> > > Fuchs, Robert: Sämtliche Werke für Violoncello und Klavier
Sonntag, 23. Juli 2017

Fuchs, Robert - Sämtliche Werke für Violoncello und Klavier

Imperialistisch-emphatisch


Label/Verlag: TYXart
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Martin Ostertag und Oliver Triendl sind berufene Anwälte dieser ästhetisch eher rückwärts gewandten, aber deshalb keineswegs uninteressanten Kammermusik.

Bei Robert Fuchs‘ Kammermusik auf Tonträger kann man mittlerweile fast von einer systematischen Erkundung sprechen. Nun also die kompletten Werke für Cello und Klavier – zwei Sonaten und sieben Phantasiestücke –, mit zwei prominenten Interpreten: Martin Ostertag und Oliver Triendl. Mit der Drucklegung seiner Kompositionen hatte sich Fuchs jeweils Zeit gelassen. Die (viersätzige) d-Moll-Sonate op. 29 und die (dreisätzige) Sonate es-Moll op. 83 erschienen 1881 bzw. 1909 im Druck. Im Vergleich zu der Musik seiner Zeitgenossen, ist Fuchs besonders in seiner zweiten Sonate (bei allen offenkundigen Qualitäten der Komposition) im Grunde unmodern zu nennen – dies ist (wie auch besonders die erste Sonate) Musik der Brahms-Nachfolge, mit großer Emphase, starker Emotion und reichem Effekt. Ostertag und Triendl beherrschen diesen ‚imperialistischen Gestus‘ bestens, der nicht etwa billige Affirmation ist, sondern die Verbindung von ernsthafter Emphase und schicklichem Ausdruck (besonders gut zu hören in den langsamen Sätzen) und somit eindeutig Produkt des musikalischen Historismus vielmehr denn eines dekadenten Fin-de-siècle.

1906-7 entstanden die sieben Phantasiestücke op. 78, deren Ausgangspunkt Schumann nur noch sehr bedingt durchscheint. Eindeutig sind wir ein bis zwei Generationen weiter in der Musikgeschichte, bei Reinecke, Draeseke, Bruch und anderen. Das mag Musik sein, die allgemein weniger beliebt ist, nicht zuletzt wegen des Umbruchs in Richtung einer historischen Stilpluralität, wobei Fuchs eher den Bewahrern des Status Quo denn den „Neuerkundern“ zuzurechnen ist. Weniger attraktiv oder künstlerisch ‚minder‘ ist sie drum nicht, gerade auch wenn sie so autoritativ wie hier dargeboten wird, wenn die möglicherweise in anderen Interpretationen drohende Kitschgefahr konsequent vermieden wird.

Während das Booklet wie häufig bei TYX als vorbildlich bezeichnet werden darf, enttäuscht diesmal etwas die Aufnahmetechnik in der ersten Sonate. Da wird alles detailgenau aufgezeichnet, alles hat genügend Raum und Wärme, die Instrumente sind bestens aufeinander abgestimmt, doch ist das dynamische Spektrum nicht ganz so weiträumig wie bei anderen Produktionen, das Forte und das Fortissimo etwas lärmend, ohne die ansonsten auf der CD zu hörende Noblesse. Die SWR-Aufnahmetechnik des Jahres 2004 scheint hier etwas zu schwächeln – schade, dass so gerade das Ende der Produktion etwas weniger überzeugt als der Rest.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Fuchs, Robert: Sämtliche Werke für Violoncello und Klavier

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Spielzeit:
TYXart
1
03.03.2017
75:40
EAN:
BestellNr.:

4250702800781
TXA16078


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"CD "Robert Fuchs: Sämtliche Werke für Violoncello und Klavier" op.83, op.78 und op.29

