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Mittwoch, 13. Dezember 2017

Prokofjew, Sergej - Klavierwerke

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Label/Verlag: DUX
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Bartlomiej Kominek schafft einen Zugang zu Prokofjews Klavierwerken, der von der klangsinnlich-lyrischern Seite her die barbarische Wucht zähmt. Diese Perspektive stellt sich manchem Gewohnten entgegen, erweist sich jedoch als schlüssig.

Die Soloklavierwerke von Sergej Prokofjew stehen bei Pianisten, Musikhistorikern und auch beim Publikum nicht sehr hoch im Ansehen, von der berühmten Toccata op. 11 einmal abgesehen. Das Verdikt vom reaktionären Nostalgiker hat ein unbefangenes Herangehen verstellt. Mit der Interpretation der zehn Klavierstücke aus 'Romeo und Julia' liefert Bartlomiej Kominek nicht nur eine Bestätigung seiner tadellosen Technik, sondern beweist auch eine eindrucksvolle musikalische Intelligenz. Bartlomiej Kominek präsentiert diesen populären Klavierzyklus der wichtigsten ‚Hits’ aus Prokofjews Ballett prägnant und pointiert. Saubere Tonrepetitionen, perlende Staccati, und immer wieder die Zurücknahme der bravourösen Techniken in verhaltenem Piano. Mit plausibler Sensibilität erfasst er so die Stimmung der einzelnen, ganz unterschiedlichen Stücke.

Der Pianist Emil Gilels erinnerte sich an den Eindruck, nachdem er die Sonate Nr. 6 in A-Dur von Prokofjew interpretiert gehört hat: ‚Niemals hatte ich etwas dergleichen gehört. Mit barbarischer Kühnheit bricht der Komponist mit den Idealen der Romantik und bringt in seine Musik den alles überströmenden Pulsschlag des 20. Jahrhunderts hinein.’ Die Sonate Nr. 6 in A-Dur ist ein Werk von exorbitanter Vollgriffigkeit und technischem Anspruch. Bartlomiej Kominek erweist sich auch hier als Lyriker, ein Interpret pastellener Impressionen, allerdings mit der Fähigkeit, den Finalsatz hinreißend sportiv anzugehen.

Auch bei der Toccata in d-Moll donnert er nicht einfach los, wie viele andere Pianisten, sondern musiziert mit einer geradezu diaphanen Zerbrechlichkeit und überzeugt mit einer gestisch durchgeformten und rhetorisch plausiblen Herangehensweise. Das macht diese Interpretation so spannend, auch wenn sie nicht durch Tempo und rhythmische Schärfe besticht. Die 'Suggestion diabolique' aus den vier Stücken op. 4 rückt Kominek durch diese Herangehensweise erstaunlicherweise in die Nähe der Toccata.

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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Prokofjew, Sergej: Klavierwerke

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
DUX
1
28.10.2016
EAN:

5902547013152


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Prokofieff, Sergej


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DUX

Das polnische Label DUX wurde 1992 von Malgorzata Polanska und Lech Tolwinski, beides Absolventen der Toningenieur-Fakultät der Frédéric Chopin Musikakademie in Warschau, gegründet. Hauptanliegen war die Produktion von Aufnahmen mit klassischer Musik, wobei man von Anfang an höchste Ansprüche an künstlerische und technische Standards stellte.Viele Aufnahmen von Dux erlangten sowohl in Polen als auch im Ausland breites Interesse bei Publikum und Kritik, die sich in zahlreichen Preisen und Auszeichnungen widerspiegelt.

Ein Schwerpunkt des Labels ist natürlich das reiche musikalische Erbe Polens, das weitaus mehr umfasst als Chopin oder Penderecki. Im Katalog finden sich daher neben bekannteren Namen wie Wieniawski, Szymanowski oder Lutoslawski auch zahlreiche hierzulande bislang weniger bekannte oder völlig unbekannte Komponisten von der Renaissance bis zur Gegenwart, wie Ignaz Jan Paderewski, der Klaviervirtuose und spätere Premier- und Außenminister der Zweiten Polnischen Republik oder Stanislaw Moniuszko, ein Zeitgenosse Verdis und Schöpfer der polnischen Nationaloper. Aber auch zahlreiche polnische Künstler, Ensembles und Orchester gilt es bei DUX zu entdecken, darunter international renommierte Namen wie beispielsweise die gefeierte Altistin Ewa Podles.


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