> > > Beethoven, Ludwig van: Sinfonie Nr. 3 & Coriolan-Ouvertüre
Montag, 16. September 2019

Beethoven, Ludwig van - Sinfonie Nr. 3 & Coriolan-Ouvertüre

Humanistisch gefärbt


Label/Verlag: Profil - Edition Günter Hänssler
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Auch mit dem NDR Sinfonieorchester brauchte Klaus Tennstedt keine Mätzchen, um mit Beethoven zu überzeugen.

Klaus Tennstedts Beethoven-Einspielungen mit dem London Philharmonic Orchestra gelten als legendär, weil sie im besten Sinne die Durchdringung der Musik in die Tiefe nahezu plastisch erlebbar machen. 1979 wurde Tennstedt für drei Jahre Leiter des NDR Sinfonieorchesters, das sich in jener Zeit nicht nur durch gut ausbalancierten Orchesterklang auszeichnete, sondern auch durch zahlreiche hervorragende Solisten. Dass die Blechbläser in dieser Einspielung vom Juli 1979 noch nicht ganz qualitativ auf einer Höhe mit den Holzbläsern sind, hört man erst heute durch die ‚Linse‘ des digitalen Klanges quasi in Übergröße – möglicherweise bedingt durch eine Interimszeit davor ohne Chefdirigenten.

Tennstedt treibt das Orchester zu musikalisch dichten, kontrapunktisch sorgfältig durchgearbeiteten Interpretationen an, ohne extreme Tempi, immer wieder mit dem Blick auf ein durchaus romantisches, eher aus Schumann denn aus Haydn verstandenes Beethoven-Bild. Die 'Eroica' kommt vornehmlich erhaben daher, auf einen verschleppten Trauermarsch kann Tennstedt aber ebenso verzichten wie auf ein exuberantes Finale (selbst Günter Wand ist in seiner berühmten Einspielung mit demselben Orchester in diesem Satz schneller als Tennstedt). Tennstedt weiß um die historische Bedeutung der Sinfonie wie auch der 'Coriolan'-Ouvertüre, doch ist bei ihm alles ‚humanistisch‘ gefiltert, bleibt der Jubel gesittet, der Ausbruch kontrolliert, die lyrische Linie ‚in Form‘. Die vierzig Jahre alte Einspielung hat die Zeiten gut überstanden und ist eine im besten Sinne schnörkellose, zeitlose Alternative zu vielen ‚Eintagsfliegen‘ des heutigen Marktes.


Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen? Empfehlen Sie ihn weiter!

Ihre Meinung? Kommentieren Sie diesen Artikel

Jetzt einloggen, um zu kommentieren.
Sind Sie bei klassik.com noch nicht als Nutzer angemeldet, können Sie sich hier registrieren.



Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



Cover vergrößern

    Beethoven, Ludwig van: Sinfonie Nr. 3 & Coriolan-Ouvertüre

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Profil - Edition Günter Hänssler
1
24.03.2017
Medium:
EAN:
CD
881488160222

Cover vergössern

Profil - Edition Günter Hänssler

Profil - The fine art of classical music
EDITION GÜNTER HÄNSSLER - EIN LABEL MIT "PROFIL"
Bei der Gründung seiner "EDITION GÜNTER HÄNSSLER" und dem neuen Label "PROFIL" betrat Produzent Günter Hänssler, der ehemalige Chef des erfolgreichen Labels Hänssler Classics, mit einer ganz klaren Philosophie und Zielsetzung den Klassik-Markt:
"Nur ein Label mit einem klaren PROFIL, mit einem eindeutigen Wiedererkennungseffekt hat heute noch eine Chance auf dem heiß umkämpften CD-Markt - um die Liebhaber klassischer Musik heute mit einem Produkt zu überzeugen braucht man Originalität, Innovation und optimierte Vertriebswege."
Der Name PROFIL ist Programm. Günter Hänssler denkt in Serien. Nur groß angelegte Projekte haben heute noch eine Chance, sich nachhaltig auf dem Markt wiederzufinden. So entstanden international hoch gepriesene und mehrfach mit internationalen Preisen ausgezeichnete Editionen wie die EDITION STAATSKAPELLE DRESDEN oder die GÜNTER WAND EDITION.
Die Repertoire-Politik ist charakteristisch. Eine Auswahl erster internationaler Künstler finden sich im Programm von PROFIL ebenso wieder wie erfolgreiche Newcomer der Klassikszene, darunter das mehrfach preisgekrönte Klenke-Quartett, das in der Interpretation von Kammermusik in den letzten Jahren neue Maßstäbe setzen konnte.
Ergänzt wird das Repertoire durch ausgewählte, digital aufwendig restaurierte historische Aufnahmen, Interpretationen von legendärem Ruf in neuer, bisher nicht gekannter digitaler Klangqualität. Auf diese Weise schlägt PROFIL die Brücke von der Vergangenheit in die Gegenwart und versteht sich so auch als Bewahrer musikalischer Traditionen.
PROFIL: Ein Programm - eine Verpflichtung aus Tradition!


