> > > Beethoven, Ludiwg van und Schostakowitch, Dimitrj: Streichquartette
Freitag, 16. November 2018

Beethoven, Ludiwg van und Schostakowitch, Dimitrj - Streichquartette

Bissig, schroff akzentuiert


Label/Verlag: CAvi-music
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Das Armida-Quartett wartet mit einer neuen Perspektive auf Beethoven auf – und stellt ihr einen Blick auf Schostakowitsch zur Seite.

Die Musiker des Armida-Quartetts zählen nach Lebensalter gewiss nicht zu den alten Hasen, interpretatorisch aber schon. Das zeigt diese CD ein weiteres Mal. Musikalisch beeindruckend geschlossen kommt – nach Mozart auf der vorigen CD – auch Beethoven bei den Vieren daher. Kombiniert wird er mit Dimitri Schostakowitsch. Derlei Zusammenstellungen von Klassischem und Modernem zählt zu den Stärken der Musiker, und mühelos bewegen sie sich in und zwischen diesen Klangwelten.

Musikalisch scheint die Phase des Suchens für das Quartett längst abgeschlossen. Das heißt aber nicht, dass es keine Weiterentwicklung gäbe. Einen Perspektivwechsel in der Beethoven-Sicht der vier brachte – nach Auskunft des Beiheft-Textes – die Zusammenarbeit mit Reinhard Goebel. Auch, wer ältere Beethoven-Interpretationen des Quartetts nicht kennt, kann die Befruchtung durch die historisch informierte Aufführungspraxis Goebel‘schen Schlags schnell heraushören. Beethovens F-Dur-Quartett aus op. 59 kommt hier klanglich ausnehmend durchsichtig, sehr wendig, dabei bissig, schroff akzentuiert zu Gehör.

Der zweite Satz zeigt wie unter einem Brennglas die Charakteristika dieses Zugriffs: Die Einladung zum perkussiven Spiel wird höchst bereitwillig angenommen, Rhythmen werden heftig, ja lärmend markiert, Dissonanzen bis an den Rand des Schreienden betont – und schlagartig kann dann die Richtung wechseln, hin zu einer sanften, aber unvermindert konzentrierten Tongebung, zu einem feinfühlig, klar artikulierten Melos. Souverän wechseln die Musiker zwischen den Registern und sprechen dabei doch immer ganz selbstverständlich ihre eigene Sprache.

Bezwingend

Schnittig ist dieser Beethoven, wenn nicht schneidend. Es scheint, als würde er mit einem Gutteil an (heute interpretierter) Musizierpraxis des 18. Jahrhunderts ins 21. katapultiert. Und, je nach Hörgewohnheiten, kann man sich sicher fragen, ob dabei nicht auch etwas auf der Strecke bleibt. Fehlt es diesem vor allem expressiven, ja ruppigen Beethoven möglicherweise an Bodenhaftung, an Schwere? Die Lesart des Armida-Quartetts ist ernstzunehmen und alles andere als oberflächlich, aber wird sie auch jener zugleich rigorosen und gelösten Verbindlichkeit, die Beethovens Musik oftmals auszuzeichnen scheint, gerecht?

Wie dem auch sei: Das Armida-Quartett wendet sich auf dem gleichen musikalischen Niveau Schostakowitschs zehntem Streichquartett (op. 118 As-Dur) zu. Eine gelöste Atmosphäre: Hier ist sie erreicht. Heiter, aber seltsam gedämpft erklingt diese Musik anfangs, wie hinter Dunstschleiern. Aber auch hier sind Kontraste: Der zweite Satz 'Allegretto furioso' ist wirklich furios – ein Höllenritt, der ebenso wenig wie das 'Allegretto' bei Beethoven unter das Rubrum des 'Scherzo' passen will. Im 'Adagio' lassen die Interpreten dann die Kurve in Richtung des Elegisch-Leidenschaftlichen ausschlagen. So konzis dieses Quartett ist: Das Armida-Quartett legt flächig-erzählerische Qualitäten frei – und bringt sie bezwingend zum Klingen.


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Beethoven, Ludiwg van und Schostakowitch, Dimitrj: Streichquartette

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
CAvi-music
1
16.09.2016
EAN:

4260085533688


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Beethoven, Ludwig van
Schostakowitsch, Dimitri


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CAvi-music

"Es muss nicht viel sein, wenn's man gut ist" heißt die Devise für das Label, das stets den Künstler in den Vordergrund stellt, das partnerschaftlich Projekte realisiert, das persönliche Wünsche und Ideen der Künstler unterstützt, das sich vorwiegend auf Kammermusik konzentriert, das handverlesen schöne Musik in hervorragender Interpretation anbietet, mit einer Künstlerliste, die sich sehen lassen kann. Eine sehr persönliche Sache, die von Herzen kommt !! Außerdem kommen neben dem Label CAvi-music auch die Labels "SoloVoce" und "CAvi-Autentica" aus dem Hause Avi-Service for music.


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