> > > Polychrome: Violinwerke von Ravel, Prokofjew und Strauss
Samstag, 18. Januar 2020

Polychrome - Violinwerke von Ravel, Prokofjew und Strauss

Facettenreich


Label/Verlag: Alpha Classics
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Der Violinist Tobias Feldmann und sein Begleiter Boris Kusnezow stellen mit diesen facettenreichen Interpretationen ihr Können eindrucksvoll unter Beweis.

Eine ‚große Farbpalette‘ und die Breite seines Könnens möchte der junge Violinist Tobias Feldmann auf 'Polychrome' zeigen (mit diesem 2016 erschienenen Tonträger gab er sein Debüt beim französischen Label Alpha Classics). Dies gelingt ihm ausgezeichnet – gemeinsam mit seinem Klavierpartner Boris Kusnezow und mit einem abwechslungsreichen, klug zusammengestellten Programm, das Kompositionen von Ravel, Prokofjew und Richard Strauss vereint.

Feldmanns Geigenton ist charismatisch und aussagekräftig (er spielt auf einem Instrument aus dem Jahr 1769). Die Musiker, deren Zusammenspiel von einer überragenden Homogenität ist, verfügen über das notwendige Feingefühl und technische Vermögen, um Ravels rätselhaft-klare Musik und namentlich den lyrischen ‚Impressionismus‘ seiner einsätzigen Violinsonate Nr. 1 a-Moll zur Geltung zu bringen. Indem sie Leichtigkeit und noblen Ernst in geradezu perfekter Balance halten, geben sie ein überzeugendes Plädoyer für dieses selten gespielte Werk. Auch die zersplitterte Stilistik von Prokofjews zweiter Violinsonate D-Dur op. 94a (1944) liegt den Interpreten, das Aufgeraut-Burschikose ebenso wie die herbe Lyrik. Im Andante ist der Geigenton weich und schlackenlos, das neoklassisch angehauchte 'Allegro con brio' erklingt zupackend, aber nicht grob. Den Überschwang von Richard Strauss‘ Violinsonate Es-Dur op. 18 aus dem Jahr 1888 mit ihrer ‚wilhelminischen‘ Spätromantik schließlich formulieren die Interpreten eloquent aus. Feldmann lässt die Spitzentöne intensiv leuchten. Kusnezow ist seinem anspruchsvollen Part jederzeit gewachsen und entfaltet quasi-orchestrale Klangwirkungen.

Das Booklet bietet statt Werkeinführungen ein instruktives Interview mit dem Geiger. Feldmann schwärmt hier völlig zu Recht von der Akustik der Jesus-Christus-Kirche in Berlin, in der die Aufnahme entstand: Der Klang ist warm und klar – ein Genuss wie die ganze empfehlenswerte Einspielung, die außerdem, wie bei diesem Label üblich, mit einer gediegenen Aufmachung für sich einzunehmen weiß.


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Polychrome: Violinwerke von Ravel, Prokofjew und Strauss

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Alpha Classics
1
03.02.2017
Medium:
EAN:
CD
3760014192531

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Alpha Classics

"Haute-Couture-Label", "Orchidee im Brachland der Klassikbranche" oder schlicht "Wunder", das sind die Titel mit denen das französische Label ALPHA von der Fachpresse hierzulande bedacht wird. In der Tat ist die Erfolgsgeschichte des Labels ein kleines Wunder. Honoriert wurde hiermit die Pionierlust und Entdeckerfreude des Gründers Jean-Paul Combet und die außerordentliche Qualität seiner Künstler und Ensembles (z.B. Vincent Dumestre, Marco Beasley, Christina Pluhar u.v.a.), aber auch die auffallend schöne, geschmackvolle Präsentation der Serie "ut pictura musica" mit ihren inzwischen mehr als 200 Titeln. Das schwarze Front-Layout und die Grundierung mit venezianischem Papier im Innern sind mittlerweile genauso zum Markenzeichen geworden wie die ausgesprochen stimmungsvollen Fotografien der Aufnahmesitzungen durch den Fotografen Robin Davies. Das Programm umfasst die Zeitspanne von der mittelalterlichen Notre Dame-Schule bis hin zur klassischen Moderne, doch ist nach wie vor ein deutlicher Schwerpunkt auf Alte Musik zu erkennen. Innerhalb des Labels möchte die zweite, auch "Weiße Reihe" genannte, Serie "Les Chants de la terre" die ältesten Quellen musikalischen Ausdrucks erkunden. Mit Virtuosität und Spielfreude widmet man sich hier dem Beziehungsfeld von schriftlich überlieferten und mündlich weitergegebenen Musiktraditionen, um alte Melodien zu neuem Leben zu erwecken. Trotz akribischer musikwissenschaftlicher Recherche geht es hier nicht um eindimensionale, akademisch trockene Werktreue, sondern um lebendigen Umgang mit altem Material.


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