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Montag, 20. August 2018

Mahler, Gustav - Symphonie Nr. 9

Mahler für die Couch


Label/Verlag: BR-Klassik
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Jansons dirigiert die Neunte mit dem BR-Symphonieorchester wenig aufregend.

Seit mittlerweile 15 Jahren ist Mariss Jansons Chefdirigent des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks. Beide sind ein eingespieltes Team, es wird auf international konstant hohem Niveau musiziert, wie es auch nicht anders zu erwarten ist. Wer nach dem Besonderen, nach dem gewissen Tüpfelchen sucht, das diese mit langsamen Schritten vorangehende Gesamteinspielung der Mahler-Sinfonien kennzeichnet, der wird auch bei dieser Neunten gleichwohl enttäuscht. Sicher, der streicherlastig grundierte Orchesterklang verstrahlt Wärme, die Soli überzeugen mit tadelloser Intonation, allen voran die weich tönende Trompete in der Rondo-Burleske, und der richtige Tonfall wird vom BR-Orchester stets getroffen. Es gibt in der Gegenwart jedoch schon viel zu viele Einspielungen der Neunten, die bloß alles richtig machen, darüber hinaus aber nicht viel anderes. Letzten Endes wird hier auf allerhöchstem Abokonzert-Niveau musiziert. Extreme jedweder Art werden durch Routine und Altersweisheit abgedämpft. So bleibt ein gemütlicher Mahler für die Couch, der niemandem weh tut, aber auch niemanden vom Hocker reißen wird, der halt – wie man in Bayern sagen würde – ‚a bissel fad‘ ist.


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Mahler, Gustav: Symphonie Nr. 9

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Spielzeit:
Aufnahmejahr:
BR-Klassik
1
24.02.2017
080:45
2016
EAN:
BestellNr.:
4035719001518
900151

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Mahler, Gustav


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"Vor allem Gustav Mahlers neunte Symphonie wird als Reaktion auf eine Herzkrankheit verstanden, die bei ihm im Sommer 1908 diagnostiziert wurde, kurz bevor er die ersten Entwürfe niederschrieb. Er war tief verzweifelt und ahnte kaum, wie wenige Lebensjahre ihm tatsächlich nur mehr verbleiben sollten. Die Verarbeitung und Auseinandersetzung mit dem Erlebten und den Themen Abschied vom Leben, Sinn des Daseins, Tod, Erlösung, Leben nach dem Tod und Liebe geschah bei ihm – wie stets – in der Musik und durch Musik. Die neunte Symphonie entstand zwischen 1909 und 1910 in Toblach in einer Art Schaffensrausch. Die Uraufführung fand am 26. Juni 1912 in Wien statt: die Wiener Philharmoniker spielten das Werk unter Leitung von Bruno Walter. Mahler war bereits am 18. Mai 1911 verstorben und konnte die Uraufführung seines letzten vollendeten Werks nicht mehr miterleben. Schon eine der ersten Reaktionen auf die Uraufführung deutete den synkopischen Rhythmus, mit dem das viersätzige Werk beginnt, als Schlag eines kranken Herzens. Da Mahler an einer Herzkrankheit starb, wurde seine letzte vollendete Symphonie kurzerhand in Todesnähe gerückt: Paul Bekker gab ihr die heimliche Überschrift „Was mir der Tod erzählt“ und Peter Andraschke vermutete ganz konkret, Mahler habe hier, „wohl bedingt durch sein Herzleiden, seine Todesahnung komponiert“. Etwas poetischer schrieb Willem Mengelberg, der erste passionierte Mahler-Dirigent, in seine Partitur: „Mahlers Seele singt ihren Abschied!“ Mahlers neunte Symphonie stellt den Gipfelpunkt eines Entwicklungsprozesses dar. Die Kompositionsweise der progressiven Chromatik und die Ausreizung des tonalen Raums werden hier an ihre Grenzen und erstmals auch darüber hinaus geführt. Vor allem die beiden Rahmensätze verlassen den tonalen Raum und weisen deutlich auf eine beginnende neue musikalische Epoche. Alban Berg nannte diese Symphonie gar „das erste Werk der Neuen Musik“. Das Münchener Konzertereignis vom Oktober 2016 erscheint nun bereits bei BR Klassik als CD – die herausragende Interpretation einer der wesentlichsten Kompositionen des internationalen symphonischen Repertoires aus dem frühen 20. Jahrhundert. "


