> > > Schoenberg, Arnold: Kammersinfonien (Fassungen für zwei Klaviere bzw. Klavier vierhändig)
Dienstag, 22. August 2017

Schoenberg, Arnold - Kammersinfonien (Fassungen für zwei Klaviere bzw. Klavier vierhändig)

Transkription abseits des Üblichen


Label/Verlag: Brilliant classics
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Die beiden Pianisten Matteo Fossi und Marco Gaggini zeigen Berg, Schönberg und Webern als meisterhafte Bearbeiter. Die Transkriptionen sind nicht Selbstzweck, sondern kluge und vollgültige Varianten des Originals.

Klaviertranskriptionen bzw. Bearbeitungen für Klavier erfreuen sich großer Beliebtheit. Zumeist sind es Orchesterwerke der Romantik, denen sich die Bearbeiter zuwenden. Ballette scheinen dem Klavier besonders entgegenzukommen: Tschaikowskys Ballette (Kodama-Duo), Debussys 'Jeux' und Strawinskys 'Sacre du Printemps' (Jean-Efflam Bavouzet, François-Frédéric Guy) wurden bereits (mehrfach) eingespielt, von virtuosen Show-Piecen gar nicht zu reden ('Hummelflug', 'Erlkönig' etc.).

Die Pianisten Matteo Fossi und Marco Gaggini bewegen sich mit ihren Einspielungen abseits des üblichen Transkriptionsrepertoires. Bisher hatten sie sich auf Brahms konzentriert und alle vier Symphonien eingespielt. Für Brillant Classics haben sie nun wieder ein ungewöhnliches Repertoire ausgewählt: die beiden Kammersymphonien Schönbergs sowie seine 'Fünf Stücke' für Orchester op. 16, sämtliche in Originalbearbeitungen von Berg, Schönberg und Webern. Sie beweisen, dass die Klavierversionen dieser Werke nicht bloß ein Notbehelf sind, sondern eigenständigen Wert besitzen und eine vollwertige künstlerische Darbietung ermöglichen. Freilich, wer die farbenreiche Instrumentierung Schönbergs im Ohr hat, wird sich zunächst einhören müssen. Besondere Klangeffekte wie die gedämpfte Bass-Posaune im ersten der fünf Stücke 'Vorgefühle' gehen verloren. Im Gegenzug stellt sich eine neue Transparenz des musikalischen Satzes ein, die der Eigenart des Klaviers geschuldet ist, das nur sehr begrenzt in der Lage ist, ‚unklare‘, weiche, gleichsam konturlose Klänge zu erzeugen. Das dritte Stück 'Farben' wird vom Klavierklang völlig transformiert. Es wirkt auf dem Klavier monotoner und hypnotischer durch die stärkere rhythmische Präsenz der einzelnen Anschläge. Bei den langen Haltetönen der Bläser behelfen sich Fossi und Gaggini mit dezentem Wiederanschlagen der Töne.

Besonders kritisch sind orchestrale Klanghöhepunkte, da sie in der Klaviertranskription aufgrund des monochromen Klanges schnell ermüdend wirken. In diesen Werken resultieren derartige Höhepunkt meist aus der Verdichtung der polyphonen Struktur, die von den Klavierversionen erstaunlich gut wiedergegeben werden, sodass sie auch am Klavier ihre Wirkung entfalten. Überhaupt klingen die Bearbeitungen stellenweise erstaunlich pianistisch.

Empfindliche Hörer werden sich womöglich an gelegentlichen Dämpfergeräuschen stören. Man meint, mit dem Kopf unmittelbar über den Saiten zu schweben, so genau sind die Nebengeräusche jedes einzelnen Pedalwechsels zu hören. Dass diese eigentlich unauffälligen Dämpfergeräusche jedoch so deutlich wahrgenommen werden (können), zeugt davon, dass die beiden Pianisten den Hörer in ihren Bann zu ziehen vermögen; ernsthaft beeinträchtigt wird die Wiedergabe dadurch nicht.

Marco Gaggini zeichnet für den aufschlussreichen Booklet-Text verantwortlich, der nicht nur auf die jeweiligen Werke, sondern auch detailliert auf die Bearbeitungen eingeht. Leider ist er nur auf Englisch und Italienisch abgedruckt. Zum Wiederentdecken, Studieren und Kennenlernen der enthaltenen Werke ist die CD unbedingt zu empfehlen. Eine besondere Vorliebe für den Klavierklang ist unabdingbar, wenn man sich dieser Aufnahme nähert.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Schoenberg, Arnold: Kammersinfonien (Fassungen für zwei Klaviere bzw. Klavier vierhändig)

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Brilliant classics
1
17.02.2017
EAN:

5028421949574


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Schönberg, Arnold


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Mit den Veröffentlichungen von komplettierten Gesamtwerks- Editionen und Zyklen berühmter Komponisten, hat sich das Label erfolgreich am Musikmarkt etabliert. Der Klassikmusikchef, Pieter van Winkel, ist Musikwissenschaftler und selbst Pianist. Mit seinem professionellen musikalischen Gespür für den Klassikmarkt, hat er in den letzten Jahren ein umfangreiches Klassikprogramm aufgebaut. Neben hochwertigen Lizenzprodukten fördert er mit Eigenproduktionen den musikalischen Nachwuchs und bietet renommierten Musikern eine ideale Plattform.


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