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Donnerstag, 24. August 2017

Rimsky-Korsakow, Nikolaj - Romanzen

Sachliche Romanzen


Label/Verlag: cpo
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Die Mezzosopranistin Marina Prudenskaya präsentiert gemeinsam mit dem Pianisten Cord Garben eine Auswahl von 30 Liedern des großen Vokalkomponisten Rimskij-Korsakow.

Mit dem vielleicht schönsten Lied Rimskij-Korsakows beginnt die Auswahl dieser neuen Platte. Es ist die Schilderung einer Naturidylle von Michail Jurjewitsch Lermontow, die Rimskij-Korsakow als op. 40/1 vertonte und, passend zum Schlussvers ‚Im Himmel sehe ich Gott‘, von geradezu überirdischer Schönheit. Das direkt folgende Lied op. 40/2, ebenfalls Lermontow, beginnt mit den Versen ‚Über den Mitternachtshimmel flog ein Engel, er sang ein stilles Lied‘ und hält dieses Niveau.

Die Platte mit diesen beiden Juwelen zu beginnen, ist natürlich genial. Sie stammen aus Rimskij-Korsakows ertragreichem Liederjahr 1897, in dem er, wie er in seiner Autobiographie schrieb, ‚in eine neue Schaffensperiode eintrat‘ und einen ‚neuen Vokalstil‘ entwickelte. Denn obwohl bei uns wohl hauptsächlich einige seiner Orchesterwerke bekannt sind, war das Komponieren für Sänger eigentlich Rimskij-Korsakows Hauptbeschäftigung; nicht weniger als 15 Opern stammen aus seiner Feder.

Wenn die neue Platte den Titel ‚Romances‘ trägt – und nicht etwa ‚Songs‘ –, so hat das weiter nichts zu sagen, als dass Lieder in Russland in der Regel als Romanzen bezeichnet werden, ungeachtet ihres Inhalts. Betrachtet man die Interpretation durch die Mezzosopranistin Marina Prudenskaya und den Pianisten Cord Garben, so könnte man fast versucht sein, von sachlichen Romanzen zu sprechen, denn der Vortrag ist ganz unsentimental gehalten, eher schlicht und sehr transparent. Der extreme Gegensatz wäre etwa die bedingungslos emotional betonte Herangehensweise durch den legendären Bass Boris Christoff, von dem ebenfalls eine Auswahl der Romanzen vorliegt.

Einige der Lieder sind nämlich durchaus nicht ganz unbekannt, neben Boris Christoff hat sich etwa der nicht weniger legendäre Tenor Nicolai Gedda damit auseinandergesetzt, und eine Reihe weiterer, mal mehr, mal weniger bekannter Sänger beschäftigt sich immer mal wieder damit, eine Gesamtaufnahme existiert ebenfalls (Brilliant Classics), wobei die sich allerdings fünf Sänger und vier Pianisten geteilt haben. Meist begegnet man nur einigen wenigen Liedern, etwa den Puschkin-Vertonungen 'Auf Georgiens Hügeln' op. 3/4 und 'Eine flüchtige Wolkenbank' op. 42/3 oder der 'Nachtigall' op. 2/2, die natürlich auch hier nicht fehlen dürfen.

Nun sind Christoff und Gedda mit ihren charismatischen Stimmen natürlich außer Konkurrenz, doch auch etwa Sergej Baikow, ein großartiger, an der Gesamteinspielung beteiligter Bass hat, wenn es aufgewühlter zugeht wie etwa in op. 46/5 ('Die Wellen türmen sich wie Berge' nach Alexej Konstantinowitsch Tolstoj), durchaus dramatischere Deutungen vorgelegt. Auch Humor könnte klarer zum Ausdruck kommen, etwa in op. 42/2. Marina Prudenskayas Vibrato ist mitunter erheblich und eine Geschmacksfrage, unbestreitbar jedoch verfügt sie über eine gut gefasste Technik, die ihre eher dunkel gefärbte Stimme oft bemerkenswert rund klingen lässt, etwa am Schluss der bereits erwähnten 'Nachtigall' op. 2/2, den sie, wie viele andere Sänger auch, als Vokalise singt.

Sehr schön ist die neue Aufnahme in zarten und intimen Liedern, und davon gibt es immerhin einige Beispiele, etwa ein Wiegenlied op. 39/4. Die Lieder op. 39 sind komplett enthalten: Rimskij-Korsakow veröffentlichte meistens vier Lieder mit einer Opusnummer, doch außer in diesem einen Fall haben sich die Interpreten immer nur einzelne Lieder herausgepickt. Das ist die Folge ihrer Entscheidung, die Lieder sortiert nach Autoren anzuordnen, denn in op. 39 stammen alle vier Texte von A. K. Tolstoj, meist jedoch wählte Rimskij-Korsakow Texte verschiedener Autoren.

