> > > Schumann & Schostakowitsch: Klavierquintette
Montag, 13. Juli 2020

Schumann & Schostakowitsch - Klavierquintette

Romantisch


Label/Verlag: DUX
Detailinformationen zum besprochenen Titel


2013 starteten vier polnische Musiker so etwas wie ein Start-up. Als Chopin Piano Quartet gewannen sie Preise und gingen auf Tournee. Dann verschwanden sie. Ihr Vermächtnis ist eine DVD.

Musikstudierende schließen sich zu einem Kammermusikensemble zusammen, gewinnen in Kürze mehrere Preise, verschwinden ebenso schnell von der Bildfläche. Startet man die Suche, findet man einzelne Mitglieder häufig auf Erfolgskurs als Solisten. So ähnlich muss man sich den Werdegang des Chopin Piano Quartet aus Warschau mit Krzysztof Stanienda (Klavier), Roksana Kwaśnikowska (Violine), Magdalena Lech (Violine), Maria Stanienda (Viola) und Michał Zieliński (Violoncello) vorstellen.

Zwischen 2013 und 2017 tourten sie vor allem durch Polen, machten einen Abstecher zum Brahms-Wettbewerb nach Österreich, produzierten die vorliegende DVD mit den Klavierquintetten von Robert Schumann in E-Dur op. 44 und von Dmitri Schostakowitsch in G-Moll op. 57. Diese Standardwerke dominierten in dieser Zeit auch ihre Konzertprogramme.

Robert Schumann orientierte sich an Felix Mendelssohn Bartholdy, als er das epochale Klavierquintett 1842 in einem wahren Schaffensrausch komponierte. Voller Kraft und Frische sei es, schrieb seine Frau Clara in ihr Tagebuch. Im starken Kontrast dazu steht Schostakowitschs überlebenswichtiges Rehabilitationswerk aus dem Jahr 1940, ein Musterbeispiel der Ästhetik des Sozialistischen Realismus. Damit wurde Schostakowitsch das Stigma los, ein Vertreter der westlichen Dekadenz zu sein. Zugunsten einer klaren Ordnung orientierte sich Schostakowitsch vor allem an Bachs Präludien- und Fugenkunst.

Das Chopin Piano Quintett spielt beide Werke technisch einwandfrei. Ihre Interpretationen belegen, dass ihnen Schumanns romantische Ausdrucksweise nahe liegt, während sie den dramatischen Unterton, der Schostakowitschs Werk latent durchzieht, in keinem Augenblick treffen.


Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen? Empfehlen Sie ihn weiter!

Ihre Meinung? Kommentieren Sie diesen Artikel

Jetzt einloggen, um zu kommentieren.
Sind Sie bei klassik.com noch nicht als Nutzer angemeldet, können Sie sich hier registrieren.



Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



Cover vergrößern

    Schumann & Schostakowitsch: Klavierquintette

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
DUX
1
04.11.2016
Medium:
EAN:
DVD
5902547083292

Cover vergössern

Schostakowitsch, Dimitri
Schumann, Robert


Cover vergössern

DUX

Das polnische Label DUX wurde 1992 von Malgorzata Polanska und Lech Tolwinski, beides Absolventen der Toningenieur-Fakultät der Frédéric Chopin Musikakademie in Warschau, gegründet. Hauptanliegen war die Produktion von Aufnahmen mit klassischer Musik, wobei man von Anfang an höchste Ansprüche an künstlerische und technische Standards stellte.Viele Aufnahmen von Dux erlangten sowohl in Polen als auch im Ausland breites Interesse bei Publikum und Kritik, die sich in zahlreichen Preisen und Auszeichnungen widerspiegelt.

Ein Schwerpunkt des Labels ist natürlich das reiche musikalische Erbe Polens, das weitaus mehr umfasst als Chopin oder Penderecki. Im Katalog finden sich daher neben bekannteren Namen wie Wieniawski, Szymanowski oder Lutoslawski auch zahlreiche hierzulande bislang weniger bekannte oder völlig unbekannte Komponisten von der Renaissance bis zur Gegenwart, wie Ignaz Jan Paderewski, der Klaviervirtuose und spätere Premier- und Außenminister der Zweiten Polnischen Republik oder Stanislaw Moniuszko, ein Zeitgenosse Verdis und Schöpfer der polnischen Nationaloper. Aber auch zahlreiche polnische Künstler, Ensembles und Orchester gilt es bei DUX zu entdecken, darunter international renommierte Namen wie beispielsweise die gefeierte Altistin Ewa Podles.


