> > > Chopin & Dvorak: Klavierkonzert Nr. 1 & Symphonie Nr. 8
Sonntag, 20. Oktober 2019

Chopin & Dvorak - Klavierkonzert Nr. 1 & Symphonie Nr. 8

Schwebende Obertöne über einem samtweichen Fundament


Label/Verlag: DUX
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Eine Fülle an Melodien birgt die Deutung von Chopins Klavierkonzert Nr. 1 und Dvoráks Symphonie Nr. 8, die bei Dux erschienen ist.Zu hören ist das Santander Orchestra, dirigiert von José Maria Florêncio. Solist ist Krzysztof Ksiazek.

Frédéric Chopin und Antonín Dvořák sind sich zwar nie begegnet, doch verband sie ein musikalisch romantischer Ausdruck, den sie ihren Werken verliehen. Das Klavierkonzert Nr. 1 e-Moll op. 11 von Chopin und die Symphonie Nr. 8 G-Dur op. 88 von Dvořák hat das Santander Orchestra unter der Leitung von José Maria Florêncio eingespielt und nun im Label Dux Records herausgebracht. Klaviersolist ist der polnische Pianist Krzysztof Książek. Das Orchester, bestehend aus Nachwuchsorchestermusikern Polens, zeigt, dass es sowohl im Duett mit dem Klavier als auch solistisch imstande ist, die klanglichen Weiten, die Chopin und Dvořák in ihren Werken erschufen, geschickt umzusetzen. Das Booklet enthält einige weitere Informationen zu Solist, Orchester, Dirigent und den aufgenommenen Werken auf Englisch und Polnisch.

Von Beginn des Klavierkonzerts an greifen die Stimmen flüssig ineinander, die Geigen weben zarte Melodien, und kleine intonatorische Schwankungen fallen kaum auf. Sehr expressiv verschwindet der Orchesterklang vor dem ersten Klaviereinsatz fast im Nichts und lässt Książek genügend Raum, sich in seiner ersten Solopassage voll entfalten zu können. Mit seinem Spiel verbindet Książek virtuose Raffinesse mit dem verträumten ‚chopintypischen’ Wesen, das die Musik an vielen Stellen zum Schweben zu bringen scheint. Dazu legt das Orchester ein samtweiches Klangfundament, das zeitweise so zart und behutsam erklingt, als würden nur die Obertöne der Klavierstimme schwebend nachhallen, glockengleich davonschweben. Nach einem sehr sanft und gefühlvoll interpretierten zweiten Satz folgt das temperamentvolle Finale, das im Klavier vor Fröhlichkeit und Energie nur so strahlt. Selbst schwierige Passagen meistert Książek so mühelos, dass der Satz bis zuletzt unbeschwert und leicht erscheint.

Eine Fülle an Melodien hält die Symphonie von Antonín Dvořák für das junge Orchester bereit. Auch hier brillieren die Musiker durch einen feinen, expressiven Klang, der Fülle und Durchsichtigkeit vereint. Wie in einem lebhaften Gespräch setzen die verschiedenen Instrumente nacheinander ein, verflechten sich, lösen sich wieder voneinander. Durch die lebendige Gestaltung der Melodielinien und ein genaues Beachten der einzelnen Dynamikstufen entsteht ein abwechslungsreiches Klangerlebnis, das die Spannung bis zum Schluss aufrecht erhält.

Miriam Thaler Kurzkritik von Miriam Thaler,


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Chopin & Dvorak: Klavierkonzert Nr. 1 & Symphonie Nr. 8

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
DUX
1
24.03.2017
Medium:
EAN:

CD
5902547013565


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DUX

Das polnische Label DUX wurde 1992 von Malgorzata Polanska und Lech Tolwinski, beides Absolventen der Toningenieur-Fakultät der Frédéric Chopin Musikakademie in Warschau, gegründet. Hauptanliegen war die Produktion von Aufnahmen mit klassischer Musik, wobei man von Anfang an höchste Ansprüche an künstlerische und technische Standards stellte.Viele Aufnahmen von Dux erlangten sowohl in Polen als auch im Ausland breites Interesse bei Publikum und Kritik, die sich in zahlreichen Preisen und Auszeichnungen widerspiegelt.

Ein Schwerpunkt des Labels ist natürlich das reiche musikalische Erbe Polens, das weitaus mehr umfasst als Chopin oder Penderecki. Im Katalog finden sich daher neben bekannteren Namen wie Wieniawski, Szymanowski oder Lutoslawski auch zahlreiche hierzulande bislang weniger bekannte oder völlig unbekannte Komponisten von der Renaissance bis zur Gegenwart, wie Ignaz Jan Paderewski, der Klaviervirtuose und spätere Premier- und Außenminister der Zweiten Polnischen Republik oder Stanislaw Moniuszko, ein Zeitgenosse Verdis und Schöpfer der polnischen Nationaloper. Aber auch zahlreiche polnische Künstler, Ensembles und Orchester gilt es bei DUX zu entdecken, darunter international renommierte Namen wie beispielsweise die gefeierte Altistin Ewa Podles.


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