Ebenso stimmungsvoll wie op. 39/4 sind etwa op. 2/4, (die russische Übersetzung des Heinrich Heine-Textes ‚Aus meinen Tränen sprießen‘), ferner das bereits erwähnte op. 3/4 ('Auf Georgiens Hügeln') oder op. 8/2 'Nacht' von Alexej Nikolajewitsch Pleschtschejew. Die Auswahl enthält insgesamt 30 Titel und damit ein gutes Drittel der von Rimskij-Korsakow komponierten Lieder.

Der Klang der bereits 2010 aufgenommenen Produktion ist angenehm. Hier und dort sind einige Schnitte hörbar, die aber nicht besonders stören.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Rimsky-Korsakow, Nikolaj: Romanzen

Label:
Anzahl Medien:
Spielzeit:
cpo
1
68:58
EAN:
BestellNr.:

761203778324
cpo 777 783-2


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Rimsky-Korsakow, Nikolai
 - Kogda volnujetsja zehltejushchaja niva op. 40,1 -
 - Angel op. 40,2 -
 - O chjom v tishi nochej op. 40,3 -
 - Gornimi tikho letela dusha nebesami op. 27,1 -
 - O, jesli b ty mogla op. 39,1 -
 - Zapad gasnet v dali bledno-rozovoj op. 39,2 -
 - Na nivy zhjoltyje niskhodit tishina op. 39,3 -
 - Usni, pechal'nyj drug op. 39,4 -
 - Drobitsja, i pleshchet i bryzzhet volna op. 46,1 -
 - Ne penitsja more, ne pleshchet volna op. 46,2 -
 - Vzdymajutsja volny op. 46,5 -
 - Zvonche zhavoronka pen'je op. 43,1 -
 - Ne veter veja s vysoty op. 43,2 -
 - Serenada op. 4,4 -
 - Shjopot, robkoje dykhan'je op. 42,1 -
 - Ja prishjol k tebe s privetom -
 - Jevrejskaja pesnja op. 7,2 -
 - Svitezjanka op. 7,3 -
 - Moja balovnica op. 42,4 -
 - Juzhnaja noch' op. 3,2 -
 - Shchekoju k shcheke ty mojej prilozhis' op. 2,1 -
 - Iz sljoz mojikhz mnogo, maljutka -
 - Noch' op. 8,2 -
 - Na kholmakh Gruziji op. 3,2 -
 - Redejet oblakov letuchaja grjada op. 42,3 -
 - Ne poj, krasavica, pri mne op. 51,2 -
 - Cvetok zasokhshij, bezukhannyi op. 51,3 -
 - Krasavica op. 51,4 -
 - Probuzhden'je op. 55,1 -
 - Solovej op. 2,2 -


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Interpret(en):Prudenskaja, Marina
Garben, Cord


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cpo

Wohl kaum ein zweites Label hat in letzter Zeit soviel internationale Aufmerksamkeit erregt wie cpo. Die Fachwelt rühmt einhellig eine überzeugende Repertoirekonzeption, die auf hohem künstlerischen Niveau verwirklicht wird und in den Booklets eine geradezu beispielhafte Dokumentation erfährt. Der Höhepunkt dieser allgemeinen Anerkennung war sicherlich die Verleihung des "Cannes Classical Award" für das beste Label (weltweit!) auf der MIDEM im Januar 1995 und gerade wurde cpo der niedersächsische Musikpreis 2003 in "Würdigung der schöpferischen Leistungen" zuerkannt.
Besonders stolz macht uns dabei, daß cpo - 1986 gegründet - in Rekordzeit in die Spitze vorgestoßen ist. Das Geheimnis dieses Erfolges ist einfach erklärt, wenn auch schwierig umzusetzen: cpo sucht niemals den Kampf mit den Branchenriesen, sondern füllt mit Geschick die Nischen, die von den Großen nicht besetzt werden, weil sie dort keine Geschäfte wittern. Und aus mancher Nische wurde nach einhelliger Ansicht der Fachwelt mittlerweile ein wahres Schmuckkästchen.
Am Anfang einer Repertoire-Entscheidung steht bei uns noch ganz altmodisch das Partituren-lesen, denn nicht alles, was noch unentdeckt ist, muß auch auf die Silberscheibe gebannt werden. Andererseits gibt es - von der Renaissance bis zur Moderne - noch sehr viele wahre musikalische Schätze zu heben, die oft näher liegen, als man meint. Unsere großen Werk-Editionen von Pfitzner, Korngold, Hindemith oder Pettersson sind nicht umsonst gerühmt worden. In diesem Sinne werden wir fortfahren.
Letztendlich ist unser künstlerisches Credo ganz einfach: Wir machen die CDs, die wir schon immer selbst haben wollten. Seien Sie herzlich zu dieser abenteuerlichen Entdeckungsfahrt eingeladen!


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