Mehr Info...


Cover vergössern
Jetzt kaufen bei...
Titel bei JPC kaufen


Weitere Besprechungen zum Label/Verlag DUX:

  • Zur Kritik... Interpretatorisches Ausloten von Kontrasten: Die vielfach rezipierte Kammermusik von Johannes Brahms mit Klarinette lädt zu vielen Interpretationsmöglichkeiten ein. Auf der vorliegenden Einspielung wird der Fokus vornehmlich auf das Ausloten der Extreme gelegt. Weiter...
    (Lorenz Adamer, )
  • Zur Kritik... Originell statt original: Offenbar war es pure Spielfreude, die die polnische Dirigentin Agnieszka Duczmal leitete, als sie zum 50. Geburtstag ihres Kammerorchesters Arrangements kammermusikalischer Originale von Beethoven, Debussy und Korngold einspielte. Weiter...
    (Christiane Franke, )
  • Zur Kritik... Liebe macht gesund: Nachträglich zum 200. Geburtstag von Stanislaw Moniuszko stellt die Oper Krakau eine charmante Einspielung seines letzten Bühnenwerk 'Beata' vor. Weiter...
    (Karin Coper, )
blättern

Alle Kritiken von DUX...

Weitere CD-Besprechungen von Christiane Franke:

  • Zur Kritik... Zwielichte Stimmungen: Über die vielfältigen gefühlsschwangeren Assoziationen, die Desmond Earley mit seinem Chor erzeugt, lässt sich streiten. Doch es handelt sich hier um konzeptionell schlüssige, feine Chormusik. Weiter...
    (Christiane Franke, )
  • Zur Kritik... Von der Einheit des differenzierten Zusammenspiels: Drei Kammermusikprofis begeistern mit der dialogisch geführten Emotionalität der Extreme in Schuberts Klaviertrio op. 100. Weiter...
    (Christiane Franke, )
  • Zur Kritik... Kennst Du Fauré?: Liedbearbeitungen für eine Chorbesetzung ermöglichen Zugang zu unbekanntem Repertoire. Denis Rouger gibt damit nicht nur Vergessenen eine Plattform. Weiter...
    (Christiane Franke, )
blättern

Alle Kritiken von Christiane Franke...

Weitere Kritiken interessanter Labels:

  • Zur Kritik... Teamarbeit: Die Gesamtleistung der Musiker von Il gardellino überzeugt in zwei großen geistlichen Chorwerken von Niccolò Jommelli ebenso wie ihre Einzelleistungen. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
  • Zur Kritik... Unterschiedlich historisch: Diese Hommage an Clara Schumann bietet voll ausgereifte Interpretationen. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
  • Zur Kritik... Allegorisch: Die Salzburger Hofmusik bemüht sich mit gemischtem Erfolg um ein Singgedicht. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
blättern

Alle CD-Kritiken...

Magazine zum Downloaden

NOTE 1 - Mitteilungen (7/8 2020) herunterladen (3000 KByte)

Anzeige

Jetzt im klassik.com Radio

Carl Heinrich Graun: Polydorus

CD kaufen


Empfehlungen der Redaktion

Die Empfehlungen der klassik.com Redaktion...

Diese Einspielungen sollten in keiner Plattensammlung fehlen

weiter...


Portrait

Liv Migdal im Portrait "Man spielt mit den Ohren!"
Liv Migdal im Gespräch mit klassik.com.

weiter...
Alle Interviews...


Sponsored Links

Hinweis:

Mit Namen oder Initialen gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers, nicht aber unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Die Bewertung der klassik.com-Autoren:

Überragend
Sehr gut
Gut
Durchschnittlich
Unterdurchschnittlich