> > > Beethoven, Ludwig van: Sinfonien Nr. 4 & 7
Dienstag, 25. Juni 2019

Beethoven, Ludwig van - Sinfonien Nr. 4 & 7

Kompromisslos


Label/Verlag: MDG
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Das Beethoven Orchester Bonn unter Stefan Blunier gefällt auch mit seinen Interpretationen zweier nicht ganz so ikonischer Beethoven-Sinfonien.

Diese weitere Folge der Gesamteinspielung von Beethovens Sinfonien, die das Beethoven Orchester Bonn mit seinem damaligen Chefdirigenten Stefan Blunier in SACD-Qualität 2017 beim Label MDG vorgelegt hat, vereint zwei Sinfonien des Bonners, die heutzutage zu seinen eher unbekannteren zählen. Der von monumentalen Schwesterwerken eingerahmten Vierten Sinfonie B-Dur hört man an, dass sie in glücklicher Zeit entstand. Doch das Beethoven Orchester Bonn stellt nicht bloß ihre lichte Klassizität heraus, sondern bringt im Kopfsatz auch gleichsam die Glut im Untergrund zum Vorschein. Rhythmische Agilität erscheint hier wichtiger als Sanglichkeit. Im Adagio zeigt das Orchester großen Sinn für melodische Schönheit, vergisst aber auch nicht die rhythmische Präzision. Der Tuttiklang ist schlank und bleibt es auch bei den Klangballungen im Finale.

Die Siebte Sinfonie A-Dur hat bis heute nichts von ihrer Wirkung verloren. In der Auslegung des Beethoven Orchesters klingt sie so souverän wie ‚catchy‘ – und zugleich kompromisslos und voller Leidenschaft. Im ersten Satz lassen die Interpreten sich nicht treiben vom Schwung der Melodie, sondern arbeiten, die Formgrenzen deutlich markierend, die Facetten dieser Musik mit Bedacht heraus; in der Schlusssteigerung überraschen sie mit explosiver Härte. Seltene Sanftheiten gestattet man sich nur im langsamen Satz. Im Presto werden die rhythmischen Muster glänzend herausgearbeitet, doch ausgerechnet dieser Satz könnte streckenweise mehr Schwung vertragen, wirkt dann fast schon zu analytisch.

Die Siebte und die Vierte sind weniger ikonisch als Beethovens Neunte, Fünfte oder die 'Eroica'. Dass es sich gleichfalls um Meisterwerke von eigenem Rang handelt (was natürlich niemand bezweifelt, der bei Verstand ist), machen Blunier und sein Orchester auf dieser 2016 in der Beethovenhalle aufgenommen Aufnahme mit jedem Takt deutlich.


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Beethoven, Ludwig van: Sinfonien Nr. 4 & 7

Label:
Anzahl Medien:
MDG
1
Medium:
EAN:
SACD
760623199566

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MDG

Die klangrealistische Tonaufnahme

»Den beim Sprechen oder Musizieren entstehenden Schall festzuhalten, um ihn zu konservieren und beliebig reproduzieren zu können, ist eine Idee, die seit langem die Menschen beschäftigte. Waren zunächst eher magische Aspekte im Spiel, die die Phantasie beflügelten wie etwa bei Giovanni deila Porta, der 1598 den Schall in Bleiröhren auffangen wollte, so führte mit fortschreitender Entwicklung naturwissenschaftlichen Denkens ein verhältnismäßig gerader Weg zur Lösung...« (Riemann Musiklexikon)

Seit Beginn der elektrischen Schallaufzeichnung ist der Tonmeister als »Klangregisseur« bei der Aufnahme natürlich dem Komponisten und dem Interpreten, aber auch dem Hörer verpflichtet. Die Mittel zur Tonaufzeichnung sind hinlänglich bekannt. Die Kriterien für ihren Einsatz bestimmt das Ohr. Deshalb für den Hörer hier eine Beschreibung unserer Hörvorstellung.

Lifehaftigkeit

In der Gewißheit, daß der Konzertsaal im Wohnzimmer (leider) nicht realisierbar ist, konzentriert sich unser Bemühen darauf, die Illusion einer Wirklichkeit zu vermitteln. Die Musik soll im Hörraum so wiedererstehen, daß spontan der Eindruck der Unmittelbarkeit entsteht, das lebendige Klanggeschehen mit der ganzen Atmosphäre der »Lifehaftigkeit« erlebt wird. Da wir praktisch ausschließlich menschliche Stimmen und »klassische« Instrumente - auch sie haben ihren Ursprung im Nachahmen der Stimme - aufnehmen, konzentriert sich unsere Klangvorstellung auf natürliche Klangbalance und tonale Ausgeglichenheit im Ganzen, und instrumentenhafte Klangtreue im Einzelnen. Darüber hinaus natürliche, ungebremste Dynamik und genaueste Auflösung auch der feinsten Spannungsbögen. Weitestgehend bestimmend für die Illusion der Lifehaftigkeit ist auch die Ortbarkeit der Klangquellen im Raum: freistehend, dreidimensional, realistisch.

Musik entsteht im Raum

Um diesen »Klangrealismus« einzufangen, ist bei den Aufnahmen von MDG eine natürliche Akustik unbedingte Voraussetzung. Mehr noch, für jede Produktion wird speziell in Hinblick auf die Besetzung und den Kompositionsstil der passende Aufnahmeraum ausgesucht. Anschließend wird »vor Ort« die optimale Plazierung der Musiker und Instrumente im Raum erarbeitet. Dieser ideale »Spielplatz« ermöglicht nun nicht nur die akustisch beste Aufnahme, sondern inspiriert durch seine Rückwirkung die Musiker zu einer lebendigen, anregenden Musizierlust und spannender Interpretation. Können Sie sich die Antwort des Musikers vorstellen auf die Frage, ob er lieber in einem trockenen Studio oder in einem Konzertsaal spielt?

Die Aufnahme

Ist der ideale Raum vorhanden, entscheidet sich der gute Ton an den Mikrofonen - verschiedene Typen mit speziellen klanglichen Eigenheiten stehen zur Auswahl und wollen mit dem Klang der Instrumente im Raum in Harmonie gebracht werden. Ebenso wichtig für eine natürliche Abbildung ist die Anordnung der Mikrofone, damit etwa die richtigen Nuancen in der solistischen Darstellung oder die Kompensation von Verdeckungseffekten realisierbar werden. Das puristische Ideal »nur zwei Mikrofone« kann selten den komplexen Anforderungen einer Aufnahme mit mehreren Instrumenten gerecht werden. Aber egal wie viele Mikrofone verwendet werden: Stellt sich ein natürlicher Klangeindruck ein, ist die Frage nach dem Zustandekommen des »Lifehaftigen« zweitrangig. Entscheidend ist, es klingt so, als wären nur zwei Mikrofone im Spiel.

Ohne irgendwelche »Verschlimmbesserer« wie Filter, Limiter, Equalizer, künstlichen Hall etc. zu benutzen, sammeln wir die Mikro-Wellen übertragerlos in einem puristischen Mischpult und geben das mit elektrostatischem Kopfhörer kontrollierte Stereosignal linear und unbegrenzt an den AD-Wandler und zum digitalen Speicher weiter. Dadurch bleiben auch die feinsten Einschwingvorgänge erhalten. Auf der digitalen Ebene wird dann ohne klangmanipulierende Eingriffe mit dem eigenen Editor in unserem Hause das Band zur Herstellung der Compact Disc für den Hörer erstellt, für Ihr hoffentlich großes Hörvergnügen.


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