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Sonntag, 23. Juli 2017

Wagner, Richard - Ouvertüren und Präludium

Wogen ohne Wabern


Label/Verlag: Pentatone Classics
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Diese gehören zu den besseren Wagner-Verschnitten.

Pentatone hat Marek Janowskis Berliner Wagner-Zyklus dokumentiert. Auf zwei SACDs wurden die üblichen Vor- und Zwischenspiele zusammengestellt: 'Parsifal', 'Ring', 'Holländer', 'Lohengrin', 'Tannhäuser', 'Tristan' und 'Meistersinger'. Die Qualität ist respektabel, Marek Janowski sei Dank: ‚Musik ist eine Bewegungskunst. Das ist für mich die alleroberste Leitlinie.‘ Ein hoher Anspruch.

Diese Mitschnitte wurden während fünf Jahren aufgenommen: Janowskis konzertanter Zyklus der Wagner-Opern erstreckte sich über mehrere Spielzeiten. Die Rezensionen waren günstig. Seit Dresdner Tagen gilt Janowski als Könner im Wagner-Fach. Sogar Bayreuth hat es (nach einigen Jahrzehnten) zur Kenntnis genommen – seit Wolfgangs Tagen ist es tumb wie taub.

Gleich, welche Tempi – Janowski durchlüftet das Geflecht. Harmonische Spannungszustände erzeugen motorische Energien. Wo andere Stillstand zelebrieren – Vorspiel erster Akt 'Parsifal' – herrscht sanfte, unerbittliche Bewegung. Janowski sucht das immerwährende Andante. Notenwerte werden unterschieden (keine Selbstverständlichkeit). Wo Knappertsbusch rhythmischen Einheitsbrei rührte, wo Böhm den Rohrstock schwang, um mechanische Akkuratesse zu erzwingen (häufig erfolglos), weiß dieser Musiker das Taktmaß ohne Gewalt zu beleben. Betonungsverhältnisse werden grammatisch korrekt ausformuliert, nicht aber als steife Etüde. Es ‚schwingt’, sei es im unausgesetzten Smorzando des 'Siegfried-Idylls', sei es im Untergangsgrollen der 'Götterdämmerung'.

Das Rundfunksinfonie-Orchester Berlin braucht sich nicht zu verstecken. Das Tutti ist kompakt, doch halbwegs durchschaubar. SACD und ‚maßstabsetzende Fünf-Kanal-Technik‘ hin oder her – Pentatones Ingenieure haben solide Arbeit geleistet. Die Mängel der Berliner Philharmonie sind freilich nicht zu kaschieren. Das Blühende der Schuhkartons (Concertgebouw, Musikverein) ist in Berlin nicht zu haben. Die selige Empfindung, inmitten des Klanges zu sein, kommt niemals auf. Lokalfarben verblassen. (Das Beiheft schreibt der Philharmonie eine ‚ideale Akustik‘ zu – am schwärzesten ist unfreiwilliger Humor.)

Die Vorzüge dieser Platten überwiegen. Im weiten Feld der Wagner-Verschnitte bleiben sie unauffällig, doch das Können der Musiker imponiert. Marek Janowski bestätigt seinen vorzüglichen Ruf als Sachwalter Wagners: ein Handwerker im besten Sinne, aller Verstiegenheit abgeneigt. Auf Sparflamme kocht sich am besten, und Alkohol braucht es nicht.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Wagner, Richard: Ouvertüren und Präludium

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Pentatone Classics
2
26.08.2016
EAN:

827949055164


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Wagner, Richard


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Pentatone Classics

PentaTone wurde im Jahr 2001 von drei ehemaligen Leitenden Angestellten der Philips Classics zusammen mit Polyhymnia International (dem ehemaligen Philips Classics-Aufnahmezentrum) ins Leben gerufen.
Die Gründer von PentaTone sind überzeugt, dass der 5-Kanal Surround-Sound allmählich den heute noch gängigen Stereo-Sound ersetzen wird, vor allem weil er die Hörerfahrung immens bereichert. Die Einführung der Super Audio-CD (SA-CD) durch Sony und Philips hat es dem Hörer ermöglicht, sich den Konzertsaal direkt ins eigene Wohnzimmer zu holen. Die SA-CD hat im Vergleich zur CD eine weitaus höhere Speicherkapazität und sie kann 5-Kanal-Informationen in hoher Auflösung aufnehmen. Deshalb bietet die SA-CD einen hochwertigen Surround Sound.
Alle PentaTone-Aufnahmen erscheinen auf sog. hybriden SA-CDs, die zwei miteinander verbundene Schichten haben. Die erste enthält das normale CD-Signal, während auf der zweiten das Surround-Sound-Signal abliegt. Diese hybriden Tonträger können mit Stereo-Effekt auf jedem normalen CD-Spieler abgespielt werden. Um den Surround Sound-Effekt zu erzielen, benötigt man einen SA-CD-Spieler.
PentaTone baut seit einigen Jahren mit den hervorragenden Aufnahmen von Polyhymnia International einen neuen Klassikkatalog auf, der die berühmtesten Werke der Musikgeschichte enthält, interpretiert von absoluten Weltklasseinterpreten. So wurden Symphonie-Zyklen von Beethoven, Bruckner, Schostakowitsch und Schumann begonnen. Ein Brahms-Zyklus mit Marek Janowski am Pult des Pittsburgh Symphony Orchestra ist bereits erschienen. Sämtliche Werke für Violine und Orchester von Mozart wurden mit Julia Fischer aufgenommen, dem "Gramophone Artist of the Year 2007". In seiner kurzen Geschichte hat PentaTone bereits zahlreiche renommierte Preise gewonnen, darunter einen Grammy, einen Gramophone Award, einen Preis der deutschen Schallplattenkritik, zwei Echos, zwei Diapason d'Ors de l'année und einen CHOC de l'année.
Neben den Neuaufnahmen veröffentlicht PentaTone auch historische Surround Sound-Aufnahmen auf SA-CD. Dafür hat PentaTone sämtliche, zwischen 1970 und 1980 von Philips Classics im Quadrophonie-Verfahren entstandenen Aufnahmen für die Herausgabe auf SA-CD lizenziert. Auf diesen Einspielungen sind die legendären Philips Classics-Künstler jener Epoche zu hören. Mit dem heutigen SA-CD-System kommen diese spektakulären und hochwertigen 4-Kanal-Aufnahmen so zur Geltung, wie man es ursprünglich geplant hatte. Die Serie trägt den Titel "RQR" (Remastered Quadrophonic Recordings).


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