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Mittwoch, 15. August 2018

Penderecki, Krzystof - Instrumentalkonzerte

Hochexpressiver Dialog


Label/Verlag: DUX
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Das polnische Label DUX hat im Rahmen seiner Penderecki Special Edition drei Penderecki-Konzerte unter der Leitung des Komponisten eingespielt.

Die anhaltende Schaffenskraft Krzysztof Pendereckis hat auch in den letzten Jahren zu faszinierender Musik geführt. Das beweisen die drei Konzerte, die das polnische Label DUX in der Reihe ‚Penderecki Special Edition’ eingespielt hat. Erneut erscheint der zum Zeitpunkt der Aufnahme (2016) 83-jährige Komponist als Dirigent eigener Werke. Und die lohnen sich auch für diejenigen, die brandneuer klassischer Musik normalerweise eher skeptisch gegenüber stehen.

Als Doppelkonzert für Geige und Bratsche komponierte Penderecki 2012 das 'Concerto doppio per violino, viola e orchestra', das hier in der Fassung für Geige und Violoncello vorliegt. Von geisterhaften Flageolett-Tönen ausgehend, beginnen die Soloinstrumente einen hochexpressiven Dialog, der von aufsteigenden Halbtonmotiven und ausladenden Kadenzen geprägt ist. Die jungen Solisten Jakub Haufa (Geige) und Marcel Markowski (Cello) fühlen sich virtuos in die streckenweise hyperromantische, dann wieder konfliktgeladene Partitur ein. Sie schrecken aber auch nicht vor schierer Klangschönheit zurück und zeigen das nötige Augenmaß, um sich nicht von der Dramatik fortreißen zu lassen.

Groß angelegtes, zehnsätziges Werk

Die 2007 revidierte Fassung des 'Concerto per pianoforte ed orchestra' mit dem Titel 'Ressurection' (2001) lässt schon in den martialisch-unheilvollen Anfangstakten nachvollziehen, dass Penderecki sich in der Komposition mit den Terroranschlägen des 11. Septembers auseinandersetzt. Der bei der Aufnahme des Konzertes 21-jährige polnische Pianist Szymon Nehring navigiert souverän durch das groß angelegte, zehnsätzige Werk, in dem unterschiedlichste Stimmungen und Klangfarben wachgerufen werden. Überraschend ist bei der eher traditionellen Tonsprache (mit Anklängen an Mahler, Prokofjew, Bartók oder Grieg) der Einsatz einer Toneinspielung: Im monumentalen 'Andante maestoso' legt sich über Orchesterausbrüche die Aufnahme eines großen Glockengeläuts, das – langsam ausgeblendet – wieder zur martialischen Ausgangslage führt ('Allegro molto sostenuto – tempo dell’inizio').

Das Trompetenkonzert 'Concertino per tromba e orchestra' entstand 2015 als Virtuosenstück. Der junge Warschauer Aleksander Kobus greift die Gelegenheit beim Schopf und zeigt Agilität, lyrische Eleganz und die kantable Qualität seiner Tongebung. Penderecki, der in seiner Sinfonie Nr. 7 der Trompete die Rolle der Stimme Gottes zuschreibt, fordert vom Solisten aber auch performative Interaktion: Bei einer Aufführung soll der spielende Trompeter sich langsam dem Orchester auf der Bühne nähern. Dass dies auf CD akustisch nur angedeutet werden kann, schmälert das Vergnügen nicht. Auch wenn der greise Penderecki für die anstrengenden Aufnahmesitzungen erneut Unterstützung von seinem Assistenten Marciej Tworek erhielt, legt er eine hellwache Referenzaufnahme seiner Konzerte vor.

 



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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Penderecki, Krzystof: Instrumentalkonzerte

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
DUX
1
14.04.2017
EAN:

5902547013459


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DUX

Das polnische Label DUX wurde 1992 von Malgorzata Polanska und Lech Tolwinski, beides Absolventen der Toningenieur-Fakultät der Frédéric Chopin Musikakademie in Warschau, gegründet. Hauptanliegen war die Produktion von Aufnahmen mit klassischer Musik, wobei man von Anfang an höchste Ansprüche an künstlerische und technische Standards stellte.Viele Aufnahmen von Dux erlangten sowohl in Polen als auch im Ausland breites Interesse bei Publikum und Kritik, die sich in zahlreichen Preisen und Auszeichnungen widerspiegelt.

Ein Schwerpunkt des Labels ist natürlich das reiche musikalische Erbe Polens, das weitaus mehr umfasst als Chopin oder Penderecki. Im Katalog finden sich daher neben bekannteren Namen wie Wieniawski, Szymanowski oder Lutoslawski auch zahlreiche hierzulande bislang weniger bekannte oder völlig unbekannte Komponisten von der Renaissance bis zur Gegenwart, wie Ignaz Jan Paderewski, der Klaviervirtuose und spätere Premier- und Außenminister der Zweiten Polnischen Republik oder Stanislaw Moniuszko, ein Zeitgenosse Verdis und Schöpfer der polnischen Nationaloper. Aber auch zahlreiche polnische Künstler, Ensembles und Orchester gilt es bei DUX zu entdecken, darunter international renommierte Namen wie beispielsweise die gefeierte Altistin Ewa Podles.


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