> > > Mahler, Gustav: Das Lied von der Erde
Sonntag, 22. Oktober 2017

Mahler, Gustav - Das Lied von der Erde

Seltene Erden


Label/Verlag: Tudor
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Ein Dokument des Gelingens.

Jonathan Nott und die Bamberger Symphoniker haben einen vielgelobten Mahler-Zyklus vorgelegt. Nun folgt 'Das Lied von der Erde'. Es wurde im Februar 2016 aufgezeichnet. Als Solisten firmieren Roberto Saccà (Tenor) und Stephen Gadd (Bariton): eine Aufnahme von seltener Überzeugungskraft. Dabei schreckt Nott nicht vor extremen Tempi zurück. Das Orchester ist ihnen gewachsen. Es fehlt nicht an Genauigkeit, auch in raschen Passagen, langsame Abschnitte werden mit geistiger Präsenz ausgefüllt, sodass der Eindruck des Schleppenden nicht aufkommt. Ersichtlich wird, dass der Eindruck stimmiger Tempi nicht auf der Gleichmacherei ewigen Andantes und Nivellierung der Extreme beruht, sondern dramatischer Folgerichtigkeit und Klarheit der Proportionen.

Mag die Werbeabteilung hartnäckig den süffigen ‚böhmischen Klang‘ der Bamberger Symphoniker rühmen – hier führt das Orchester den Nachweis, dass es schrille, schneidende Töne auf der Palette hat, je nach Bedarf. Vibrato wird differenziert eingesetzt, artikulatorische und dynamische Abstufungen dito. Die Instrumentengruppen bringen ihre klangliche Eigenart zu Geltung. So geben die ersten Takte des 'Abschieds' ein suggestives Beispiel düsterer Stimmungskunst.

Vollkommene Sänger gibt es nicht, am wenigsten im 'Lied von der Erde'. Die Solisten erbringen nichtsdestoweniger angemessene Leistungen, mit fein gezeichneter Phrasierung und tenoralem Schmelz, sogar im Mezzavoce (Roberto Saccà), mit schlankem und kernigem Ton durch alle Register (Stephen Gadd). Beide gefallen mit kompetenter deutscher Aussprache und engagierter Textgestaltung ohne Chargieren.

Tudor hat sich als Hauslabel der Bamberger Symphoniker etabliert. Deren gewachsenes künstlerisches Prestige lässt sich in klingende Münze verwandeln. (So steht zu hoffen.) Selten werden CD-Produktionen – ob Super Audio oder nicht – so seriös und beinahe liebevoll vorbereitet. Georg Obermayer und Peter Collmann haben im Keilberth-Saal der Konzerthalle Bamberg ein munteres Klangbild kreiert, das dem Live-Eindruck nahekommt. Nicht, dass irgendwelche Vorzüge oder Auffälligkeiten ins Ohr stächen – grelle Brillanz, klinische Durchhörbarkeit, präpotent in den Vordergrund drängende Solisten. Das Klangbild ist stimmig, rund, nach allen Seiten abgewogen.

Das Beiheft ist ungewöhnlich gewichtig. Das 'Lied' wird in deutscher, englischer, französischer Sprache geboten. Alfred Beaujean, der tapfer auf die Hundert zusteuert, hat kundige Erläuterungen beigesteuert. Auch das Design ist zu loben – wäre nicht der unvermeidliche Dirigentenmystizismus. Jonathan Nott wird in mönchisch-meditativer Pose gezeigt: das Haupt gesenkt zu gefalteten Händen, die Lider geschlossen, lauschend göttlichen Eingebungen.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Mahler, Gustav: Das Lied von der Erde

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Tudor
1
24.02.2017
EAN:

812973012023


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