> > > Liebeslieder: Vol. 1
Freitag, 21. September 2018

Liebeslieder - Vol. 1

Love, love, love - Teil I


Label/Verlag: Carus
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Das Liederprojekt des Carus-Verlags geht in eine neue Runde. Auf zwei CDs dreht sich diesmal alles um das Thema Liebe - wie gewöhnlich ebenso vielfältig wie unterhaltsam.

Auf ein Neues: Statt sich auf seinen wohlverdienten Lorbeeren auszuruhen, überrascht das Liederprojekt von Carus und SWR2 regelmäßig mit neuen Ideen für seine CD-Reihen. Nach den überaus erfolgreichen Wiegenliedern, Kinderliedern, Volksliedern und Weihnachtsliedern folgen nun die vorerst zwei CDs umfassenden ‚Liebeslieder‘. Kein anderes Thema durchzieht die Künste über die Jahrhunderte so wie die Liebe, daher ist es auch der Anspruch des Liederprojekts, auf beiden Tonträgern Liebeslieder aus nicht weniger als sieben Jahrhunderten Musikgeschichte zu versammeln.

Was die Reihe besonders schön macht, ist ihre Titelauswahl: Reizvolle Raritäten und außergewöhnlich interpretierte Klassiker reichen sich auf beiden CDs die Hand. Für das Liederprojekt ist der Name Programm. Wie üblich liegt der Schwerpunkt auch diesmal auf dem gesungenen Lied. Umso interessanter, dass einige Lieder als Instrumentalversionen vertreten sind, in diesem Fall bekannte Hits wie 'Michelle' von John Lennon (1940-1980) und Paul McCartney (*1942) oder das Volkslied 'Da unten im Tale'. Die Musiker sind allesamt Interpreten der Spitzenklasse, z.B. Fritz Wunderlich, Dorothee Mields oder das geniale Calmus-Ensemble, um nur einige zu nennen. Die Aufnahmen stammen aus verschiedenen Zeiträumen und von unterschiedlichen Orten, nur so konnte eine solche Vielfalt renommierter Künstler an dem Projekt mitwirken.

Der Anspruch, alle Liedtexte in den beiden wunderschön gestalteten und umfangreichen Booklets abzudrucken, scheiterte bei einigen Titeln leider an den Urheberrechten. Bedauerlicherweise ist das vor allem bei den zum Mitsingen animierenden Instrumentalstücken oft der Fall. Doch das ist beinahe der einzige Wermutstropfen dieser gewohnt originellen Veröffentlichung im Rahmen des Liederprojekts. Auch wenn sich beide CDs hervorragend ergänzen und inhaltlich aufeinander abgestimmt sind, hat jede von ihnen eine eigene Besprechung verdient.

Vol. 1

Den Rahmen dieses Albums bildet das großartige Calmus-Ensemble mit gleich zwei Hits von Frederick Mercury (1946-1991). Die fünf Leipziger stehen für einfallsreiche Interpretationen und vor allem für hörbare Freude am Singen. Dank viel Humor, Hingabe und technischer Raffinesse werden 'Crazy little thing called love' und 'Love of my life' zu zwei besonderen Momenten der CD. Der Rest der Titelauswahl ist dann wieder traditioneller. Als Spezialistin für Alte Musik widmet sich Dorothee Mields eindrucksvoll vier englischen Klassikern. Mit dem Salagon Quartett präsentiert sie etwa das unsterbliche 'Greensleeves', für Henry Purcells (1659-1695) 'Sweeter than roses' kooperiert sie mit der renommierten Lautten Compagney Berlin unter Wolfgang Katschner. Neben der intonatorischen Präzision bezaubern besonders das warme Timbre ihrer Stimme und ihre intensive Ausdruckskraft.

Das Wesen von Liebesliedern ist gewöhnlich eher innig und ruhig, umso lebhafter wirkt in diesem Zusammenhang Johannes Brahms‘ (1833-1897) Lied 'Nein, es ist nicht auszukommen' in der kurzen, aber dennoch eindrucksvollen Darbietung des SWR-Vokalensembles. Ebenfalls witzig in Text, Melodie und insbesondere in der hier gebotenen Interpretation ist der Klezmer-Titel 'Akhtsik er un zibetsik zi' mit der charismatischen Stimme von Helene Schneiderman.

Das Quartett 'Die Wasserfee' von Josef Gabriel Rheinberger (1839-1901) ist mit über sechs Minuten das längste Werk dieser CD. Die gut aufeinander eingespielten Sänger Lydia Teuscher, Christine Müller, Andreas Weller und Klaus Häger gehen vollkommen in ihrer Gestaltung auf und kreieren eine mystisch-nebulöse Atmosphäre, in der die Wasserfee ihr ganzes Wesen entfalten kann.

Entgegen den anfangs geschürten Erwartungen durch den grandiosen Einsteigersong 'Crazy little thing called love' sind aus dem Popularmusikbereich deutlich in der Unterzahl. Der Schwerpunkt liegt auf dem deutschen romantischen Kunstlied und seinen bedeutenden Vertretern wie Brahms, Reger oder Mahler. Wem die erste CD der ‚Liebeslieder‘ gefällt, sollte nicht zögern, auch Vol. 2 zu hören.


Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen? Empfehlen Sie ihn weiter!

Ihre Meinung? Kommentieren Sie diesen Artikel

Jetzt einloggen, um zu kommentieren.
Sind Sie bei klassik.com noch nicht als Nutzer angemeldet, können Sie sich hier registrieren.



Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



Cover vergrößern

    Liebeslieder: Vol. 1

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Spielzeit:
Aufnahmejahr:
Carus
1
01.10.2016
069:37
2016
EAN:
BestellNr.:

4009350830288
83028


Cover vergössern

"neue Folge des preisgekrönten LIEDERPROJEKTs von Carus und SWR2 Purcells "Sweeter than roses", Rheinbergers "Wasserfee" oder Freddy Mercurys "Love of my life". LIEBESLIEDER Vol. 1 versammelt eine Auswahl wunderbarer alter und neuer Liebeslieder, gesungen u.a. von Dorothee Mields, Nuria Rial und Philippe Jaroussky, Liederprojekt-Initiator Cornelius Hauptmann, Helene Schneiderman, dem Dresdner Kammerchor, Franz Vitzthum und Sarah Wegener. Eine Kooperation mit SWR2. Die CD erscheint in gewohnt hochwertiger Ausstattung. "


Cover vergössern

Carus

Der Name Carus steht weltweit als ein Synonym für höchsten Anspruch und Qualität auf dem Gebiet geistlicher Chormusik. Dies betrifft nicht nur unsere zuverlässigen Noteneditionen vieler zu Unrecht in Vergessenheit geratener Werke. Es ist uns ein besonderes Anliegen, gerade diese Werke - oft als Weltersteinspielungen - auch in exemplarischen Interpretationen durch hochrangige Interpreten und Ensembles auf CD vorzulegen. Der weltweite Erfolg unseres Labels führte zur Erweiterung unseres Katalogs: Neben der Chormusik, die weiterhin den Schwerpunkt des Labels bildet, haben gerade in den letzten Jahren einige Aufnahmen barocker Instrumentalwerke internationale Beachtung gefunden. Unsere Zusammenarbeit mit erstklassigen Interpreten führte zu einer hohen Klangkultur, die mit der Verleihung vieler internationaler Preise honoriert wurde (Diapason d'Or, Preis der Deutschen Schallplattenkritik, Gramophone - Editor's choice).


Mehr Info...


Cover vergössern
Jetzt kaufen bei...

Titel bei JPC kaufen


Weitere Besprechungen zum Label/Verlag Carus:

  • Zur Kritik... Famos: Schütz' 'Symphoniae Sacrae', zweiter Teil: Diese Musik hat in Rademann und seinen versierten Formationen ideale Anwälte gefunden. Weiter...
    (Dr. Matthias Lange, )
  • Zur Kritik... Hymne à Lili: Das Orpheus Vokalensemble zeigt mit einer großen Auswahl von Chorwerken die facettenreiche Schaffenskraft Lili Boulangers. Weiter...
    (Maxi Einenkel, )
  • Zur Kritik... Romantik oder Biedermeier – oder beides?: Frieder Bernius und der Kammerchor Stuttgart reüssieren mit den 'Liedern im Freien zu singen' von Felix Mendelssohn Bartholdy. Weiter...
    (Elisabeth Deckers, )
blättern

Alle Kritiken von Carus...

Weitere CD-Besprechungen von Maxi Einenkel:

  • Zur Kritik... Eine Begegnung zweier Welten: Die armenische Violinistin Lilit Tonoyan stellt die sakrale Musik ihrer Heimat neben ausgewählte Werke von Johann Sebastian Bach. Herausgekommen ist ein außergewöhnliches Klangerlebnis mit großer Tiefe. Weiter...
    (Maxi Einenkel, )
  • Zur Kritik... Hymne à Lili: Das Orpheus Vokalensemble zeigt mit einer großen Auswahl von Chorwerken die facettenreiche Schaffenskraft Lili Boulangers. Weiter...
    (Maxi Einenkel, )
  • Zur Kritik... Stimmwunder: Die Mezzosopranistin Anna Stéphany holt sich mit dem Labyrinth Ensemble tatkräftige und kompetente Unterstützung für ihr ungewöhnliches Liedprojekt. Weiter...
    (Maxi Einenkel, )
blättern

Alle Kritiken von Maxi Einenkel...

Weitere Kritiken interessanter Labels:

  • Zur Kritik... Konkurrenzfähig: Die Klaviersonaten von Johann Nepomuk Hummel erklingen hier erstmals vollständig auf Hammerklavier. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
  • Zur Kritik... Chorwerke von Frauen: Gewichtiger Beitrag zum 'weiblichen' Komponieren Weiter...
    (Michael Pitz-Grewenig, )
  • Zur Kritik... Tanzende Bläser: Freche Jazz-Anklänge in den 1920ern, tierische Dramatik und vorgebliche Verkleinerungen großer symphonischer Gestik in den 1940ern: Francis Poulencs doch eher wenig bekannte Orchestermusik hält hier gut gespielte Überraschungen bereit. Weiter...
    (Dr. Hartmut Hein, )
blättern

Alle CD-Kritiken...

Magazine zum Downloaden

NOTE 1 - Mitteilungen (9/2018) herunterladen (3001 KByte) Class aktuell (3/2018) herunterladen (3000 KByte)

Anzeige

Jetzt im klassik.com Radio

Lars-Erik Larsson: Tre Orkesterstyken op.49 - Adagio

CD kaufen


Empfehlungen der Redaktion

Die Empfehlungen der klassik.com Redaktion...

Diese Einspielungen sollten in keiner Plattensammlung fehlen

weiter...


Portrait

 4442 im Portrait Musik ohne Grenzen
Programme abseits der Konventionen beim Festival Printemps des Arts de Monte-Carlo

weiter...
Alle Interviews...


Sponsored Links

Anzeige

Hinweis:

Mit Namen oder Initialen gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers, nicht aber unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Die Bewertung der klassik.com-Autoren:

Überragend
Sehr gut
Gut
Durchschnittlich
Unterdurchschnittlich