> > > ...RZEKA EN...: Klavierwerke von Chopin, Rachmaninoff und Mahler
Dienstag, 17. Oktober 2017

...RZEKA EN... - Klavierwerke von Chopin, Rachmaninoff und Mahler

Auf mystischen Pfaden


Label/Verlag: DUX
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Hinter dem poetischen Cover verbirgt sich eine klug durchdachte und überzeugende Zusammenstellung, deren metaphysische Implikationen man jedoch getrost beiseite lassen kann.

Es sei dahingestellt, ob man den mythologischen Gedankengängen des Booklets folgen möchte, in denen die poetische Gegensätze Endymion/Noctiluca, Eros/Nike die Wahl des Programms erklären. Auch ob Hegel hier Anwendung finden muss, indem Chopin die Rolle der These, Rachmaninoff die Antithese und Mahler die Synthese zugeschrieben wird, darf offenbleiben. Letztlich entscheidet das klanglich-musikalische Ergebnis, und das fällt höchst erfreulich aus.

Das Herzstück der CD bilden - nach einem geheimnisvoll-fließenden Nocturne op. 62 Nr. 1 von Chopin - Rachmaninoffs Preludes op. 23. Edward Wolonin akzeptiert die klassische Einteilung eines Klaviersatzes in Melodie- und (untergeordnete) Begleitstimmen nicht. Bei ihm ist alles miteinander verschmolzen, was jeder einzelnen Komposition zugute kommt. Die größte Qualität seines Spiels besteht darin, dass er jedes Stück individuell angeht. Es gibt kein übergeordnetes stilistisches Ideal, dem sich die Stücke unterordnen müssten. Jedes wird in seiner Eigenart ernst genommen. Auch dort, wo die Popularität einiger Werke fertige Interpretationsmuster bietet, werden diese nicht bedient. Das zweite Prelude in B-Dur zeigt nicht die eindimensionale glatte Pedalfläche, die man hier oft hört, sondern gibt sich ruppig und aufgeraut. Die grazil-fließenden Figurationen im Finale bilden dadurch einen echten Gegensatz zur Gewalt der Akkordbrechungen. Alle Preludes sind klug durchdacht, wie etwa die sehr sorgfältige Steigerung im 'Alla marcia' des fünften Preludes oder der Effekt der dezenten Bassoktave unter der irrlichternden Rechten im siebten Prelude beweist. Auch das in seiner manischen Wiederholung des immer gleichen Themas verschrobene dritte Prelude wirkt in sich stimmig.

Mahlers 'Adagietto' aus der Fünften Sinfonie ist für einen Pianisten eine eigentümliche Wahl. Gerade dieser – unter anderem durch Lucino Viscontis Verwendung des Stückes in seinem Film "Tod in Venedig" – populäre Satz scheint untrennbar mit den Klangfarben von Harfe und Streichern verbunden. Die Differenzierung der einzelnen Stimmen gelingt Wolonin so gut, wie es am Klavier nur eben möglich ist. Die Fortissimo-Höhepunkte gestaltet er sehr dezent, ohne über das Forte hinauszugehen, wohlwissend, dass hier Klangfülle, nicht Lautstärke entscheidend ist. Insgesamt macht Wolonin aus der Transkription von John Gribben ein unsentimental-meditatives Charakterstück.

Der lange Booklettext bietet viele interessante Anregungen, die aufgrund ihrer mystischen Qualität jedoch nicht jedem zusagen werden. Auch der Bezug der drei - offenbar eigens für diese Aufnahme verfassten - Gedichte von Marcin Lukaszewski zur Musik muss sich nicht unbedingt erschließen. Besonders schade ist jedoch, dass die einzige Äußerung des Pianisten nur auf Polnisch abgedruckt ist (der Informationstext ist Englisch und Polnisch).

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    ...RZEKA EN...: Klavierwerke von Chopin, Rachmaninoff und Mahler

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
DUX
1
12.06.2017
EAN:

5902547013312


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DUX

Das polnische Label DUX wurde 1992 von Malgorzata Polanska und Lech Tolwinski, beides Absolventen der Toningenieur-Fakultät der Frédéric Chopin Musikakademie in Warschau, gegründet. Hauptanliegen war die Produktion von Aufnahmen mit klassischer Musik, wobei man von Anfang an höchste Ansprüche an künstlerische und technische Standards stellte.Viele Aufnahmen von Dux erlangten sowohl in Polen als auch im Ausland breites Interesse bei Publikum und Kritik, die sich in zahlreichen Preisen und Auszeichnungen widerspiegelt.

Ein Schwerpunkt des Labels ist natürlich das reiche musikalische Erbe Polens, das weitaus mehr umfasst als Chopin oder Penderecki. Im Katalog finden sich daher neben bekannteren Namen wie Wieniawski, Szymanowski oder Lutoslawski auch zahlreiche hierzulande bislang weniger bekannte oder völlig unbekannte Komponisten von der Renaissance bis zur Gegenwart, wie Ignaz Jan Paderewski, der Klaviervirtuose und spätere Premier- und Außenminister der Zweiten Polnischen Republik oder Stanislaw Moniuszko, ein Zeitgenosse Verdis und Schöpfer der polnischen Nationaloper. Aber auch zahlreiche polnische Künstler, Ensembles und Orchester gilt es bei DUX zu entdecken, darunter international renommierte Namen wie beispielsweise die gefeierte Altistin Ewa Podles.


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