> > > Berlioz, Hector: Romeo et Juliette
Montag, 12. April 2021

Berlioz, Hector - Romeo et Juliette

Blitzsauber und stimmig


Label/Verlag: Chandos
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Bahnbrechende Neuheiten sind in dieser Neueinspielung nicht zu hören, dafür eine blitzsaubere und in sich stimmige Produktion.

In seiner dramatischen Sinfonie 'Roméo et Juliette' aus dem Jahr 1839 fasst Hector Berlioz die berühmteste Liebesgeschichte der Welt, die er bei William Shakespeare entdeckte, in Töne, Farben und Atmosphäre, lässt das Liebespaar wortlos agieren und wenige Nebenfiguren sowie den Chor kommentieren. Die Diskografie ist nicht schlecht bestückt, vor allem die aufreibende Einspielung von John Eliot Gardiner von 1995 auf Originalinstrumenten hat nach den Interpretationen von Sir Colin Davis Maßstäbe gesetzt.

Bei Chandos präsentiert sich ein Orchester aus dem Lande Shakespeares mit einer Neueinspielung von Berlioz‘ 'Symphonie dramatique': das BBC Symphony Orchestra nebst dazugehörigem Chor unter der Leitung von Sir Andrew Davis. Das Ergebnis kann sich hören lassen. Auf zwei kristallklar abgemischten SACDs begegnet dem Hörer eine lebendige, fast schon nervöse Interpretation, die im Jahr 2016 entstanden ist. Es entsteht der Eindruck, als hätte man Luft in die Partitur geblasen und Verklebungen gelöst. In großer Transparenz sind die einzelnen Instrumentengruppen zu unterscheiden, in jeder Faser schimmert es, es zirpt und trippelt – von schwülstiger Romantik ist das weit entfernt.

Auch die Solisten lassen sich von dieser Leichtfüßigkeit anstecken. Samuel Boden irrlichtert seine Strophen von der ‚Königin Mab‘ lustvoll und doch mit Eleganz. Das ‚Premiers transports‘ profitiert vom samtenen Mezzosopran Michèle Losiers und David Soar gönnt sich eine etwas großzügige Portion Vibrato als Père Laurence, aber das unterstützt in diesem Fall die dramatische Komponente adäquat. Bahnbrechende Neuheiten sind in dieser Neueinspielung nicht zu hören, dafür eine blitzsaubere und in sich stimmige Produktion.


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Berlioz, Hector: Romeo et Juliette

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Chandos
1
02.09.2016
Medium:
EAN:
SACD
095115516928

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Berlioz, Hector


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Chandos

Chandos Records was founded in 1979 by Brian Couzens and quickly established itself as one of the world's leading classical labels. Prior to forming the label, Brian Couzens, along with his son Ralph, worked for 8 years running a mobile recording unit recording for major labels (including RCA, Polydor, CFP, etc.) with many of the world's leading artists.
The company has championed rare and neglected repertoire, filling in many gaps in the record catalogues. Initially focussing on British composers (Alwyn, Bax, Bliss, Dyso, Moeran, Rubbra, Walton etc), it subsequently embraced a much wider field. Chandos' diverse catalogue contains over 2000 titles, from early music to contemporary, with composers from around the world. The company's aim is to present an exciting and varied selection of superbly recorded music to as many people as possible.
The following artists are strongly associated with, or exclusive to, the label: Richard Hickox, Matthias Bamert, I Fagiolini, Neeme Järvi, Louis Lortie, Jean-Efflam Bavouzet, Rumon Gamba, James Ehnes, Sir Charles Mackerras, David Parry, Valeri Polyansky, The Purcell Quartet, Gennady Rozhdestvensky, Howard Shelley, Simon Standage, Yan Pascal Tortelier, Vernon Handley, the BBC Philharmonic, BBC National Orchestra of Wales, the City of London Sinfonia and Collegium Muscium 90.
Chandos is universally acclaimed for the excellence of its sound quality and has always been at the forefront of technical innovation. In 1978, Chandos was one of the first to record in 16bit/44.1kHz PCM digital, as well as being one of the first to edit a digital recording completely in the digital domain (Holst: the Planet ? SNO/Gibson). In 1983, Chandos was one of the first to produce and release Compact Discs into the marketplace ? a revolution in the recorded music industry.
Today, Chandos has kept up with technology by recording mostly in 24bit/96kHz PCM but now also in DSD for producing ?surround sound? SACDs. Chandos releases at least five new recordings a month, together with imaginative re-issues of back-catlogue material.
The company has received countless awards, including several Gramophone Awards, notably the 2001 ?Record of the Year? for Richard Hickox?s recording of the original version of Vaughan Williams? A London Symphony; ?Best Choral Recording of 2003? for its recording of an undiscovered mass by Hummel and the ?Best Orchestral Recording? of 2004 for its set of Bax Symphonies. Other highlights include the American Grammy for Britten?s opera Peter Grimes, and most recently (2008), two further Grammy Awards, one for Hansel and Gretel and the other for Grechaninov?s Passion Week. Jean-Efflam Bavouzet?s debut on Chandos was also awarded Record of the Year by Monde de la Musique this year.
Chandos remains an independent, family run company which produces and markets its recordings from its office in Colchester, England, and is distributed worldwide.


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