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Montag, 25. Juni 2018

The Jommelli Album - Arien

Musikalische Lanze für Jommelli gebrochen


Label/Verlag: Pan Classics
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Mit acht abwechslungsreichen Arien und einer Sinfonia brechen Countertenor Filippo Mineccia und Dirigent Javier Ulises Illán eine Lanze für das Werk Niccolò Jommellis.

Besieht man sich die Repertoireliste des jungen Countertenors Filippo Mineccia, findet man kaum eine Oper aus der Zeit vor Mozart, die er nicht schon mit seiner Mitwirkung beehrt hat. Und doch beschleicht den Hörer seiner neuesten CD-Veröffentlichung das Gefühl, dass sich Mineccias Stimme besonderes gut für das Repertoire Niccolò Jommellis eignet. In der vorliegenden Zusammenstellung sind acht Arien aus Opern, Kantaten und Oratorien aus einem Kompositionszeitraum von fast 20 Jahren zu hören. Teilweise erfordern sie stupende Koloraturgeläufigkeit wie das eröffnende 'Far il mar turbato' aus 'Bajazette' oder das abschließende 'Salda rupe' aus der in Stuttgart entstandenen Oper 'Pelope', teilweise ist ein leiser Ton mit langen Melodiebögen gefordert wie in 'Parto, ma la speranza' aus 'La Schiava Liberata'. Filippo Mineccia kann all diesen Anforderungen gerecht werden. Und das scheinbar mühelos. Stimmlicher Druck wird nur zur Akzentuierung erzeugt. Sein tiefer Alt ist erstaunlich flexibel und bewegt sich durch die Register ohne nennenswerte Brüche. Wobei die tiefen Töne runder, wärmer klingen als die Höhe, die dem Sänger ohne große Anstrengung zur Verfügung zu stehen scheint, welcher aber die Farbigkeit der tieferen Regionen fehlt.

Doch nicht nur der Solist macht einige Kompositionen des vorliegenden Albums zu wahren Highlights. Dirigent Javier Ulises Illán erwähnt in einem Beitrag im Beiheft wie es Jommelli mit Hilfe seiner Orchestrierungen gelang, seinen Werken eine besondere Energie zu verleihen, die direkt auf die Zuhörer übergeht. Er erklärt das aber nicht nur, sondern er setzt auch um: Farbenreich, energiegeladen, fein differenziert mit starken Akzenten gestaltet Illán mit dem Instrumentalensemble Nereydas die musikalisch so unterschiedlichen Arien, aber auch die in der Mitte der Zusammenstellung stehende 'Sinfonia a due violine e basso'. Diese 'Sinfonia' ist mehr als eine Verschnaufpause für den Sänger; sie stellt das Können des Ensembles und zugleich die Vielseitigkeit des Komponisten unter Beweis. 

Und so muss man von drei Highlights auf dieser CD sprechen. Die Sinfonia ist eines davon. Das zweite ist das Lamento 'O vos omnes' aus 'Lamentazioni per il Mercoledì Santo'. Lange, tiefe Phrasen herrschen vor, begleitet von Streicherrepetitionen, die fast an Minimal Music erinnern. Aus den ruhigen Bewegungen, gepaart mit der wohlklingenden Stimme Mineccias, entsteht eine ungeheure Intensität. Übertroffen wird diese nur noch durch das dritte Highlight: 'Se mai senti spirarti sul volto' aus 'La Clemenza di Tito' aus dem Jahr 1753. Die 10-Minuten-Arie verlangt allen Musikern eine Vielfalt an Klangfarben ab, die, wenn sie erbracht werden wie im vorliegenden Fall, die Komposition in einzigartiger Weise wirken lassen.

Dirigent Illán verleiht seiner Hoffnung im Beiheft Ausdruck, dass die vorliegenden Einspielungen dazu verhelfen, Jommellis Musik mehr ins Bewusstsein der Rezipienten zu rücken. Als Hörer der Aufnahmen kann man diesen Wunsch nur unterstützen und den Künstlern attestieren, dass sie alles dafür getan haben, dass die Musik des italienischen Meisters in besonderer Weise nachwirkt.


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    The Jommelli Album: Arien

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Pan Classics
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Pan Classics

Gegründet 1992 vom Musikhaus Pan in Zürich, wurde das Label 1997 von den Tonmeistern Clement Spiess und Koichiro Hattori übernommen. 2011 entschloss man sich zu einem radikalen Neuanfang: Der umfangreiche Katalog wurde gelichtet und die verbliebenen Aufnahmen erhielten ein neues, attraktives Erscheinungsbild. Den CDs wird so ein unverwechselbares Äußeres mit einem hohen Wiedererkennungswert verliehen. Geblieben sind dagegen die Vorliebe für außergewöhnliches Repertoire und der Anspruch, mit renommierten Musikern und Ensembles einen künstlerisch hochwertigen Katalog zu schaffen. Zu diesen Künstlern zählen Namen wie die Hammerklavier-Spezialisten Edoardo Torbianelli und Arthur Schoonderwoerd, der Tenor Jan Kobow u.v.a.


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