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Dienstag, 2. März 2021

Draeseke, Felix - Kammermusikwerke

Quintette vom Querkopf


Label/Verlag: cpo
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Das Hornquintett und das Streichquintett von Felix Draeseke werden auf dieser Platte ansprechend interpretiert vom Solistenensemble Berlin und dem Breuninger Quartett.

Felix Draesekes Quintett für drei Streicher, Horn und Klavier op. 48 ist wahrhaftig kein besonders gängiges Werk, dennoch haben es zwei Plattenfirmen fertig gebracht, ihre jeweiligen Aufnahmen quasi gleichzeitig auf den Markt zu bringen. Bei cpo erscheint eine Platte mit dem Solistenensemble Berlin und Gästen. Die Aufnahme entstand bereits 2009 und wartete seither auf ihre Veröffentlichung.

Im Vergleich zur Konkurrenz beim Label Tyx Art ist diese Aufnahme allerdings überzeugender. Das zeigt sich besonders im langsamen Satz. Die Artikulation ist deutlicher umgesetzt, der Klang voller und kompakter. Zudem gelingt es den Interpreten besser, den etwas zerklüfteten Satz sinnvoll darzustellen, indem sie die zunächst vielleicht unvermittelt wirkenden Kontraste mit Entschlossenheit präsentieren. Nur im Scherzo, einem 'Presto leggiero', das hier deutlich gemächlicher genommen ist, wirkt die Konkurrenzaufnahme etwas frischer und lebhafter. Auch das Finale, dessen Hauptteil mit 'Allegro vivace e leggiero' überschrieben ist, wird hier zwar ruhiger musiziert, doch kommen die Themen in diesem Tempo plastischer zur Geltung; wiederum sind zudem Artikulation und Klang der Konkurrenz überlegen. Allerdings ist der Satz in dieser Aufnahme um knapp 50 Takte gekürzt (von insgesamt 368); wer ihn vollständig hören will, muss doch zur anderen Platte greifen. Das Horn ist in Draesekes Quintett übrigens keineswegs als Soloinstrument eingesetzt. Es hält sich sogar ziemlich im Hintergrund, während das Klavier mehr oder weniger dominiert.

Felix Draeseke, der zeitlebens mit seinen Werken aneckte, weil er sich in seinem Eigensinn zwischen alle Stühle setzte, schrieb noch ein weiteres Quintett, und auch das ist auf dieser neuen Platte zu hören. Es handelt sich um das Streichquintett op. 77, das vom Breuninger Quartett und Andreas Grünkorn als zweitem Cellisten aufgeführt wird. Diese Formation aus Mitgliedern der Berliner Philharmoniker scheint sich bereits 2011 aufgelöst zu haben.

Nachdem Draeseke das Werk verhalten, mit solistischer Bratsche beginnen lässt, signalisieren in dieser Aufnahme kräftige Akzente die große klangliche Intensität, mit der die Musiker aufwarten wollen, der Rest der Aufnahme löst dieses Versprechen ein. Mit dichtem Klang rücken die Musiker diesem im Vergleich zum Hornquintett etwas düsteren und sperrigen Werk zu Leibe, das Draeseke in den Jahren 1900 bis 1901 komponierte. Das Ensemble klingt gut ausgewogen und warm, verwirklicht große dynamische Kontraste und intoniert natürlich sauber.

Das Streichquintett ist, wie bei Schubert, mit zwei Celli besetzt, und wie dort gibt es auch bei Draeseke einen besonders ausdrucksstarken langsamen Satz. Ohne den letztlich doch nicht ganz fairen Vergleich zu Schubert zu strapazieren, kann man diesen Satz doch als außerordentlich stimmungsvoll beschreiben. Der Begleittext zur CD tut dies bereits im Titel: ‚Das Adagio, das vom Himmel fiel‘. Schließlich enthält die Platte noch ein kürzeres Werk Draesekes, eine knapp zehnminütige 'Szene' für Geige und Klavier, kurz vor dem Quintett entstanden.

Wie bei cpo üblich, ist das Beiheft recht umfangreich. Die Fülle der Informationen ist fast schon übertrieben, so werden etwa sämtliche an der Uraufführung beteiligten Musiker mit vollem Namen und Lebensdaten genannt, obwohl sie heute völlig unbekannt sind. Die Struktur des Textes ist allerdings leider nicht allzu leicht erschließbar.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Draeseke, Felix: Kammermusikwerke

Label:
Anzahl Medien:
Spielzeit:
cpo
1
75:44
Medium:
EAN:
BestellNr.:

CD
761203510726
cpo 555 017-2


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Draeseke, Felix
 - Quintett für 2 Violinen, Viola und 2 Violoncelli op. 77 - Langsam und düster
 - Quintett für 2 Violinen, Viola und 2 Violoncelli op. 77 - Scherzo. Sehr schnell und prickelnd
 - Quintett für 2 Violinen, Viola und 2 Violoncelli op. 77 - Langsam und getragen
 - Quintett für 2 Violinen, Viola und 2 Violoncelli op. 77 - Finale. Langsam und düster - Rasch und feurig
 - Scene für Violine und Klavier op. 69 -
 - Quintett für Violine, Viola, Violoncello, Horn und Klavier op. 48 - Allegro con brio, ma non troppo vivace
 - Quintett für Violine, Viola, Violoncello, Horn und Klavier op. 48 - Andante grave
 - Quintett für Violine, Viola, Violoncello, Horn und Klavier op. 48 - Presto leggiero
 - Quintett für Violine, Viola, Violoncello, Horn und Klavier op. 48 - Allegro con brio


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cpo

Wohl kaum ein zweites Label hat in letzter Zeit soviel internationale Aufmerksamkeit erregt wie cpo. Die Fachwelt rühmt einhellig eine überzeugende Repertoirekonzeption, die auf hohem künstlerischen Niveau verwirklicht wird und in den Booklets eine geradezu beispielhafte Dokumentation erfährt. Der Höhepunkt dieser allgemeinen Anerkennung war sicherlich die Verleihung des "Cannes Classical Award" für das beste Label (weltweit!) auf der MIDEM im Januar 1995 und gerade wurde cpo der niedersächsische Musikpreis 2003 in "Würdigung der schöpferischen Leistungen" zuerkannt.
Besonders stolz macht uns dabei, daß cpo - 1986 gegründet - in Rekordzeit in die Spitze vorgestoßen ist. Das Geheimnis dieses Erfolges ist einfach erklärt, wenn auch schwierig umzusetzen: cpo sucht niemals den Kampf mit den Branchenriesen, sondern füllt mit Geschick die Nischen, die von den Großen nicht besetzt werden, weil sie dort keine Geschäfte wittern. Und aus mancher Nische wurde nach einhelliger Ansicht der Fachwelt mittlerweile ein wahres Schmuckkästchen.
Am Anfang einer Repertoire-Entscheidung steht bei uns noch ganz altmodisch das Partituren-lesen, denn nicht alles, was noch unentdeckt ist, muß auch auf die Silberscheibe gebannt werden. Andererseits gibt es - von der Renaissance bis zur Moderne - noch sehr viele wahre musikalische Schätze zu heben, die oft näher liegen, als man meint. Unsere großen Werk-Editionen von Pfitzner, Korngold, Hindemith oder Pettersson sind nicht umsonst gerühmt worden. In diesem Sinne werden wir fortfahren.
Letztendlich ist unser künstlerisches Credo ganz einfach: Wir machen die CDs, die wir schon immer selbst haben wollten. Seien Sie herzlich zu dieser abenteuerlichen Entdeckungsfahrt eingeladen!


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