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Donnerstag, 24. Mai 2018

Saint-Saens & Chausson - Klavierquartette

Großer Bogen


Label/Verlag: Chandos
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Das Schubert Ensemble erkundet mit Sinn für kompositorisch-musiksprachliche Eigentümlichkeiten Klavierquartette von Saint-Saëns und Chausson.

Klavierquartette sind unter Kammermusikern nicht unbedingt die beliebteste Gattung – nicht nur des überschaubaren Repertoires wegen, sondern auch weil es immer wieder schwierig ist, genau die richtige Balance zwischen Streichern und Klavier zu finden, die von Aufführungsort zu Aufführungsort immer wieder erkundet werden muss (gleiches gilt fürs Klavierquintett). Auch das Zusammenspiel, das Aufeinander-Hören stellt hohe Anforderungen, und so finden sich zumeist immer wieder dieselben ‚Verdächtigen‘, die sich für diese Gattungen einsetzen. Seit 1983 gehört auch das englische Schubert Ensemble London dazu, der Geiger Simon Blendis, der Bratschist Douglas Paterson, die Cellistin Jane Salmon und der Pianist William Howard. 2016 haben die Musiker – ergänzend zu anderen Klavierquartett-CDs etwa mit Werken von Fauré und Enescu – die Gattungsbeiträge von Ernest Chausson und Camille Saint-Saëns eingespielt, die in fast 25-jährigem Abstand zueinander entstanden.

Saint-Saëns‘ Komposition op. 41 in B-Dur aus dem Jahr 1875 zeigt gleichzeitig die Traditionslinien der Kammermusik der Mitte des 19. Jahrhunderts und Saint-Saëns‘ ureigensten Stil, so dass wir hier ein durchaus idiomatisches, atmosphärisch dichtes, musikalisch ansprechendes Werk vor uns haben. Das Schubert Ensemble rückt der Komposition mit Liebe, Kraft und Sensibilität zu Leibe; sein großes Repertoire ist ebenso zu spüren wie sein Bewusstsein für kompositorische Eigenheiten. Zwar mag die Einspielung des Nash Ensembles (Hyperion) noch mehr Charme und Witz haben, noch ‚französischer‘ klingen, doch kompensieren die Schuberts dies mit Spielfreude und der besonderen Betonung des großen Bogens.

Chaussons Quartett A-Dur op. 30 aus dem Jahr 1897 ist eine attraktive Ergänzung zu Saint-Saëns‘ Komposition – der ‚symbolistische‘ Blick auf die Gattung ist von besonderem Reiz. Leider kommt hier ein besonderes Problem(chen) der CD besonders zum Tragen: dass nämlich nicht alle Instrumente in vollkommener Balance von der Aufnahmetechnik eingefangen sind. So wird die Interpretation, die ansonsten wie aus einem Guss wirkt, (geringfügig) beeinträchtigt. Dies ist gleichzeitig bedauerlich und verschmerzbar – triumphiert die Interpretation doch über die Aufnahmetechnik und beeindruckt durch ihre Tiefe und musikalische Dichte. Das untadelige Booklet wiederum bestätigt die Qualität, die wir von Chandos kennen. Schade, dass es für eine Rundum-Empfehlung dennoch leider nicht reicht.


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Saint-Saens & Chausson: Klavierquartette

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Chandos
1
02.09.2016
EAN:

095115191422


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Chausson, Ernest
Saint-Saens, Camille


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Chandos

Chandos Records was founded in 1979 by Brian Couzens and quickly established itself as one of the world's leading classical labels. Prior to forming the label, Brian Couzens, along with his son Ralph, worked for 8 years running a mobile recording unit recording for major labels (including RCA, Polydor, CFP, etc.) with many of the world's leading artists.
The company has championed rare and neglected repertoire, filling in many gaps in the record catalogues. Initially focussing on British composers (Alwyn, Bax, Bliss, Dyso, Moeran, Rubbra, Walton etc), it subsequently embraced a much wider field. Chandos' diverse catalogue contains over 2000 titles, from early music to contemporary, with composers from around the world. The company's aim is to present an exciting and varied selection of superbly recorded music to as many people as possible.
The following artists are strongly associated with, or exclusive to, the label: Richard Hickox, Matthias Bamert, I Fagiolini, Neeme Järvi, Louis Lortie, Jean-Efflam Bavouzet, Rumon Gamba, James Ehnes, Sir Charles Mackerras, David Parry, Valeri Polyansky, The Purcell Quartet, Gennady Rozhdestvensky, Howard Shelley, Simon Standage, Yan Pascal Tortelier, Vernon Handley, the BBC Philharmonic, BBC National Orchestra of Wales, the City of London Sinfonia and Collegium Muscium 90.
Chandos is universally acclaimed for the excellence of its sound quality and has always been at the forefront of technical innovation. In 1978, Chandos was one of the first to record in 16bit/44.1kHz PCM digital, as well as being one of the first to edit a digital recording completely in the digital domain (Holst: the Planet ? SNO/Gibson). In 1983, Chandos was one of the first to produce and release Compact Discs into the marketplace ? a revolution in the recorded music industry.
Today, Chandos has kept up with technology by recording mostly in 24bit/96kHz PCM but now also in DSD for producing ?surround sound? SACDs. Chandos releases at least five new recordings a month, together with imaginative re-issues of back-catlogue material.
The company has received countless awards, including several Gramophone Awards, notably the 2001 ?Record of the Year? for Richard Hickox?s recording of the original version of Vaughan Williams? A London Symphony; ?Best Choral Recording of 2003? for its recording of an undiscovered mass by Hummel and the ?Best Orchestral Recording? of 2004 for its set of Bax Symphonies. Other highlights include the American Grammy for Britten?s opera Peter Grimes, and most recently (2008), two further Grammy Awards, one for Hansel and Gretel and the other for Grechaninov?s Passion Week. Jean-Efflam Bavouzet?s debut on Chandos was also awarded Record of the Year by Monde de la Musique this year.
Chandos remains an independent, family run company which produces and markets its recordings from its office in Colchester, England, and is distributed worldwide.


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