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Mittwoch, 17. August 2022

Pärt, Arvo - Da pacem Domine

Baustein


Label/Verlag: Ondine
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Eine großartige Pärt-Deutung vom Lettischen Radiochor: Das ist keine Überraschung. Auffällig ist der Mut zur intensiven, dynamisch entschiedenen Geste. Ein wunderbarer Chor mit bemerkenswerten Möglichkeiten, der ensembleübergreifend einen weiteren Baustein der beachtlich qualitätvollen Pärt-Diskografie liefert.

Die Musik von Arvo Pärt ist für hochkarätige Ensembles von zeitloser Attraktivität, wird mithin immer wieder eingespielt. Vielleicht ist die aktuelle Platte des vielfach bemerkenswert hervorgetretenen Lettischen Kammerchors aber auch eine leicht verspätete Gabe zum 80. Geburtstag des Esten im vergangenen Jahr: Jedenfalls wird unter dem Titel ‚Da pacem Domine‘ ein über siebzigminütiges, gehaltvolles Programm mit Werken der vergangenen dreißig Jahre geboten.

Pärt klingt gleichzeitig alt und modern – diese Beobachtung des guten, leider nur englischsprachigen Booklettexts von Dominic Wells beschreibt das Phänomen Pärts sehr treffend, die große Attraktivität seiner Musik, die Anschlussfähigkeit in vielerlei Richtungen ebenso wie die stupende Eigenständigkeit, die vor allem im Kontext gemischter Programme immer wieder geradezu frappierend auffällt.

Am weitesten zurück datieren im Programm der vorliegenden Ondine-Produktion die ursprünglich 1988 geschriebenen 'Sieben Magnificat-Antiphonen', zeitlich gefolgt von 'Dopo la vittoria', den beiden englischsprachigen Sätzen 'The Woman with the Alabaster Box' und 'Tribute to Caesar' sowie dem fünfteiligen 'Triodion' – sämtlich aus den späten 1990er Jahren stammend. Aus dem neuen Jahrtausend erklingen das bekannte 'Nunc dimittis' von 2001, das 2004 entstandene 'Da pacem Domine', das den Titel gegeben hat, schließlich 'Virgencita' von 2012 auf einen spanischen Text über die Jungfrau von Guadalupe in Mexiko. Zu erleben ist eine bemerkenswerte stilistische Stabilität und Gewissheit, abgegrenzt vom durchaus deutlich differenten früheren Schaffen, das zu selten in fruchtbare Beziehung mit diesen sattsam bekannten Stücken der späteren Jahrzehnte gesetzt wird.

Ein erstaunlich großes, auch dynamisch reich aufgefächertes, unbedingt bezwingendes Finale ist 'Da pacem Domine', das Pärt als großen Künstler, Denker und Empfinder der Gegenwart zeigt, der in seiner Musik unsere Zeit auf den Punkt zu bringen vermag.

Experten

Die Vokalisten des Lettischen Radiochors unter ihrem langjährigen Leiter Sigvards Kļava sind erwartbar kongeniale Interpreten dieser Musik: Zu erleben ist ein in seinen schieren Möglichkeiten geradezu prachtvolles Ensemble, mit klar konturierten, üppig substantiierten Registern, die allesamt charakteristisch ausgebaut sind. Das ermöglicht großartige Linien, eine wunderbare lyrische Entfaltung, getragen von großer Geduld: Diese intensive Sammlung ist eine der großen Stärken des Chors. Zugleich werden klare Akzente gesetzt, wo immer möglich, werden frische Impulse im linearen Verlauf gegeben. Beeindruckend ist die kultivierte Kraftentfaltung, die zugleich einer gewissen Urwüchsigkeit nicht entbehrt. Intoniert wird exzellent, in jeder Hinsicht. Famose Reinheit ist zu erleben, auch ein geradezu lustvolles Auskosten mancher Reibung.

Kritisch anzumerken ist wenig: Die Soprane sind selten etwas zu scharf. Und die deutschen Texte der Antiphonen sind praktisch nicht zu verstehen – da hätte ein wenig mehr idiomatische Sorgfalt gutgetan. Das Klangbild der in der Rigaer Johannes-Kirche entstandenen Aufnahme ist groß und räumlich beeindruckend, wirkt stimmungsvoll und gut balanciert. Es mangelt lediglich an der letzten Klarheit, einer gewissen Griffigkeit und Plastizität.

Eine großartige Pärt-Deutung vom Lettischen Radiochor: Das ist keine Überraschung. Auffällig ist der Mut zur intensiven, dynamisch entschiedenen Geste. Ein wunderbarer Chor mit bemerkenswerten Möglichkeiten, der ensembleübergreifend einen weiteren Baustein der beachtlich qualitätvollen Pärt-Diskografie liefert.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Pärt, Arvo: Da pacem Domine

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Ondine
1
09.09.2016
Medium:
EAN:

CD
761195128626


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Pärt, Arvo


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Ondine

The roots of Ondine date back to 1985 when founder Reijo Kiilunen released the very first Ondine album under the auspices of the renowned Finnish Kuhmo Chamber Music Festival. The label's initial mission was to produce one live album at the Festival each season. The fourth album, however, featured Einojuhani Rautavaara's opera Thomas (ODE 704-2), raising major international attention and opening the ground for overseas distribution. Kiilunen, who was running the Festival's concert agency and had begun the recording activity part-time, soon decided to devote himself fully to the development of this new business, producing and editing the first 50 releases himself. Since 2009 the company has been a part of the Naxos Group.

Today Ondine's extensive catalogue includes nearly 600 recordings of artists and ensembles such as conductor and pianist Christoph Eschenbach, conductors Vladimir Ashkenazy, Vasily Petrenko, Mikhail Pletnev, Esa-Pekka Salonen, Hannu Lintu, Jukka-Pekka Saraste, Sakari Oramo, Leif Segerstam and John Storgårds, orchestras such as The Philadelphia Orchestra, Orchestre de Paris, London Sinfonietta, Bavarian Radio Symphony Orchestra, BBC Symphony Orchestra, Los Angeles Philharmonic, Russian National Orchestra, Czech Philharmonic, Finnish Radio Symphony Orchestra, Helsinki Philharmonic and Tampere Philharmonic, sopranos Soile Isokoski and Karita Mattila, baritone Dmitri Hvorostovsky and Gerald Finley, violinist Christian Tetzlaff, violist David Aaron Carpenter, cellist Truls Mørk and pianist Olli Mustonen.

The label has also had a long and fruitful association with Finnish composers Einojuhani Rautavaara, Magnus Lindberg and Kaija Saariaho, having recorded the premieres of many of their works and garnering many awards along the way.


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