Martin Ostertag, Violoncello
Oliver Triendl, Klavier


Die siebte CD in der neuen Kammermusik-Reihe von TYXart, und die zweite mit Werken von Robert Fuchs (erste CD: TYXart Nr. TXA15066 mit Viola, Violine und Klavier) vereinigt das komplette Repertoire für Violoncello und Klavier. Der österreichische Komponist gilt als einer der geschätztesten Musiker des Wiener Musiklebens im Umfeld von Johannes Brahms. Die hier eingespielten Cellowerke beeindruckten das Publikum bereits zur Entstehungszeit durch ihre Erfindungskraft und Eleganz.
Schloss schon die erste CD-Veröffentlichung mit Duos und Kammermusik von Fuchs markante Repertoirelücken (TXA15066), so knüpfen die vorliegenden Einspielungen unmittelbar daran an. Stand zunächst die Viola im Vordergrund, so sind es hier einige jener Werke, die der Komponist für das Violoncello schuf und die man durchgehend zum Reifsten zählen kann, das es aus seiner Feder gibt. Wollte man ein einziges zusammenfassendes Stichwort für Fuchs' Kompositionen für dieses Instrument nennen, so lautete dieses wohl Eleganz. Eleganz durchzieht alle drei Opera und zeigt das außergewöhnlich hohe Niveau des heute beinahe vergessenen Komponisten.

Eine Produktion des Südwestrundfunks
Eine Album-Co-Produktion der Joachim-Wollenweber-Edition und TYXart.


CD-Programm / Trackliste:

Robert Fuchs (1847-1927)

Sonate es-Moll op. 83 / Sonata e flat minor Op. 83
Allegro moderato assai
Adagio con sentimento
Allegro vivace

Sieben Phantasiestücke op. 78 / 7 Fantasy Pieces Op. 78
Etwas bewegt, launig
Ruhig und äusserst zart
Lebhaft
Ruhig und gesangvoll
Anmutig bewegt
Etwas langsam, sehr innig
Lebhaft bewegt

Sonate d-Moll op. 29 / Sonata d minor Op. 29
Molto moderato
Scherzo. Allegro
Adagio
Allegro non troppo ma giocoso

Album-Erstveröffentlichung!"


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TYXart

TYXart - the musicART label

TYXart ist es ein besonderes Anliegen, die emotionalen, geistigen und intellektuellen Anforderungen von Musikliebhabern mit hochwertigen künstlerischen Einspielungen zu erfreuen - und dass Tiefsinn, Humor, Stille, Kraft, Nachdenklichkeit, aber auch Lebensfreude, Jubel oder Trauer, also alles, was die musikalischen Befindlichkeiten des Menschen erhebt und befriedigt, in unseren Veröffentlichungen enthalten ist.

Es geht uns dabei nicht in erster Linie nur um "Berühmtheit" oder "Perfektionismus", sondern ums Humane, Originelle, Individuelle und um die begeisternden und begeisterten Interpretationen ungewöhnlicher Musiker, auch der ganz jungen. Jede CD ein Unikat! Das soll unser Motto sein. Dass sich unserem Konzept bereits mehrere außergewöhnliche und berühmte Künstler spontan anschließen, beruht auf deren Überzeugung von der Richtigkeit unseres Anspruchs.

Herausragende Musiker und Ensembles der Veröffentlichungen: Giora Feidman (Klarinette), Elena Denisova (Violine), Yojo (Klavier), Liana Issakadze (Violine), Alexander Suleiman (Violoncello), Corinne Chapelle (Violine), Carmen Piazzini (Klavier), Franz Grundheber (Bariton), Matthias Veit (Klavier), Nathalia Prishepenko (Violine), Alexandra Sostmann (Klavier), Franz Hummel (Komponist), Masako Sakai (Klavier), Ensemble del Arte (Kammerorchester), Vardan Mamikonian (Klavier), Jakob David Rattinger (Viola da Gamba), Werner Schneyder (Musik-Kabarett), TRIO ZERO, Sojka Quartett, Deutsches Saxophon Ensemble, Moscow Symphony Orchestra ...

Wir stellen zusammen mit unseren Künstlern in Serien wie z.B. "Modern Classics", "Rising Stars" oder "Crazy Edition" Aufsehen erregende Musikaufnahmen unserer Zeit ungewöhnlichen Interpretationen aus mehreren Epochen gegenüber, um ein breites Publikum auf die Lebendigkeit, Schönheit und Kühnheit neuer Kompositionen im Fokus radikaler oder besonders individueller Interpretationen traditioneller Werke aufmerksam zu machen. Lassen Sie sich auch jenseits von Mainstream-Bewegungen begeistern von den sensationellen Einspielungen der Künstler bei TYXart!


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