> > > Telemann, Georg Philipp: Orchesterwerke
Freitag, 14. August 2020

Telemann, Georg Philipp - Orchesterwerke

Kammermusikalisch transparent


Label/Verlag: Alpha Classics
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Rundum empfehlenswert: Telemann ohne orchestrale Opulenz, dafür in einer farbenreichen und hervorragend aufgenommene Interpretation.

Ein Streichquintett und ein Cembalo bemüht Olivier Fortin in der vorliegenden Einspielung von vier Orchesterwerken Georg Philipp Telemanns auf dem Label Alpha Classics; die Transparenz seiner Lesart ist beeindruckend, die Interpretation hat lebendigen, warmen Puls, und die Musiker verfallen auch nicht in Schematismus, sondern verzieren variativ bei Wiederholungen. Die Musiker lassen sich genügend Zeit, bleiben dennoch frisch in ihrem Interpretationsansatz. Unter den sieben- bis achtsätzigen Ouvertüren TWV 55:A1, B5 und G10 finden sich zwei berühmte Beiträge – die 'Burlesque de Don Quixote' sowie 'Les Nations' –, die voller Verve und mit feiner Bedachtsamkeit, aber ohne große orchestrale Geste zu Gehör gebracht werden. Gerade die Gleichberechtigung der einzelnen Stimmen führt ggf. zu einer Emanzipation von Stimmlinien, die bei größerer Besetzung in den Hintergrund treten können (etwa im Satz 'Les Moscovites' in 'Les Nations'). Das viersätzige 'Concerto polonois' G-Dur TWV 43:G7 verarbeitet polnisches Volksgut auf für Telemann und auch für die Zeit durchaus ungewöhnliche Weise. Wenn man auf orchestrale Opulenz bei Telemann verzichten kann, bieten die Musiker eine lebensvolle und farbenreiche, dazu hervorragend aufgenommene Alternative. Auch das Booklet lässt keinerlei Wünsche offen. Rundum empfehlenswert.


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Telemann, Georg Philipp: Orchesterwerke

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Alpha Classics
1
04.11.2016
Medium:
EAN:
CD
3760014192562

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Alpha Classics

"Haute-Couture-Label", "Orchidee im Brachland der Klassikbranche" oder schlicht "Wunder", das sind die Titel mit denen das französische Label ALPHA von der Fachpresse hierzulande bedacht wird. In der Tat ist die Erfolgsgeschichte des Labels ein kleines Wunder. Honoriert wurde hiermit die Pionierlust und Entdeckerfreude des Gründers Jean-Paul Combet und die außerordentliche Qualität seiner Künstler und Ensembles (z.B. Vincent Dumestre, Marco Beasley, Christina Pluhar u.v.a.), aber auch die auffallend schöne, geschmackvolle Präsentation der Serie "ut pictura musica" mit ihren inzwischen mehr als 200 Titeln. Das schwarze Front-Layout und die Grundierung mit venezianischem Papier im Innern sind mittlerweile genauso zum Markenzeichen geworden wie die ausgesprochen stimmungsvollen Fotografien der Aufnahmesitzungen durch den Fotografen Robin Davies. Das Programm umfasst die Zeitspanne von der mittelalterlichen Notre Dame-Schule bis hin zur klassischen Moderne, doch ist nach wie vor ein deutlicher Schwerpunkt auf Alte Musik zu erkennen. Innerhalb des Labels möchte die zweite, auch "Weiße Reihe" genannte, Serie "Les Chants de la terre" die ältesten Quellen musikalischen Ausdrucks erkunden. Mit Virtuosität und Spielfreude widmet man sich hier dem Beziehungsfeld von schriftlich überlieferten und mündlich weitergegebenen Musiktraditionen, um alte Melodien zu neuem Leben zu erwecken. Trotz akribischer musikwissenschaftlicher Recherche geht es hier nicht um eindimensionale, akademisch trockene Werktreue, sondern um lebendigen Umgang mit altem Material.


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