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Donnerstag, 19. Juli 2018

Strauss, Richard - Eine Alpensinfonie

Intelligente Kombination


Label/Verlag: BR-Klassik
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Brillante und intelligente Sichtweise auf zwei bedeutende Kompositionen von Richard Strauss.

Diese Einspielung mit Werken von Richard Strauss’ ist ein Konzertmitschnitt des Symphonieorchesters des Bayrischen Rundfunks aus dem Jahre 2016, der nicht nur interpretatorisch überzeugt. Auch die Kombination der Tondichtung 'Tod und Verklärung' op. 24 und der 'Alpensinfonie' op. 64 ist überaus glücklich gewählt. Die Tondichtung, ein frühe Auseinandersetzung des jungen Richard Strauss mit der Vergänglichkeit der Welt und die kraftvoll-vitale Alpensinfonie - das ergänzt sich hervorragend.

Mariss Jansons unterschätzt die Komplexität dieser Musik nicht, war hörbar exzellent vorbereitetund verlor den Faden nie. Wundervoll die Gestaltung des geheimnisvollen Anfangs der 'Alpensinfonie' mit dem Rumoren in den verschiedenen Streichergruppen, aus dem der Klang der Blechbläser so logisch vorbereitet wird. Faszinierend, wie Mariss Jansons die Klangfarben der unterschiedlichen Instrumentengruppen zu mischen weiß und die Durchhörbarkeit bis in die dynamische Steigerung zum 'Sonnenaufgang' zu gewährleisten vermag. Diese hält sich bis hin zur 'Vision' und der hinführenden Gipfelpassage. Wie exzellent das Symphonieorchester des Bayrischen Rundfunks zu musizieren vermag, ist auch beim 'Gewitter' und dem 'Abstieg' zu hören. Gerade die stark geforderten Bläser behalten hier stets einen singenden fließenden Klang, der sich wundervoll mit den Streichern verbindet.

Der 'Sonnenuntergang' bietet weiterhin reichlich Gelegenheit zu erhören, wie Jansons es vermag, jenes klangliche Mit- und Ineinander aller Instrumentengruppen des Orchesters zu einem Gesamtklang zu formen, der alle Klangregister erleuchten lässt und gleichzeitig demonstriert, mit welcher Souveränität die Instrumentalisten dieses Orchesters musizieren. Mariss Jansons organsiert dabei die vielen kleinteiligen Übergänge mit leichter, aber gleichwohl energischer Hand. Die oft mit dem Taktmaß kollidierende Rhythmik wird von Jansons niemals glattgebügelt. Das Symphonieorchester des Bayrischen Rundfunks beweist ein großes Strauss-Format - nicht zuletzt in der ungeschönten Sprödigkeit der tragisch-gewittrigen Klanggestalten.

Gleiche interpretatorischen Qualitäten weist auch die Tondichtung 'Tod und Verklärung' aus dem Jahre 1889 auf. Jansons entwickelt bei diesem Werk ein leidenschaftliches, vorwärtstreibendes Pathos, das um so mehr überzeugt, als es nicht einer primär hitzigen Annäherungsweise entspringt. Besonnenheit und weiter Atem sind es, die die Formverläufe strukturieren. Es ist ja eine sehr luzide Musik mit vielen instrumentalen Soli, deren prosaischer Charakter durch Jansons intensiver plastischer Phrasierung exzellent in Klang umgesetzt wird. Das Werk handelt von einem alten Mann, der im Krankenbett sein Leben Revue passieren lässt, dieses Werk war Strauss so wichtig, dass er es im letzten seiner 'Vier letzten Lieder' am Ende seines Lebens wieder zitierte. Auch im letzten Abschnitt trifft Mariss Jansons vor dem Hintergrund einer überzeugenden Tempikonzeption den rechten Ton, wobei es ihm auf eindrucksvolle Weise gelingt, eine klangliche Brücke zum zentralen Höhepunkt der Sinfonie, dem weiten Panoramablick vom Gipfel aus zu schlagen.


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Strauss, Richard: Eine Alpensinfonie

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Spielzeit:
Aufnahmejahr:
BR-Klassik
1
30.12.2016
075:10
2016
EAN:
BestellNr.:
Booklet
4035719001488
900148


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Strauss, Richard
 - Eine Alpensinfonie -


