> > > Dvorák, Antonín: Rusalka
Montag, 20. Januar 2020

Dvorák, Antonín - Rusalka

Wenn ?Rusalka? - dann diese!


Label/Verlag: Supraphon
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Es ist gegenwärtig groß in Mode, historische Aufnahmen aus den schier unendlichen Weiten der Archive großer Labels im neuen Layout auf den Plattenmarkt zu werfen, und so mit möglichst geringem Aufwand, den Back-catalogue in schnöden Mammon zu verwandeln. Nicht selten werden dabei musikalische Goldstücke ausgegraben, deren Existenz uns längst entfallen war. Ein solcher Schatz mit Referenzcharakter ist zweifelsohne die vorliegende Neuauflage der Dvorak Oper ?Rusalka? mit der Tschechischen Philharmonie unter der Leitung von Vaclav Neumann aus den Jahren 1982/83.
Diese Produktion bietet einfach alles: ausgezeichnete Sänger, einen homogenen, stimmlich ausgewogenen Chor und ein wunderbar klangschönes Orchester. Hinzu kommt mit Neumann ein absoluter Spitzeninterpret tschechischer Musik, der mit bewundernswerter Musikalität und großem Ästhetikverständnis die äußerst subtile Musik Dvoraks umzusetzen versteht.

Die Vertonung des Märchens von der Liebe der Nixe Rusalka zum Prinzen (einem Menschen), in dessen Verlauf sie ihrer Heimat entsagt, um mit ihm, der sie jedoch später verstößt, glücklich zu werden, ist schon zu seinen Lebzeiten Dvoraks größter Opernerfolg geworden. Versuchte er in seinen ersten großen Bühnenwerken, sich noch vor allem an der musikalischen Sprache Richard Wagners zu orientieren, fand er in ?Rusalka? zurück zu jenem heimatverbundenen, mitunter folkloristisch angehauchten Stil, der Dvorak so beliebt und authentisch gemacht hat. Der äußerst dramatische und überaus traurige Ausgang des Märchens ? schließlich muss der Prinz wegen des Kusses für die letztendlich verstoßene Rusalka sterben - tat dem Erfolg des Werks keinen Abbruch.

Vaclav Neumann versteht es, die große Farbpalette, die Dvoraks Instrumentationskünste hervorbrachte, mit all ihren Schattierungen und in ihrer kompletten Vielfalt überzeugend darzubringen. Hier strahlt Dvoraks Musik in all ihren Facetten, wird bis ins letzte Detail hinein ausgeleuchtet. Bemerkenswert ist auch die artikulatorische Akkuratesse und die stimmliche Ausgewogenheit in allen Orchestergruppen, mit denen der tschechische Spitzenklangkörper aus Prag zu Werke geht. (Ein Hoch auf die Zeiten, da eine Opernproduktion noch 3 Wochen in Anspruch nehmen durfte).
Gabriela Benackova gibt eine stimmlich flexible, angenehm warm timbrierte Rusalka, die auch in extremer Höhe niemals zum Forcieren neigt. Vera Soukupova als Hexe verfügt über eine markante, sehr metallene Stimme, die ganz in der Tradition der osteuropäischen Gesangsschule steht. Das keineswegs unangenehm wirkende ?Schrille? in ihrem Organ, verleiht der Rolle zusätzliches Couleur. Auch die drei Waldfeen (Jana Jonasova, Daniela Sounova-Broukova und Anna Barova) und die Fürstin (Drahomira Drobkova) sind mit den ausführenden Künstlerinnen und durch deren individuelle, überaus feinsinnige Rollengestaltung überdurchschnittlich gut besetzt.
Neben dem ausgezeichnet agierenden, stimmlich voluminösen Bass Richard Novak als Wassermann, ist Wieslaw Ochman als Prinz das männliche Sanges-Highlight der Produktion. Selten hat man einen Tenor so lyrisch und so dramatisch zugleich erlebt. Ochmann begeistert nicht nur durch seine weiche und doch sichere Höhe. Er verfügt gleichzeitig auch über ein ungemein kultiviertes Strahlen, das den Vergleich mit den Domingos und Carreras in deren besten Tagen nicht zu scheuen braucht.

Supraphon tut gut daran, diese außergewöhnlich gelungene Produktion in neuem Layout und wunderbarem, viersprachigem Booklet neu aufzulegen. Auch wenn das Aufnahmeklangbild etwas heller, weniger dumpf sein könnte: Der geneigte Opernfreund wird schlichtweg keine bessere Interpretation dieses tschechischen Opernschatzes am Markt finden. Auch Sir Charles Mackerras Aufnahme von 1998 (Decca) mit Renee Fleming (Rusalka) und Ben Heppner (Prinz) ist nicht annährend so perfekt ausbalanciert in der Stimmbehandlung und bei weitem nicht so ?in sich geschlossen? wie eben jene hier von Maestro Neumann. Wenn ?Rusalka? ? dann diese!

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





Kritik von Frank Bayer,


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Dvorák, Antonín: Rusalka

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Spielzeit:
Aufnahmejahr:
Veröffentlichung:
Supraphon
3
16.06.2003
1:47:15
1983
2003
Medium:
EAN:
BestellNr.:

CD
0099925371821
SU 3718-2 633


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Dvorák, Antonín


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Dirigent(en):Neumann, Václav
Orchester/Ensemble:Czech Philharmonic Orchestra
Interpret(en):Prague Philharmonic Choir,


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Supraphon

Supraphon Music ist das bedeutendste tschechische Musiklabel und besitzt bereits eine lange Geschichte. Der Name "Supraphon" (der ursprünglich ein elektrisches Grammophon bezeichnete, das zu seiner Zeit als Wunderwerk der Technik galt) wurde erstmals 1932 als Warenzeichen registriert. In den Nachkriegsjahren erschien bei diesem Label ein Großteil der für den Export bestimmten Aufnahmen, und Supraphon machte sich in den dreißiger und vierziger Jahren besonders um die Verbreitung von Schallplatten mit tschechischer klassischer Musik verdient. Die künstlerische Leitung des Labels baute allmählich einen umfangreichen Titelkatalog auf, der das Werk von BedYich Smetana, Antonín Dvorák und Leos Janácek in breiter Dimension erfasst, aber auch andere große Meister der tschechischen und der internationalen Musikszene nicht vernachlässigt. An der Entstehung dieses bemerkenswerten Katalogs, auf den Supraphon heute stolz zurückblickt, waren bedeutende in- und ausländische Solisten, Kammermusikensembles, Orchester und Dirigenten beteiligt.


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