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Samstag, 21. April 2018

Korngold & Conus - Violinkonzerte

Schaumgebremst


Label/Verlag: Gramola
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Beim Label Gramola legt der junge Österreicher Thomas Albertus Irnberger ein Album mit den Violinkonzerten von Korngold und Conus sowie mit Kammermusik der beiden Komponisten vor. Vor allem letztere überzeugt nachhaltig.

Es ist wahrlich nicht übertrieben, wenn man dem 1985 in Salzburg geborenen Geiger Thomas Albertus Irnberger nachsagt, er habe beim österreichischen Label Gramola bereits ein umfangreiches diskographisches Œuvre vorgelegt. Neben zahlreichen Kammermusikeinspielungen, vor allen Dingen mit Jörg Demus und Michael Korstick, hat Irnberger bereits wesentliche für sein Instrument geschriebene Konzert aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert, wie die von Mendelssohn, Gade, Goldmark, Dvořák oder Strauss eingespielt. Auf der neuesten Platte des Hauses im Super Audio-Format (hybride SACD) präsentiert sich der Virtuose nun mit Konzerten und Kammermusik von Erich Wolfgang Korngold und Jules Conus.

Kammermusik zwischen Bühnenmusik und Albumblatt

Den nachhaltigsten Eindruck hinterlässt dabei die gemeinsam mit Barbara Moser am Klavier dargebotene Kammermusik. Die vier Stücke aus 'Much Ado about Nothing' op. 11 für Violine und Klavier, die Korngold ursprünglich für ein Kammerorchester als Begleitmusik zu einer Aufführung des Shakespeare-Stückes im Schönbrunner Schlosstheater komponiert hatte, legt Thomas Albertus Irnberger als virtuos und mit viel Spielfreude ausgestatte Charakterstudien an. Dabei ist es angenehm zu hören, wie er sowohl den augenzwinkernd verspielten Habitus des Marsches der Wache charakterlich passend trifft wie auch den sentimentalen Lyrismus der Gartenszene. Nicht weniger eindrucksvoll gelingt beiden Musikern auch die Weltersteinspielung der 'Élégie' für Violine und Klavier op. 2 Nr. 1 von Jules Conus, die dieses Album beschließt. Bei diesem Stück handelt es sich um eine geigerisch sehr anspruchsvolle Album-Piéce, die Irnberger und Moser packend musizieren.

Schaumgebremste Violinkonzerte

Ebenso packend hätte man sich auch die beiden Violinkonzerte auf dieser SACD gewünscht. Leider können sie allerdings nicht in dem Maße überzeugend wie die Kammermusik. Das liegt allerdings weniger an der Leistung des Solisten als vielmehr an der etwas zu beiläufigen, fast schon als nüchtern zu bezeichnenden Begleitung durch das Israel Symphony Orchestra unter der Stabführung von Doron Salomon.

Gerade das beeindruckende Konzert für Violine und Orchester D-Dur op. 35 von Korngold verlangt nach einem zupackenden Dirigat und muss vom Orchester mehr als nur begleitet werden. Was beim zweiten Satz als vollkommen passend in Tempowahl und Agogik erscheint, ist im 'Moderato nobile' bereits zu viel. Gerade dieser erste Satz wirkt auf dem Album fast schon zu gedehnt und auch beim letzten Satz, der ja von Leben und Virtuosität nur so sprühen sollte, mag nicht so recht Freude aufkommen.

Einen ähnlich zwiespältigen Eindruck hinterlässt auch das Konzert für Violine und Orchester e-Moll von Jules Conus, der manchmal auch unter seinem slawisierten Namen Julij Konjus auftaucht. Das vor allem im ersten Teilsatz sehr virtuose Konzerte, das im Klanghabitus und Gestus stark an Tschaikowsky erinnert, krankt ebenfalls mehr an der Begleitung als an dem mit souveräner Technik von Thomas Albertus Irnberger gespielten Solopart.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Korngold & Conus: Violinkonzerte

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Gramola
1
30.09.2016
EAN:

9003643991088


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Korngold, Erich Wolfgang


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Gramola

Gramola wurde im Jahr 1924 als Detailgeschäft und Vertrieb der beiden englischen Plattenlabels „Gramola“ und „His Master’s Voice“ gegründet. Durch den damaligen Vertrieb dieser Labels ist eines der ganz wenigen, weltweit noch existierenden Originalbilder des legendären, der Stimme seines Herrn lauschenden Hundes „Nipper“ noch heute im Geschäft zu besichtigen. Das Unternehmen ist heute das älteste Tonträgergeschäft Österreichs und arbeitet inzwischen als Familienbetrieb in der fünften Generation. In internationalen Rankings um das beste Klassikfachgeschäft der Welt nahm Gramola mehrmals Spitzenränge ein. Das denkmalgeschützte Geschäftslokal in Wien am Graben wurde nach einem Jugendstilentwurf von Dagobert Peche in den frühen Zwanzigerjahren des vorigen Jahrhunderts erbaut.

Vor etwa 10 Jahren wurde bei Gramola die Produktion von Klassik-CDs wieder aufgenommen und konnte seither durch seine international vielfach ausgezeichneten Produktionen den allerhöchsten Qualitätsstandard österreichischer Musikschaffender nachdrücklich unter Beweis stellen. Gramola-CDs sind inzwischen in allen klassikinteressierten Ländern zwischen Tokyo und New York zu haben. Ergänzt wird das Gramola-Angebot durch ein Webshop, das rund um den Kalender bereitsteht, Kundenwünsche auch außerhalb regulärer Ladenöffnungszeiten zu erfüllen.


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