heutigen Sinfonieorchestern kaum beachtete Orchesterwerk des ungarischen Komponisten Franz Lehár. Hervorzuheben sind bei dieser Aufnahme die hervorragend intonierten Bläser und der sehr ausgewogene Gesamtklang. Dennoch entsteht beim Hören teilweise der Eindruck, dass Orchester und Dirigent die Musik zu ernst genommen haben. Es fehlt das Augenzwinkern, das neben der musikalischen Präzision für die Interpretation dieser Musik nötig ist.

Das dreisprachige Booklet der 2003 bei cpo in Zusammenarbeit mit DeuschlandRadio Berlin erschienenen CD enthält vergleichsweise ausführliche und interessante Informationen über die einzelnen Werke. Die Aufnahme ist ungewöhnlich leise und klingt stellenweise etwas matt. Aber Wiener Walzer sind ohnehin nichts zum stillen Nebenbeihören, sondern zum Mittanzen, schließlich handelt es sich ja um die Popmusik der vorletzten Jahrhundertwende.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:




Kritik von Cordula Scobel,


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Lehár, Franz: Overtures & Waltzes

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Spielzeit:
Aufnahmejahr:
Veröffentlichung:
cpo
1
20.06.2003
51:09
2002
2003
EAN:
BestellNr.:

0761203989126
999 891-2


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Lehár, Franz


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Dirigent(en):Jurowski, Michail
Orchester/Ensemble:Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin


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cpo

Wohl kaum ein zweites Label hat in letzter Zeit soviel internationale Aufmerksamkeit erregt wie cpo. Die Fachwelt rühmt einhellig eine überzeugende Repertoirekonzeption, die auf hohem künstlerischen Niveau verwirklicht wird und in den Booklets eine geradezu beispielhafte Dokumentation erfährt. Der Höhepunkt dieser allgemeinen Anerkennung war sicherlich die Verleihung des "Cannes Classical Award" für das beste Label (weltweit!) auf der MIDEM im Januar 1995 und gerade wurde cpo der niedersächsische Musikpreis 2003 in "Würdigung der schöpferischen Leistungen" zuerkannt.
Besonders stolz macht uns dabei, daß cpo - 1986 gegründet - in Rekordzeit in die Spitze vorgestoßen ist. Das Geheimnis dieses Erfolges ist einfach erklärt, wenn auch schwierig umzusetzen: cpo sucht niemals den Kampf mit den Branchenriesen, sondern füllt mit Geschick die Nischen, die von den Großen nicht besetzt werden, weil sie dort keine Geschäfte wittern. Und aus mancher Nische wurde nach einhelliger Ansicht der Fachwelt mittlerweile ein wahres Schmuckkästchen.
Am Anfang einer Repertoire-Entscheidung steht bei uns noch ganz altmodisch das Partituren-lesen, denn nicht alles, was noch unentdeckt ist, muß auch auf die Silberscheibe gebannt werden. Andererseits gibt es - von der Renaissance bis zur Moderne - noch sehr viele wahre musikalische Schätze zu heben, die oft näher liegen, als man meint. Unsere großen Werk-Editionen von Pfitzner, Korngold, Hindemith oder Pettersson sind nicht umsonst gerühmt worden. In diesem Sinne werden wir fortfahren.
Letztendlich ist unser künstlerisches Credo ganz einfach: Wir machen die CDs, die wir schon immer selbst haben wollten. Seien Sie herzlich zu dieser abenteuerlichen Entdeckungsfahrt eingeladen!


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