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Pizzicato: "Dies ist nicht die erste Einspielung der Neunten Mahler-Symphonie unter Mariss Jansons, die uns begeistert. Jene aus Oslo (Simax, 2000) hatte schon Highlights beschert. Und hier wird alles noch besser, nicht zuletzt wegen des Orchesters. Gleich im ersten Satz der Symphonie überrascht Jansons mit prallen Kontrasten und deftigen Klangeffekten, so Himmel, Erde und Hölle gleichzeitig beschwörend. Auf entrückte Passagen folgen fantastisch brodelnde Klangskulpturen. Sehr diesseitig und von üppiger Lebendigkeit sind der zweite und der dritte Satz. Manches ist überdreht-fröhlich, mit unwiderstehlich frech grinsendem Humor. Das Hineintauchen ins Adagio erfolgt umso stärker als kalte Dusche, doch Jansons erwärmt das Wasser sehr schnell. Er ist noch gefühlvoller geworden als in Oslo. Und in den allerletzten Minuten kommt dann der süße Tod, so zwingend, dass der Hörer minutenlang an seinen Stuhl gefesselt bleibt ob dieser immensen Sinnlichkeit. Das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks spielt souverän und folgt Jansons Angaben spontan und sehr genau. Die Tonaufnahme ist sehr natürlich und trägt viel zum guten Eindruck bei, den diese Produktion hinterlässt. Janson’s Ninth Mahler from Oslo is a great recording. This one is better still. In the first movement the listener fully experiences heaven and hell, the two central movements are hyped-up and joyous, with the Adagio being totally overwhelming."


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BR-Klassik

Herausragende Musikaufnahmen der drei Klangkörper des Bayerischen Rundfunks werden unter einer gemeinsamen Marke den Musikfreunden angeboten. Das Label heißt BR-KLASSIK. Zum Start sind acht Tonträger sowie eine DVD am 18. September 2009 veröffentlicht worden. Mittlerweile umfasst der gesamte Katalog über 70 Aufnahmen.

Das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, das Münchner Rundfunkorchester und der Chor des Bayerischen Rundfunks genießen sowohl in der Region als auch international einen außergewöhnlichen Ruf in Bezug auf Qualität, künstlerische Kreativität und die Vermittlung von klassischer Musik. Im Konzertsaal und in Hörfunk- und Fernsehübertragungen sind die drei Klangkörper regelmäßig zu hören. Herausragende Konzerte, besonders gelungene Interpretationen und selten zu hörende Werke werden nun unter der gemeinsamen Marke BR-KLASSIK auf dem hauseigenen Label dokumentiert.

Das CD-Label BR-KLASSIK ist organisatorisch bei der BRmedia Service GmbH angesiedelt, dem für die Zweitverwertungen zuständigen Tochterunternehmen des Bayerischen Rundfunks, und wird von Stefan Piendl als Label-Manager geleitet. Mit ihm und Peter Alward als A&R-Consultant konnte der Bayerische Rundfunk zwei erfolgreiche, externe Experten mit umfassender, internationaler Erfahrung für die Mitwirkung an seinem neuen Label BR-KLASSIK gewinnen.

Als logische und konsequente Fortsetzung der Surround-Sound-Offensive im Hörfunkprogramm von Bayern 4 Klassik, das ausgewählte Sendungen im Mehrkanalton und mit erhöhter Datenrate überträgt, werden auch die Tonträger-Veröffentlichungen des Öfteren als audiophile SACD produziert. Die Hybrid-SACD-Tonträger lassen sich als herkömmliche CD abspielen, enthalten aber auch eine Stereo-Spur im hochauflösenden DSD-Format sowie eine Mehrkanal-Fassung in 5.0 bzw. 5.1-Surround.

In der Reihe BR-KLASSIK ARCHIVE bringt das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks historische Aufnahmen des Labels zu Gehör. Z.B. war an zwei denkwürdigen Konzertabenden die Pianistin Martha Argerich zu Gast, 1973 unter Leitung von Eugen Jochum mit Mozarts Klavierkonzert KV 456 sowie zehn Jahre später mit Beethovens Klavierkonzert Nr. 1 unter Seiji Ozawa.

Im Vertrieb werden die Neuerscheinungen von BR-KLASSIK weltweit durch NAXOS betreut. Damit ist eine bestmögliche Präsenz auf allen wichtigen internationalen Märkten gewährleistet. Neue Aufnahmen werden im Highprice-Segment veröffentlicht, die CDs der ARCHIVE- und WISSEN-Serie auf Midprice. Zu einer modernen Vertriebsstruktur gehört selbstverständlich auch die Möglichkeit des digitalen Downloads über Musikportale wie iTunes, Musicload u.a.. Auch dieser Vertriebsweg wird über die Firma NAXOS erschlossen. Die Naxos Music Library präsentiert zudem für Universitäten und öffentliche Bibliotheken via Internet einen ständig wachsenden Katalog mit Tausenden von Titeln weltweit führender Labels. Studenten, Lehrpersonal und andere Benutzer können sich jederzeit einloggen und in der Bibliothek, im Hörsaal, im Studentenwohnheim, im Büro oder zu Hause das komplette Repertoire abrufen - auch die Aufnahmen von BR-KLASSIK.


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