> > > Go East!: Klavierwerke zu vier Händen von Brahms, Hindemith u.a.
Dienstag, 22. August 2017

Go East! - Klavierwerke zu vier Händen von Brahms, Hindemith u.a.

Tanzrhythmen und Folklore


Label/Verlag: CAvi-music
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Gülru Ensari und Herbert Schuch spüren auf ihrer neuen Platte Verbindungen zwischen Brahms, Hindemith, Strawinsky und Manav nach.

Der Klang ist ‚brahmsisch‘: voluminös, klangvoll, eher gewichtig als frisch, auch wenn einige der Walzer op. 39 durchaus flott gespielt werden. Und der gleiche Klang prägt die Walzer op. 6 von Paul Hindemith, die den Titel 'Drei wunderschöne Mädchen im Schwarzwald' tragen. Das Pianisten-Ehepaar Herbert Schuch und Gülru Ensari hat die Walzer von Brahms und Hindemith vermischt. Aus den 16 Walzern op. 39 von Brahms haben sie zwölf ausgewählt, von Hindemith sind alle acht Walzer aufgenommen, entstanden ist ein neuer Zyklus von 20 Walzern, die durchaus gut zueinander passen und häufig ohne Pause direkt nacheinander gespielt werden.

Dieser etwa halbstündige Walzerzyklus bildet die erste Hälfte der neuen Platte ‚Go east!‘. Der Titel erklärt sich dadurch, dass sowohl Brahms als auch Hindemith in ihre Musik ungarische Elemente integriert hätten. Die zweite Hälfte der Platte führt noch weiter nach Osten und enthält ebenfalls tänzerische Musik, wenn auch völlig anderer Art: Igor Strawinskys selbst erstellte vierhändige Fassung des 'Sacre du Printemps' haben die beiden Pianisten in einer neuen eigenen Bearbeitung aufgenommen. Hinzugefügt haben sie an einigen Stellen sogar zusätzliche Rhythmus-Instrumente, dezent genug eingesetzt um nicht als aufgesetzter Fremdkörper zu wirken. Der Rhythmus ist vielleicht das wichtigste Element des 'Sacre', und der bleibt in der Klavierfassung natürlich erhalten, wird teilweise vielleicht sogar geschärft. Während die Klangfarben des groß besetzten Orchesters naturgemäß fehlen, auch sie eine sehr wichtige Komponente des Werkes immerhin, kommt zum Ausgleich die Brillanz des Anschlags hinzu.

Zwischen Brahms/Hindemith und Strawinsky stehen noch zwei kurze Stücke des türkischen Zeitgenossen Özkan Manav. Um Vierteltöne zu ermöglichen, wurde an einer Stelle gar der Flügel entsprechend verstimmt, das Ergebnis wirkt allerdings recht eigenartig. Diese drei bzw. vier Elemente haben alle sowohl tänzerische als auch folkloristische Wurzeln, das ist die gemeinsame Grundlage. Ob sie sich dadurch nun überzeugend verbinden, sei einmal dahingestellt. Die wesentliche Erkenntnis der Zusammenstellung besteht wohl darin, dass Hindemith, den viele nur wenig später als eigentlichen Kopf der Avantgarde ansahen, während Schönberg fast als veraltet galt, im Jahr 1916 Walzer komponierte, die sich mehr oder weniger bruchlos mit den 50 Jahre älteren von Brahms verbinden lassen, mitten in der vorgeblich atonalen Zeit der 1910er Jahre also und später entstanden als Strawinskys 'Sacre'.

Auch wenn nun zu diesem Werk keine wirklichen Verbindungen erkennbar werden, liefern Herbert Schuch und Gülru Ensari immerhin eine knackige, turbulente, folglich gelungene 'Sacre'-Einspielung, klanglich gut aufgenommen, sowie die allemal spannende Bekanntschaft mit dem bisher unbekannten Özkan Manav. Das Beiheft enthält ein Interview mit Gülru Ensari und Herbert Schuch, in dem sie die Idee des Programms näher erläutern.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Go East!: Klavierwerke zu vier Händen von Brahms, Hindemith u.a.

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
CAvi-music
1
17.02.2017
EAN:

4260085533763


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CAvi-music

"Es muss nicht viel sein, wenn's man gut ist" heißt die Devise für das Label, das stets den Künstler in den Vordergrund stellt, das partnerschaftlich Projekte realisiert, das persönliche Wünsche und Ideen der Künstler unterstützt, das sich vorwiegend auf Kammermusik konzentriert, das handverlesen schöne Musik in hervorragender Interpretation anbietet, mit einer Künstlerliste, die sich sehen lassen kann. Eine sehr persönliche Sache, die von Herzen kommt !! Außerdem kommen neben dem Label CAvi-music auch die Labels "SoloVoce" und "CAvi-Autentica" aus dem Hause Avi-Service for music.


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