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Montag, 19. Februar 2018

Sagenhaft! - 25 Jahre Singer Pur

Nach 25 Jahren


Label/Verlag: OehmsClassics
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Singer Pur zeigen, was sie können: Die Vokalisten überzeugen in leicht veränderter Besetzung wie eh und je. Auch 25 Jahre nach der Gründung ist es eines der aufregendsten Vokalprojekte in Deutschland.

‚Sagenhaft‘ – das ist der Titel der aktuellen Platte des Vokalensembles Singer Pur, das Anfang März sein 25jähriges Bestehen feierte. Sagenhaft kann man die enorme Entwicklung nennen, die die Formation mit fünf Herren und einer Dame in verschiedenen Besetzungen seitdem gemacht hat, vom inspirierten Beginn durch einen intensiven Prozess der individuellen und gemeinschaftlichen Professionalisierung hin zu einem der führenden Vokalensembles in Deutschland. Früh gab es erste Anerkennung: Dem ersten Preis 1994 beim Deutschen Musikwettbewerb folgten zahlreiche weitere Ehrungen.

Wer mag, kann den Weg des Ensembles auch diskografisch einigermaßen komplett nachvollziehen. Für einen Überblick über die 1990er Jahre ist eine 2009 bei Ars Musici erschienene Box mit vier Platten empfehlenswert, die Namen und Stimmen der frühen Zeit versammelt und die auch retrospektiv mehr als respektabel genannt werden kann. Schließlich ist die dichte Reihe der seit 2004 bei Oehms Classics publizierten Produktionen zu erwähnen, in einer großen thematischen Bandbreite, mit echten Publikumsrennern wie dem Volkslieder-Projekt oder schönen Weihnachtsplatten, dazu veritablen programmatischen Herausforderungen, wie den eingesungenen Sammlungen von Adrian Willaert oder Gioseffo Zarlino. Diese scheinbare Diskrepanz umschreibt den weiten Rahmen, in dem sich Singer Pur bewegen – mit vielen Facetten dem Publikum zugewandt, dazu mit großer eigener Ambition und Ausdauer bei der Umsetzung auch schwieriger Vorhaben.

Schönes Programm

Ein typisches Singer Pur-Programm prägt die aktuelle Platte, die natürlich nicht wegen des Erstaunens der Vokalisten ob der eigenen musikalischen Qualität und Langlebigkeit ‚Sagenhaft!‘ betitelt ist. Sie befasst sich mit Sujets aus Sagen, Märchen, Epen und ewigen Erzählungen als tragfähigem Dreh- und Angelpunkt. Diese Inhalte haben zu verschiedenen Zeiten Komponisten diverser Prägung animiert, sich daran zu versuchen – vom Rasenden Roland und keltischen Mythen, über Kalevala und deutsche Romantik bis zu amerikanischen Topoi oder Max und Moritz. Das wird weder inhaltlich noch musikalisch systematisch gereiht, sondern in strahlender Vielfalt abgebildet: Mit Musik vom Urahn des Programms, Giaches de Wert, von Wenzel Heinrich Veit, David Wikander, György Ligeti, Veljo Tormis, John Cage, Ivan Moody, Raitis Grigalis oder Wolf Kerschek. Letzterer hat mit dem ausgreifenden 'Max und Moritz' den vielleicht gewitztesten Satz beigesteuert, jedenfalls einen besonders effektvollen.

Sehr gekonnt

Das ist ein Programm, das das Besondere vom Ensemble fordert, mit vertrackt rhythmisiertem Sprechgesang bei Cage oder heikler Konstruktion bei Ligeti, immer wieder aber auch reichlich Stoff zum delikaten Aussingen bietet. Und diesen programmatischen Rahmen voller Wechsel nutzt die Formation weidlich, präsentiert all ihre Qualitäten: In lyrischen Passagen, in aufgefächerter Stimmführung, in komplexer Harmonik, in rhythmischer Ambition, in exponierten Soli, in sensibler Sprachgestaltung. Alle Sphären werden mit individuellen, stimmig ineinander verblendeten Farben lebendig gemacht; auch der neue hohe Tenor Rüdiger Ballhorn, der die langjährig prägende Stimme von Klaus Wenk ersetzt, fügt sich nahtlos ein. Intoniert wird ebenso frei wie elegant, auch in zerklüfteter Anlage überlegen und auf höchstem Niveau. Das Klangbild ist konzentriert, eher direkt in seiner Wirkung, zugleich in einen schönen Raum integriert, in ausgeglichener Balance. Im feinen Booklet fehlen nur Übersetzungen der nicht deutschsprachigen Texte – Inhalte zu verstehen, ist sicher kein Problem, ein raunend anmutiges Gedicht von William Butler Yeats formvollendet zu übersetzen, würde der Rezensent dagegen lieber berufeneren Geistern überlassen.

Singer Pur zeigen, was sie können: Claudia Reinhard, Rüdiger Ballhorn, Markus Zapp, Manuel Warwitz, Reiner Schneider-Waterberg und Marcus Schmidl ziehen alle Register, überzeugen in leicht veränderter Besetzung wie eh und je. Auch 25 Jahre nach der Gründung ist es eines der aufregendsten Vokalprojekte in Deutschland.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Sagenhaft!: 25 Jahre Singer Pur

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
OehmsClassics
1
24.02.2017
EAN:

4260330918536


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OehmsClassics

Ein erfülltes Leben ist ohne Musik kaum denkbar. Musik spiegelt unsere Wahrnehmung der Umwelt und die Realität heutiger wie vergangener Zeiten. Gute Musik ist immer neu, immer frisch, immer wieder entdeckenswert. Deshalb bin ich überzeugt: Es gibt nicht -die- eine, definitive, beste Interpretation der großen Werke der Musikgeschichte. Und genau das macht klassische Musik so spannend: Jede Musikergenerationen experimentiert, entdeckt neue Blickwinkel, setzt unterschiedliche Schwerpunkte - derselbe Notentext wird immer wieder von anderen Strömungen belebt.

Deshalb ist ein Musikstück, egal aus welchem Jahrhundert, auch immer Neue Musik. OehmsClassics hat es sich zur Aufgabe gemacht, am Entdecken der neuen Seiten der klassischen Musik mitzuwirken.

Unser Respekt vor den künstlerischen Leistungen der legendären Interpreten ist gewiss. Unser Ziel als junges CD-Label sehen wir jedoch darin, den interpretatorischen Stil der Gegenwart zu dokumentieren. Junge Künstler am Anfang einer internationalen Karriere und etablierte Künstler, die neue Blickwinkel in die Interpretationsgeschichte einbringen - sie unterstützen wir ganz besonders und geben ihnen ein Forum, um auf dem Tonträgermarkt präsent zu sein.

Sie, liebe Musikhörer, bekommen damit die Gelegenheit, heute die Musikaufführung zu Hause nachzuvollziehen, die Sie gestern erst im Konzertsaal oder Opernhaus gehört haben. Wir laden Sie ein, gemeinsam mit uns die neuen Seiten der klassischen Musik zu erleben!


Ihr
Dieter Oehms


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