> > > Penderecki, Krzystof: Konzerte für Violine und Viola
Mittwoch, 23. Mai 2018

Penderecki, Krzystof - Konzerte für Violine und Viola

Großangelegtes Nachtstück


Label/Verlag: DUX
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Zwei Konzerte zeigen Krzystof Penderecki als Meister der Kontraste und dramatischen Szenarien.

Mit der Reihe ‚Penderecki Special Edition’ präsentiert das polnische Label DUX Krzysztof Penderecki als Dirigenten seiner eigenen Werke. Zwei Konzerte, in denen sich der inzwischen 83-jährige Komponist als Meister der Kontraste und dramatischen Szenarien erweist, stehen im Fokus der vorliegenden CD.

Die Bandbreite an Klangfarben und Situationen, die der Komponist in seinen Konzerten im Dialog von Solo-Instrument und Orchester auslotet, erweitert er oftmals noch zusätzlich dadurch, dass er bestehende Konzerte für ein neues Solo-Instrument einrichtet. Im Falle des 1983 entstandenen 'Concerto per viola ed orchestra' (Konzert für Bratsche und Orchester) wurde das Werk allerdings nicht von Penderecki selbst umgeschrieben. Die Fassung für Saxophon und Orchester aus dem Jahre 2015 stammt von Paweł Gusnar, der auch der Solist der Einspielung ist. Ein semitonales Seufzermotiv prägt das einsätzige Konzert, das sich in verschiedenen, kontrastierenden Tempi – 'Lento', 'Vivace', 'Lento', 'Vivo', 'Lento' – zahlreichen Verwandlungen unterzieht. Vor allem in den toccata- und rezitativartigen Passagen, in denen die Musik einen (im besten Sinne) theatralischen Gestus hat, überzeugt Gusnar durch große Beherrschung seines Instruments und reizt dabei die Möglichkeiten des Saxophonklangs aus. In den scherzohaften Momenten beweist der Solist darüber hinaus Humor und nutzt eine breite Palette an Klangfarben und Nuancen, die von röhrendem Jazz-Kolorit bis in zu lyrischer Sangbarkeit reicht.

Fingerspitzengefühl und Augenmaß

In seiner Wirkung ganz anders ist das aus dem Jahre 1995 stammende Violinkonzert 'Concerto per violino ed orchestra no. 2' mit dem Titel 'Metamorphosen' – ein düsteres, groß angelegtes Nachtstück, das dem Spätstil des Komponisten zuzurechnen ist. Das Violinkonzert verfügt zwar auch über herrlich sangbare und sanfte Momente, wirkt aber vor allem durch seine starken Kontraste: Tonale und atonale Elemente sowie eine Vielzahl expressiver Mittel fügen sich in eine monumentale Gesamtstruktur, aus der heraus Sergej Krylov sein Instrument vielsagend schillern und leuchten lässt. Wie auch bei vorangegangen CDs der Reihe ‚Penderecki Special Edition’ ließ sich der zum Zeitpunkt der Einspielung 82-jährige Krzysztof Penderecki bei den kräftezehrenden Aufnahmesitzungen von seinem Assistenten Maciej Tworek unterstützen. Ermüdung oder ein Nachlassen der Kräfte sind auf der Aufnahme jedoch zu keinem Zeitpunkt auszumachen. Als Sachwalter seines eigenen Werkes geht Penderecki mit großer Geistesgegenwart vor und zeigt in Zusammenarbeit mit den Solisten und dem Polska Orkiestra Sinfonia Iuventus Fingerspitzengefühl und Augenmaß.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Penderecki, Krzystof: Konzerte für Violine und Viola

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
DUX
1
14.04.2017
EAN:

5902547013442


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DUX

Das polnische Label DUX wurde 1992 von Malgorzata Polanska und Lech Tolwinski, beides Absolventen der Toningenieur-Fakultät der Frédéric Chopin Musikakademie in Warschau, gegründet. Hauptanliegen war die Produktion von Aufnahmen mit klassischer Musik, wobei man von Anfang an höchste Ansprüche an künstlerische und technische Standards stellte.Viele Aufnahmen von Dux erlangten sowohl in Polen als auch im Ausland breites Interesse bei Publikum und Kritik, die sich in zahlreichen Preisen und Auszeichnungen widerspiegelt.

Ein Schwerpunkt des Labels ist natürlich das reiche musikalische Erbe Polens, das weitaus mehr umfasst als Chopin oder Penderecki. Im Katalog finden sich daher neben bekannteren Namen wie Wieniawski, Szymanowski oder Lutoslawski auch zahlreiche hierzulande bislang weniger bekannte oder völlig unbekannte Komponisten von der Renaissance bis zur Gegenwart, wie Ignaz Jan Paderewski, der Klaviervirtuose und spätere Premier- und Außenminister der Zweiten Polnischen Republik oder Stanislaw Moniuszko, ein Zeitgenosse Verdis und Schöpfer der polnischen Nationaloper. Aber auch zahlreiche polnische Künstler, Ensembles und Orchester gilt es bei DUX zu entdecken, darunter international renommierte Namen wie beispielsweise die gefeierte Altistin Ewa Podles.


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