> > > Rozycki, Ludomir, und Friedman, Ignacy: Klavierquintette
Mittwoch, 8. Juli 2020

Rozycki, Ludomir, und Friedman, Ignacy - Klavierquintette

Von Polen in die Welt


Label/Verlag: Hyperion
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Das Szymanowski Quartet zeichnet zusammen mit Pianist Jonathan Plowright den unterschiedlichen ästhetischen Ausgangspunkte bei Rózycki und Friedman nach und findet eigenständige, faszinierende Zugänge zu den beiden Klavierquintetten.

Ein englisches Herrenhaus in Norfolk, Potton Hall in Dunwich, ist seit Langem (k)ein Geheimtipp, wenn es um gute Kammermusikeinspielungen geht. Viele Kammermusikformationen gehen im hiesigen Aufnahmestudio ein und aus, um interessantes Repertoire zu verewigen. Das Szymanowski Quartet (Agata Szymczewska, Grzegorz Kotów, Vladimir Mykytka und Marcin Sieniawsi) hat sich hier im Oktober 2015 abermals mit dem Pianisten Jonathan Plowright zusammengetan, um sich zweier Klavierkammermusikwerken zweier heute weitgehend vergessener polnischer Komponisten zu widmen.

Ludomir Rózycki (1883-1953) schuf sein Klavierquintett c-Moll op. 35 1913 in Paris und Berlin, und wenn sich der Bookletautor über mangelnde Spiegelung der Musik Strawinskys oder Debussys beklagt, so ist das Werk im Gegenteil durchaus der Klavierkammermusik Florent Schmitts oder Robert Fuchs‘ ebenbürtig. Es wäre für beide Seiten fatal, verkehrte Gattungen miteinander vergleichen zu wollen. Natürlich ist Rózyckis Quintett harmonisch nicht skandalös, aber durchaus absolut auf der Höhe der damaligen Zeit. Besonders reizvoll in der vorliegenden Interpretation des Werks ist die perspektivische Nutzung des Aufnahmeraums durch die hochrangigen Musiker, die hörbar nicht nur aufeinander eingespielt sind, sondern vor allem auch die musikalischen und emotionalen Höhepunkte und Steigerungen der dreisätzigen Komposition auf das Erfreulichste ausspielen. Das Zusammenspiel der Musiker ist vorbildlich, jeder bleibt Individuum und ist doch untrennbar Teil eines harmonischen Ganzen. Hieraus ergeben sich ganz natürlich wunderbar vielfältige klangfarbliche Kombinationen, die aber immer dem Ganzen unmittelbar verbunden bleiben.

Gleiches gilt für das 1918 entstandene Klavierquintett von Ignacy Friedman (1882-1948). Ebenfalls in c-Moll, ebenfalls dreisätzig (mit einem Variationensatz im Zentrum), ist es eindeutig das Werk eines großen Klaviervirtuosen, der um den musikalischen Effekt weiß. Auch harmonisch ist Friedman ‚zeitgemäß‘, greift aktuellste harmonische Entwicklungen auf und lässt so die Musik der 1920er-Jahre bereits anklingen. Im ersten Themenkomplex des Kopfsatzes stört ein prägnantes Motiv immer wieder den Hörer auf, und auch im weiteren Verlauf der Komposition bleibt dramatisch-expressive Dichte ein zentrales Element. Der Zugang der Interpreten ist hier ein bewusst deutlich anderer als jener zu dem Rózycki-Werk – stärkerer Portamento-Gebrauch, stärkere agogische Ausladung sorgen für einen teilweise eher fast nonchalanten, teilweise aufstörend ‚modernistischen‘ Ton. Was zunächst als Geschmacklosigkeit angesehen werden könnte, wird im Lauf der Interpretation schnell zur nahezu einzig möglichen Lösung durchaus eigenwilliger kompositorischer Fragestellungen – obschon Friedman (ebenso wie Rózycki) niemals die Tradition, aus der heraus das Werk entstanden ist, in Frage stellt. Gerade durch diese individuellen Lösungen, die klar machen, dass diese Musik weit mehr als ‚nur‘ Musik polnischstämmiger Komponisten ist, treten die vorliegenden Interpretationen heraus aus dem Gros guter und sehr guter jüngster Kammermusikinterpretationen und lassen eine Empfehlung an den geneigten Leser unvermeidbar scheinen.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Rozycki, Ludomir, und Friedman, Ignacy: Klavierquintette

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Hyperion
1
02.09.2016
Medium:
EAN:

CD
034571281247


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Friedman, Ignacy


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Hyperion

Founded in 1980, Hyperion is an independent British classical label devoted to presenting high-quality recordings of music of all styles and from all periods from the twelfth century to the twenty-first. We have been described as 'Britain’s brightest record label'. In January 1996 we were presented with the Best Label Award by MIDEM's Cannes Classiques Awards. The jury was made up of the editors of most of the leading classical CD magazines in the world - Classic CD (England), Soundscapes (Australia), Répertoire (France), FonoForum (Germany), Luister (Holland), Musica (Italy), Scherzo (Spain), and In Tune (USA & Japan).

We named our label after an altogether splendid figure from Greek mythology. Hyperion was one of the Titans, and the father of the sun and the moon - and also of the Muses, so we feel we are fulfilling his modern role by giving the art of music to the world.

The repertoire available on Hyperion, and its subsidiary label Helios (Helios, the sun, was the son of Hyperion), ranges over the entire spectrum of music - sacred and secular, choral and solo vocal, orchestral, chamber and instrumental - and much of it is unique to Hyperion. The catalogue currently comprises nearly 1400 CDs and approximately 80 new titles are issued each year. We have won many awards.

Our records are easily available throughout the world in those countries served by our distributors. A list of the world's top Hyperion dealers, listed by country and city, can be found on our homepage. But if you have any difficulty please get in touch with the distributor in your territory. In Germany that is Note 1 Music Gmbh.


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