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"RICHARD STRAUSS EINE ALPENSINFONIE op. 64 – TOD UND VERKLÄRUNG op. 24 Schon als 15jähriger hatte sich der angehende Komponist Richard Strauss (1864–1949) bei einer sommerlichen Bergwanderung auf dem Heimgarten in den Bayerischen Voralpen verstiegen und war in ein Gewitter geraten. Am nächsten Tag fantasierte er über dieses Erlebnis am Klavier. – Zwanzig Jahre später reifte dann aus dieser Erinnerung heraus das Konzept, eine ganztägige Bergbesteigung in einer sinfonischen Dichtung zu schildern. 1915 – weitere fünfzehn Jahre später – konnte Strauss sein Meisterwerk schließlich vollenden. Die Wanderung beginnt bei Nacht, der Anstieg erfolgt durch den Wald, an Bach und Wasserfall vorbei, über Wiesen und Almen auf einen vergletscherten Gipfel. Der Wanderer gerät dabei auch auf Irrwege und in Gefahren, hat sogar manche visionäre Erscheinung. Schließlich verschlechtert sich das Wetter und der Abstieg erfolgt in Gewitter und Sturm. Der ereignisreiche Tag – zusammengefasst in knapp sechzig Minuten Musik – klingt aus mit dem Sonnenuntergang und der nachfolgenden Nacht. „Eine Alpensinfonie“ ist Strauss‘ wohl bekannteste symphonische Dichtung: ihr inhaltliches Programm ist leicht fasslich und das Werk wurde wegen seiner riesenhaften Orchesterbesetzung regelrecht berühmt. Dabei wird nur selten forciert; vielmehr herrschen kammermusikalisch instrumentierte Passagen vor. Gewissermaßen als Gruß aus den Bayerischen Alpen haben das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und sein Chefdirigent Mariss Jansons dieses Meisterwerk und die Musik von Richard Strauss überhaupt auf das Programm ihrer im Spätjahr 2016 anstehende Asientournee gesetzt. Die für den Oktober 2016 vorgesehene Live-Aufnahme von Konzerten der „Alpensinfonie“ in der Philharmonie im Gasteig wird auf dieser aktuellen CD von BR Klassik ergänzt durch Strauss‘ bereits im Februar 2014 in Münchner Konzerten mitgeschnittene symphonische Dichtung „Tod und Verklärung“, die bereits 1890 uraufgeführt wurde. – Zwei sehr aktuelle Interpretationen also von zweien der wesentlichsten Tondichtungen des großen deutschen Komponisten auf einer CD. "


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BR-Klassik

Herausragende Musikaufnahmen der drei Klangkörper des Bayerischen Rundfunks werden unter einer gemeinsamen Marke den Musikfreunden angeboten. Das Label heißt BR-KLASSIK. Zum Start sind acht Tonträger sowie eine DVD am 18. September 2009 veröffentlicht worden. Mittlerweile umfasst der gesamte Katalog über 70 Aufnahmen.

Das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, das Münchner Rundfunkorchester und der Chor des Bayerischen Rundfunks genießen sowohl in der Region als auch international einen außergewöhnlichen Ruf in Bezug auf Qualität, künstlerische Kreativität und die Vermittlung von klassischer Musik. Im Konzertsaal und in Hörfunk- und Fernsehübertragungen sind die drei Klangkörper regelmäßig zu hören. Herausragende Konzerte, besonders gelungene Interpretationen und selten zu hörende Werke werden nun unter der gemeinsamen Marke BR-KLASSIK auf dem hauseigenen Label dokumentiert.

Das CD-Label BR-KLASSIK ist organisatorisch bei der BRmedia Service GmbH angesiedelt, dem für die Zweitverwertungen zuständigen Tochterunternehmen des Bayerischen Rundfunks, und wird von Stefan Piendl als Label-Manager geleitet. Mit ihm und Peter Alward als A&R-Consultant konnte der Bayerische Rundfunk zwei erfolgreiche, externe Experten mit umfassender, internationaler Erfahrung für die Mitwirkung an seinem neuen Label BR-KLASSIK gewinnen.

Als logische und konsequente Fortsetzung der Surround-Sound-Offensive im Hörfunkprogramm von Bayern 4 Klassik, das ausgewählte Sendungen im Mehrkanalton und mit erhöhter Datenrate überträgt, werden auch die Tonträger-Veröffentlichungen des Öfteren als audiophile SACD produziert. Die Hybrid-SACD-Tonträger lassen sich als herkömmliche CD abspielen, enthalten aber auch eine Stereo-Spur im hochauflösenden DSD-Format sowie eine Mehrkanal-Fassung in 5.0 bzw. 5.1-Surround.

In der Reihe BR-KLASSIK ARCHIVE bringt das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks historische Aufnahmen des Labels zu Gehör. Z.B. war an zwei denkwürdigen Konzertabenden die Pianistin Martha Argerich zu Gast, 1973 unter Leitung von Eugen Jochum mit Mozarts Klavierkonzert KV 456 sowie zehn Jahre später mit Beethovens Klavierkonzert Nr. 1 unter Seiji Ozawa.

Im Vertrieb werden die Neuerscheinungen von BR-KLASSIK weltweit durch NAXOS betreut. Damit ist eine bestmögliche Präsenz auf allen wichtigen internationalen Märkten gewährleistet. Neue Aufnahmen werden im Highprice-Segment veröffentlicht, die CDs der ARCHIVE- und WISSEN-Serie auf Midprice. Zu einer modernen Vertriebsstruktur gehört selbstverständlich auch die Möglichkeit des digitalen Downloads über Musikportale wie iTunes, Musicload u.a.. Auch dieser Vertriebsweg wird über die Firma NAXOS erschlossen. Die Naxos Music Library präsentiert zudem für Universitäten und öffentliche Bibliotheken via Internet einen ständig wachsenden Katalog mit Tausenden von Titeln weltweit führender Labels. Studenten, Lehrpersonal und andere Benutzer können sich jederzeit einloggen und in der Bibliothek, im Hörsaal, im Studentenwohnheim, im Büro oder zu Hause das komplette Repertoire abrufen - auch die Aufnahmen von BR-KLASSIK.


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