Mehr Info...


Cover vergössern
Jetzt kaufen bei...


Von Dr. Jürgen Schaarwächter zu dieser Rezension empfohlene Kritiken:

  • Zur Kritik... Durchdacht: Klaus Tennstedt beweist sich als tiefgründiger Beethoven-Dirigent. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, 27.08.2018)

Weitere Besprechungen zum Label/Verlag Profil - Edition Günter Hänssler:

  • Zur Kritik... Pionierarbeit: Florian Uhlig setzt sein jetzt schon gelungenes und wichtiges Schumann-Projekt nahtlos fort. Weiter...
    (Thomas Gehrig, )
  • Zur Kritik... Les Rarissimes de Gina Bachauer: Die griechische Pianistin Gina Bachauer hätte eine vertiefte diskografische Erkundung verdient. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
  • Zur Kritik... Schwabenbass-Legende: Auf den ersten Blick mag es so scheinen, als wäre dieses Porträt Gottlob Fricks eine Wiederauflage der ewig gleichen Frick-Highlights, aber es gibt bei genauerem Hinsehen und Hinhören eben doch noch eine ganze Menge 'Neues' zu entdecken und zu genießen. Weiter...
    (Benjamin Künzel, )
blättern

Alle Kritiken von Profil - Edition Günter Hänssler...

Weitere CD-Besprechungen von Dr. Jürgen Schaarwächter:

  • Zur Kritik... Introvertiert brillant: Ein Steinway-Flügel ist vielleicht nicht die glücklichste Wahl für eine Einspielung von Johann Baptist Cramers Klaviermusik. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
  • Zur Kritik... Formexperimente: Piet Kuijken bietet ein überzeugendes Plädoyer für Johann Ladislav Dussek. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
  • Zur Kritik... Unzeitgemäß: Der angloamerikanische Komponist Bernard Rands mag das Rad nicht neu erfinden, doch ist die vorliegende Interpretation über fast jeden Zweifel erhaben. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
blättern

Alle Kritiken von Dr. Jürgen Schaarwächter...

Weitere Kritiken interessanter Labels:

  • Zur Kritik... Besonderes Erlebnis: Auf ihrem Debüt-Album kann Moné Hattori ihr immenses Talent voll ausspielen. Weiter...
    (Thomas Gehrig, )
  • Zur Kritik... Starke Crossover-Platte: Das WDR Funkhausorchester Köln serviert drei Symphonic-Jazz-Leckerbissen für Klarinette und Orchester. Weiter...
    (Manuel Stangorra, )
  • Zur Kritik... Formexperimente: Piet Kuijken bietet ein überzeugendes Plädoyer für Johann Ladislav Dussek. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
blättern

Alle CD-Kritiken...

Magazine zum Downloaden

NOTE 1 - Mitteilungen (8/2019) herunterladen (3670 KByte) Class aktuell (3/2019) herunterladen (8670 KByte)

Anzeige

Empfehlungen der Redaktion

Die Empfehlungen der klassik.com Redaktion...

Diese Einspielungen sollten in keiner Plattensammlung fehlen

weiter...


Portrait

Christian Euler im Portrait "Melancholie ist die höchste Form des Cantabile"
Bratschist Christian Euler im Gespräch mit klassik.com über seine Lehrer, seine neueste SACD und seine künstlerische Partnerschaft zum Pianisten Paul Rivinius.

weiter...
Alle Interviews...


Sponsored Links

Hinweis:

Mit Namen oder Initialen gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers, nicht aber unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Die Bewertung der klassik.com-Autoren:

Überragend
Sehr gut
Gut
Durchschnittlich
Unterdurchschnittlich