> > > Beethoven, Ludwig van: Sinfonie Nr. 3
Samstag, 20. April 2019

Beethoven, Ludwig van - Sinfonie Nr. 3

Eigenwillige 'Eroica'


Label/Verlag: MDG
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Das Beethoven Orchester Bonn kombiniert die 'Eroica' mit zwei Nebenwerken seines Namensgebers und überzeugt mit stimmigen Interpretationen.

Das Beethoven Orchester Bonn versteht sich nicht nur auf seltenes Repertoire, sondern (glücklicherweise) auch auf die Werke seines Namensgebers. Unter dem Schweizer Stefan Blunier, bis 2016 Chefdirigent, haben die Bonner beim Label MDG alle Beethoven-Sinfonien eingespielt. Die vorliegende Aufnahme stellt die Dritte Sinfonie Es-Dur in den Mittelpunkt. Die SACD wartet mit einem klaren Klangbild auf, das vom natürlichen Hall der Beethovenhalle profitiert.

Der Kopfsatz der 'Eroica' erklingt hier agil und schneidig. Das stramme Musizieren entwirft keinen großen Bogen, auch kommt das suchende, ins Offene weisende Moment zu kurz. Der zweite Satz ist geprägt von schlanken Bewegungen und wirkt für einen Trauermarsch erstaunlich hell und leicht – ‚unphilosophisch‘, könnte man auch sagen im Kontext dieser Sinfonie, die als erstes Ideenkunstwerk der Musikgeschichte gilt. Doch was er an Aura einbüßt, gewinnt er an Dynamik; die Bewegungsfiguren entwickeln eine hart pochende, unerbittliche Schärfe. Aus dem Tutti stechen Oboen und Hörner (besonders geschmeidig im Scherzo!) heraus. Im Finale erklingt die Coda recht unvermittelt, wird dann aber fulminant musiziert.

Diese in sich durchaus stimmige Interpretation der 'Eroica' wurde mit zwei Leichtgewichten aus Beethovens Tonsetzerstube kombiniert. Die Ouvertüre zur Bühnenmusik 'Die Weihe des Hauses' (1822) entfaltet hier mit ihrem klar musizierten Kontrapunkt und festlichen Charakter einen pseudo-barocken Glanz. In der Ouvertüre zu 'König Stephan' setzt das Beethoven Orchester Bonn zackige Akzente. Die Einzelleistungen können sich hier wie auf der gesamten Aufnahme hören lassen.


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Beethoven, Ludwig van: Sinfonie Nr. 3

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
MDG
1
30.09.2016
EAN:
760623196664

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Beethoven, Ludwig van


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MDG

Die klangrealistische Tonaufnahme

»Den beim Sprechen oder Musizieren entstehenden Schall festzuhalten, um ihn zu konservieren und beliebig reproduzieren zu können, ist eine Idee, die seit langem die Menschen beschäftigte. Waren zunächst eher magische Aspekte im Spiel, die die Phantasie beflügelten wie etwa bei Giovanni deila Porta, der 1598 den Schall in Bleiröhren auffangen wollte, so führte mit fortschreitender Entwicklung naturwissenschaftlichen Denkens ein verhältnismäßig gerader Weg zur Lösung...« (Riemann Musiklexikon)

Seit Beginn der elektrischen Schallaufzeichnung ist der Tonmeister als »Klangregisseur« bei der Aufnahme natürlich dem Komponisten und dem Interpreten, aber auch dem Hörer verpflichtet. Die Mittel zur Tonaufzeichnung sind hinlänglich bekannt. Die Kriterien für ihren Einsatz bestimmt das Ohr. Deshalb für den Hörer hier eine Beschreibung unserer Hörvorstellung.

Lifehaftigkeit

In der Gewißheit, daß der Konzertsaal im Wohnzimmer (leider) nicht realisierbar ist, konzentriert sich unser Bemühen darauf, die Illusion einer Wirklichkeit zu vermitteln. Die Musik soll im Hörraum so wiedererstehen, daß spontan der Eindruck der Unmittelbarkeit entsteht, das lebendige Klanggeschehen mit der ganzen Atmosphäre der »Lifehaftigkeit« erlebt wird. Da wir praktisch ausschließlich menschliche Stimmen und »klassische« Instrumente - auch sie haben ihren Ursprung im Nachahmen der Stimme - aufnehmen, konzentriert sich unsere Klangvorstellung auf natürliche Klangbalance und tonale Ausgeglichenheit im Ganzen, und instrumentenhafte Klangtreue im Einzelnen. Darüber hinaus natürliche, ungebremste Dynamik und genaueste Auflösung auch der feinsten Spannungsbögen. Weitestgehend bestimmend für die Illusion der Lifehaftigkeit ist auch die Ortbarkeit der Klangquellen im Raum: freistehend, dreidimensional, realistisch.

Musik entsteht im Raum

Um diesen »Klangrealismus« einzufangen, ist bei den Aufnahmen von MDG eine natürliche Akustik unbedingte Voraussetzung. Mehr noch, für jede Produktion wird speziell in Hinblick auf die Besetzung und den Kompositionsstil der passende Aufnahmeraum ausgesucht. Anschließend wird »vor Ort« die optimale Plazierung der Musiker und Instrumente im Raum erarbeitet. Dieser ideale »Spielplatz« ermöglicht nun nicht nur die akustisch beste Aufnahme, sondern inspiriert durch seine Rückwirkung die Musiker zu einer lebendigen, anregenden Musizierlust und spannender Interpretation. Können Sie sich die Antwort des Musikers vorstellen auf die Frage, ob er lieber in einem trockenen Studio oder in einem Konzertsaal spielt?

Die Aufnahme

Ist der ideale Raum vorhanden, entscheidet sich der gute Ton an den Mikrofonen - verschiedene Typen mit speziellen klanglichen Eigenheiten stehen zur Auswahl und wollen mit dem Klang der Instrumente im Raum in Harmonie gebracht werden. Ebenso wichtig für eine natürliche Abbildung ist die Anordnung der Mikrofone, damit etwa die richtigen Nuancen in der solistischen Darstellung oder die Kompensation von Verdeckungseffekten realisierbar werden. Das puristische Ideal »nur zwei Mikrofone« kann selten den komplexen Anforderungen einer Aufnahme mit mehreren Instrumenten gerecht werden. Aber egal wie viele Mikrofone verwendet werden: Stellt sich ein natürlicher Klangeindruck ein, ist die Frage nach dem Zustandekommen des »Lifehaftigen« zweitrangig. Entscheidend ist, es klingt so, als wären nur zwei Mikrofone im Spiel.

Ohne irgendwelche »Verschlimmbesserer« wie Filter, Limiter, Equalizer, künstlichen Hall etc. zu benutzen, sammeln wir die Mikro-Wellen übertragerlos in einem puristischen Mischpult und geben das mit elektrostatischem Kopfhörer kontrollierte Stereosignal linear und unbegrenzt an den AD-Wandler und zum digitalen Speicher weiter. Dadurch bleiben auch die feinsten Einschwingvorgänge erhalten. Auf der digitalen Ebene wird dann ohne klangmanipulierende Eingriffe mit dem eigenen Editor in unserem Hause das Band zur Herstellung der Compact Disc für den Hörer erstellt, für Ihr hoffentlich großes Hörvergnügen.


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